StartseiteAktuellesNachrichtenGlobale Wasserressourcen in Gefahr - 90 Institutionen präsentieren neue Zahlen und Lösungsansätze

Globale Wasserressourcen in Gefahr - 90 Institutionen präsentieren neue Zahlen und Lösungsansätze

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Dürren treten in Teilen von Südamerika, Afrika und Asien drei Mal so häufig auf wie noch vor knapp 40 Jahren. Solche und andere aktuelle Zahlen und neue Erkenntnisse präsentierten Experten aus Wissenschaft und Praxis auf der Abschlusskonferenz der Fördermaßnahme „Globale Ressource Wasser“ (GRoW) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) am 20. und 21. Oktober 2020.

90 deutsche Partnerinstitutionen aus Wissenschaft und Praxis haben gemeinsam mit ihren internationalen Partnern drei Jahre zu globalen Analysen und lokalen Lösungen für ein nachhaltiges Wassermanagement geforscht. Die 400 Teilnehmenden der Veranstaltung erhielten Einblick in weltweit einzigartige Detaildaten zur globalen Wassernutzungseffizienz und neuste Ansätze zur Vorhersage von Wasserverfügbarkeit und Dürren. Abschließend sprachen die beteiligten Wissenschaftler übergeordnete Empfehlungen an Politik und Wirtschaft aus. In einem „Call for Action“ forderten sie, die Digitalisierung konsequent für besseres Wassermanagement zu nutzen, lokales Wassermanagement in globalen Versorgungsketten zu berücksichtigen, sowie mehr Transparenz und Faktenbezug bei der Wasserbewirtschaftung. Ergebnisse und Empfehlungen sind zusammengefasst auf der GRoW-Website abrufbar.

Wie wichtig diese neuen Erkenntnisse aus der Wissenschaft sind, betonte auch der sudanesische Wasserminister H.E. Prof. Yasir Mohamed, der online als Redner zu Gast war. Anhand eindrucksvoller Bilder und Zahlen zeigte er, wie zunehmend häufige Überschwemmungen und Dürren Menschen, Städte und Natur im Sudan bedrohen - und wie entscheidend hier zuverlässige saisonale Prognosen sein können.

Andere Projekte untersuchten den globalen Wasserfußabdruck großer Unternehmen wie Evonik, Volkswagen oder der Textilindustrie.  Sie zeigten unter anderem, dass mehr als 95% des Wasserverbrauchs in den Lieferketten außerhalb von Deutschland stattfindet – und sich auf die lokale Wassersicherheit in den Produktionsländern auswirkt. Auch die Wasserqualität war ein zentrales Thema, ob in Staudämmen in Brasilien, bei denen eine Wiederaufforstung des Umlandes dringend notwendig wäre, oder für den Schutz von Wasserressourcen am Krüger-Nationalpark in Südafrika. Wie die Wasserqualität besser überwacht und gesichert werden kann, präsentierten die Forschungsgruppen gemeinsam mit ihren internationalen Partnern.

Mit der Fördermaßnahme GRoW leistet das BMBF einen Beitrag zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele. Mehr als 90 Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis sind in 12 Verbundprojekten beteiligt. Kennzeichnend für die Fördermaßnahme ist die Verknüpfung von lokalem und globalem Handeln: die Verbundprojekte forschen nicht nur an lokalen und regionalen Lösungen, sondern erarbeiten dazu auch verbesserte globale Informationen und Prognosen zu Wasserressourcen und Wasserbedarf.

Einen Überblick zu den in GRoW erforschten globalen Analysen und lokalen Lösungen für nachhaltiges Wasserressourcenmanagement gab die Konferenz „Wasser als globale Ressource“, die am 20.-21. Oktober 2020 im hybriden Format in Berlin und online stattgefunden hat. Präsentationen, Filme und weitere Materialien stehen noch mehrere Wochen auf dem virtuellen Marktplatz zur Verfügung

Die Fördermaßnahme wird vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) im Auftrag des BMBF betreut. Das Vernetzungs- und Transfervorhaben „GRoWnet“ wird durchgeführt von adelphi gGmbH, Berlin.

Kontakte zu den einzelnen Forschungsverbünden finden Sie auf der GRoW-Website.

Quelle: adelphi gGmbH / Projektträger Karlsruhe Redaktion: von Anna März, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Global Themen: Umwelt u. Nachhaltigkeit

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