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Horizont 2020: Europäische Smart-City Leutchtturmprojekte

Drei neue EU-Leuchtturmprojekte zu Smart-Cities stellten vergangene Woche auf einem Info-Tag in Brüssel ihre Pläne vor. Die Stadt Köln ist im Rahmen eines der Projekte als Modellregion vertreten, ein anderes Projekt wird vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO koordiniert.

Europa zählt zu den am stärksten urbanisierten Regionen der Welt. Man schätzt, dass bis 2020 ungefähr 80 % der europäischen Bevölkerung in städtischen Gebieten leben wird, wobei der Anteil in einigen Ländern 90 % oder mehr betragen wird. Sollen die urbanen Knotenpunkte weiterhin ihre magnetische Anziehungskraft behalten, werden „Smart Cities“ benötigt - Orte, an denen Netzwerke und Dienstleistungen zum Wohle von Einwohnern, Unternehmen und Umwelt dank des Einsatzes von Digital- und Telekommunikationstechnologien effizienter genutzt werden.

Die EU will intelligente Lösungen für Städte fördern und als "Best-Practice" Beispiele für andere Städte und Regionen bereitstellen. Vor diesem Hintergrund wurden im vergangenen Jahr im Rahmen von Horizont 2020 drei „Leuchtturmprojekte“ für intelligente Städte und Gemeinden ausgewählt. Die  nun gestarteten Projekte GROWSMARTER, TRIANGULUM und REMOURBAN wurden vergangene Woche im Rahmen eines Infotages zur Ausschreibungen "SMART CITIES AND COMMUNITIES 2015" vorgestellt.

GROWSMARTER

Das GROWSMARTER-Projekt setzt seine drei Leuchtturm-Städte Barcelona in Spanien, Köln in Deutschland und Stockholm in Schweden dazu ein, zwölf Smart-City-Lösungen vorzuführen, um weitere Städte und Gemeinden zur Übernahme zu ermutigen. Die Lösungen decken die Bereiche Bezirke mit geringem Energieverbrauch, integrierte Infrastrukturen und nachhaltige urbane Mobilität ab, und beinhalten den tiefgehenden Ansatz zur Nachrüstung von Gebäuden aus den 60er und 70er Jahren sowie die Einführung von mit alternativen Kraftstoffen angetriebenen Fahrzeugen und eines intelligenten Verkehrsmanagements. Dem Projektteam zufolge weist GROWSMARTER das Potenzial auf, den Gegenwert von 1 500 Arbeitsplätzen in Europa zu schaffen, und es zielt darauf ab, den Energieverbrauch um 60 % sowie die EU-Verkehrsemissionen auf Projektebene um 60 % zu senken. GROWSMARTER prognostiziert, dass bis zum Projektende 30 Städte seine intelligenten Lösungen umsetzen oder auf gutem Wege zur Implementierung sein werden.

TRIANGULUM

TRIANGULUM bekam diesen Titel, da es ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen drei Kernprojektelementen herstellt: Demonstration, Verbreitung und Wechselwirkungen. Das Projekt setzt auf die drei „heimlichen Siegerstädte“ Eindhoven in den Niederlanden, Manchester im Vereinigten Königreich und Stavanger in Norwegen als Leuchtturm-Städte und verfolgt das Ziel, zukunftsweisende Konzepte für nachhaltige Energieversorgung, Mobilität und Informationstechnologie umzusetzen. In Manchester wird das Projekt das Studentenviertel in einen intelligenten Stadtbezirk umwandeln, indem unter anderem historische Gebäude renoviert und ein autonomes Energienetz aufgebaut werden. In ähnlicher Weise wird man in Eindhoven zwei Viertel in nachhaltige Lebenswelten verwandeln, und in Stavanger liegt einer der Schwerpunkte auf der Verschiebung der Mobilität hin zur E-Mobilität. Man wird eine moderne Glasfaserinfrastruktur sowie verschiedene Energie- und Mobilitätsprojekte einführen. Das Projekt wird vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO koordiniert.

REMOURBAN

Das REMOURBAN-Projekt, das vergangenes Jahr aus den 19 Antworten auf die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen zu Smart Cities and Communities ausgewählt wurde, veranstaltet diese Woche sein Auftakttreffen. Bei der Arbeit mit den drei Leuchtturm-Städten Eskisehir in der Türkei, Nottingham im Vereinigten Königreich und Valladolid in Spanien wird der Schwerpunkt die Realisierung eines ganzheitlichen Ansatzes sein, in dem Energieerzeugung, -verteilung und -verbrauch, Mobilität und Verkehr, sowie IKT ein Kontinuum bilden. Im Energiesektor soll REMOURBAN durch Nachrüstlösungen und verbessertes Strommanagement möglichst den Verbrauch senken. Die Mobilitätssektor wird sich neben anderen Dingen mit Kraftstofftypen und multimodalen Strategien beschäftigen. Man wird städtische Infrastrukturen durch IKT-Lösungen wie E-Ticketverkaufssysteme optimieren, während die IKT gleichermaßen Wegbereiter für Smart-Grid-Strategien und Stadtinformationsplattformen sein werden.

Die Idee hinter den Leuchtturmprojekten besteht darin, dass sie als Beispiel und Anregung für andere dienen sollen. Neben den Kernstädten dienen die Leuchtturmprojekte gleichermaßen als „Nachfolger“-Städte, die ein wichtiges Element darstellen, um die breiter angelegte Einführung zu gewährleisten.

Quelle: CORDIS - Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Energie Förderung Information u. Kommunikation Mobilität Umwelt u. Nachhaltigkeit

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