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Globale Zentren der Spitzenforschung

Berichterstattung weltweit

Nordamerika ist führend in der Spitzenforschung gefolgt von Nord- und Westeuropa, insbesondere Deutschland, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und Spanien, und Ost- und Südostasien, hier vor allem China, Japan, Südkorea, Singapur und Taiwan. Dies zeigt eine neue Veröffentlichung des NatureIndex.

Der NatureIndex erfasst die Leistungen einzelner Länder in der Spitzenforschung und zeigt Ergebnisse und Analysen für einzelne Regionen.
In den Lebenswissenschaften und den Geo- und Umweltwissenschaften dominiert Nordamerika, während sich in Physik eine leichte Führungsposition Nord- und Westeuropas ergibt. In Chemie ist der Anteil am wissenschaftlichen Output der drei genannten Regionen in etwa ausgeglichen. Afrika hat den höchsten Anteil an internationalen Kooperationen in der Spitzenforschung.
Der Index erfasst Publikationen in den führenden Fachzeitschriften in den Bereichen Chemie, Geo- und Umweltwissenschaften, Lebenswissenschaften und Physik. In einer neuen Nature-Sonderausgabe werden alle Regionen näher beleuchtet. Referenzjahr ist 2014.

Nordamerika, Nord- und Westeuropa sowie Ost- und Südostasien (in der letztgenannten Region fast ausschließlich Singapur) tragen mit 91 Prozent zum globalen NatureIndex-Wert bei. Die fachlichen Stärken der einzelnen Regionen sind teilweise sehr unterschiedlich. In Nordamerika sind es vor allem die Lebenswissenschaften die besonders dominierend in den führenden Fachzeitschriften vertreten sind, in Zentral- und Südasien liegen die Stärken in der Spitzenforschung mit fast 90 Prozent in den Bereichen Chemie und Physik. Ein anderer Trend ist die Beziehung zwischen dem Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt und der Leistung des jeweiligen Landes in der Spitzenforschung. Mit seinem Bruttoinlandsprodukt belegt Israel beispielsweise Rang 37 weltweit, das Land liegt aber auf Platz 17 in der Spitzenforschung; mit 3,9 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt sind die Forschungsausgaben hier besonders hoch (in Deutschland beträgt der Anteil derzeit rund 3 Prozent). Obwohl ungleich bevölkerungsreicher als Israel, belegt Indien nur Rang 13 in der Spitzenforschung. Grund hierfür ist nicht nur der relativ geringe Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt, sondern auch die Rahmenbedingungen und mangelnde Wertschätzung, die viele indische Top-Talente in die USA abwandern lässt.

Dynamik in China

Nordamerika ist die führende Wissenschaftsnation weltweit, der Vorsprung gegenüber Asien verringert sich jedoch - vor allem dank des dynamischen Aufholprozesses in China. In kaum einer anderen Region ist der Anteil an rein nationalen Publikationen in der Spitzenforschung so hoch wie in Nordamerika. Gleichzeitig sind nordamerikanische Wissenschaftler die gefragtesten Partner für internationale Ko-Publikationen, insbesondere für aufstrebende Wissenschaftsnationen wie China und Süd-Korea. Unter den zehn Top-Institutionen im WFC (weighted fractional count) befinden sich vier führende US-amerikanische Universitäten (Harvard, Stanford, MIT und University of California Berkeley); die beste kanadische Hochschule, University of Toronto, kommt auf Platz 21. Weltweit ist die Harvard University mit einem WFC von 865 zweitplatziert hinter der Chinese Academy of Sciences (WFC: 1308). Das National Institute of Health der USA als Förderer biomedizinischer Forschung trägt wesentlich zur Dominanz Nordamerikas in den Lebenswissenschaften bei.

Europäische Spitzenforschung

Nord- und Westeuropa ist in allen vier Fachbereichen in der Spitzengruppe platziert.  Über alle Fächer hat Deutschland den dritthöchsten WFC-Wert weltweit. In den Lebenswissenschaften liegt Großbritannien jedoch vor Deutschland, ebenso in den Umweltwissenschaften (zusammen mit Frankreich). In Relation zu ihrer Größe sind auch die Niederlande und insbesondere die Schweiz wichtige Akteure in der europäischen Spitzenforschung. In Großbritannien und den Niederlanden wird besonderer Wert auf Veröffentlichungen in den Top-Journals gelegt. Bei den Institutionen ist das französische Nationale Forschungszentrum (CNRS) in Europa führend und kommt weltweit auf Platz 3, danach folgen die Max-Planck-Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft. Unter den weiteren TOP-10 Institutionen in Europa sind vor allem britische und schweizerische Universitäten. Internationale Zusammenarbeit findet vor allem zwischen Nachbarländern statt – ein Zeichen das der europäische Forschungsraum bereits ein stückweit Wirklichkeit geworden ist. US-amerikanische Wissenschaftler sind die bevorzugten Partner im außereuropäischen Raum.

Quelle: DLR PT und Naturwissenschaftliche Rundschau Redaktion: von , DLR Projektträger, Europäische und internationale Länder / Organisationen: Global Themen: Geowissenschaften Lebenswissenschaften Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit

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