StartseiteAktuellesNachrichtenFünf französische Ingenieurhochschulen schließen sich zu „New Uni“ zusammen

Fünf französische Ingenieurhochschulen schließen sich zu „New Uni“ zusammen

Berichterstattung weltweit

Um von Synergien zu profitieren und international sichtbarer zu werden, haben sich fünf renommierte Ingenieurhochschulen auf dem Saclay-Campus bei Paris unter dem vorläufigen Namen „New Uni“ zu einer neuen Struktur zusammengeschlossen.

Bereits im letzten Jahr hatte Staatspräsident Emmanuel Macron bekannt gegeben, dass die fünf renommierten Ingenieurhochschulen aus dem umfangreichen Verbundprojekt des Saclay-Campus im Südwesten von Paris (mit insgesamt 18 Hochschul- und Forschungseinrichtungen) aussteigen und einen eigenen Verbund gründen. Ziel der zu den hochselektiven Grandes Écoles zählenden Hochschulen ist es hierbei, eine wissenschaftliche und technologische Einrichtung von Weltrang zu schaffen.

Am 4. Oktober 2018 unterzeichneten die Partner École Polytechnique, ENSTA ParisTech, Ensae ParisTech, TelecomParisTech und Telecom Sud Paris eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Unter dem vorläufigen Namen „New Uni“ werden nun 7.000 Studierende sowie 850 Wissenschaftler und Doktoranden zusammengefasst. Bis 2022 sollen es 10.000 Studierende und 1.000 (Nachwuchs-)Wissenschaftler sein. Das Budget der neuen Struktur wird zwischen 200 und 300 Millionen Euro betragen. Anfang 2019 wird bekannt gegeben, unter welchem Markennamen „New Uni“ künftig firmieren soll. Im Gespräch ist „Institut polytechnique de France“. Ebenso ist noch offen, welchen Rechtstatus „New Uni“ erhalten wird. Angestrebt wird eine eigene Rechtspersönlichkeit, mit möglichst viel Spielraum bezüglich des Budgets und der Gehälter. Alle Partner behalten hierbei ihren Status als eigenständige Hochschulen.

Das Projekt war insbesondere von der angesehenen École Polytechnique, die dem Verteidigungsministerium untersteht, vorangebracht worden. Deren neuer Präsident, der Ingenieur und Unternehmensberater Éric Labaye, sitzt nun auch dem Steuerungsausschuss vor. „Wir haben einen gemeinsamen Exzellenzanspruch. Und diese Annäherung wird uns ermöglichen, unsere Kräfte zu bündeln, unsere bereits bestehenden Kooperationen auszubauen und mit der gemeinsamen Infrastruktur in Saclay an Sichtbarkeit und Lesbarkeit nach internationalen Standards zu gewinnen.“, so Labaye bei der entsprechenden Pressekonferenz.

Im Forschungsbereich sehen die Partner ihre Schwerpunkte bei Energie, Klima, Cybersicherheit, Digitalisierung, Technologie und Gesundheit. Es sollen vier Fakultäten entstehen (Naturwissenschaften und Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Data Sciences und Informationstechnologien, Geistes- und Sozialwissenschaften). Im Bereich Lehre soll „New Uni“ einen gemeinsamen Bachelor anbieten, perspektivisch auch mehrere. Bisher kann nur an der École Polytechnique ein grundständiges, dreijähriges Studium absolviert werden und auch das erst seit letztem Jahr. Der Polytechnique-„Bachelor of Science“ richtet sich hierbei vor allem an internationale Studierende, inklusive entsprechender Studiengebühren. Das klassische Ingenieur-Studium der beteiligten Hochschulen dauert fünf Jahre, auch Masterprogramme bieten alle Partner an. Gemeinsam wollen sie nun zudem bereits ab Master-Niveau die wissenschaftlich vielversprechendsten Studierenden identifizieren und sie für fünfjährige, so genannten „PhD-Track“-Programme gewinnen, die mit der Promotion abschließen.

New Uni“ hat auch Synergien im Bereich der Startup-Förderung zum Ziel. Die Inkubatoren der Partnerhochschulen werden vernetzt und die neue Struktur soll sich als Investor an Startups beteiligen. Patente sollen ebenfalls gemeinsam verwaltet werden.

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Quelle: Le Monde / Educpros.fr Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen

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