StartseiteAktuellesNachrichtenHumboldt-Stiftung fördert Institutspartnerschaft zwischen Saarbrücken und Dakar

Humboldt-Stiftung fördert Institutspartnerschaft zwischen Saarbrücken und Dakar

Die Bezüge der senegalesischen Literatur zu anderen Literaturen und Medien sind Thema eines gemeinsamen Forschungsprojektes der Universität des Saarlandes und der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung fördert die Zusammenarbeit für drei Jahre mit insgesamt 55.000 Euro.

Die globale Vernetzung der senegalesischen Literatur aufzeigen - das wollen deutsche und senegalesische im gemeinsamen Projekt „Intertextualität und Intermedialität in den senegalesischen Literaturen“ erreichen. Sie arbeiten daran im Rahmen einer Partnerschaft zwischen ihren Instituten - dem Saarbrücker Lehrstuhl für Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation und den Abteilungen für Germanistik und Frankophone Literaturen der Universität Cheikh Anta Diop. Offizieller Start war am 1. Juli 2015. Zudem findet heute und morgen ein Eröffnungsworkshop auf dem Saarbrücker Campus statt.

 „Ziel ist es, die weltliterarische Einbettung der Literatur des Senegal zu verstehen, die wichtigste unter den frankophonen afrikanischen Literaturen“, erklärt Prof. Hans-Jürgen Lüsebrink von der Saar-Uni. Sein Kooperationspartner auf senegalesischer Seite ist Prof. Ibrahima Diagne, Leiter des Instituts für Germanistik in Dakar, der als ehemaliger Humboldt-Stipendiat bereits mehrmals an der Saar-Uni geforscht hat. Daneben sind je zwei Nachwuchswissenschaftler beider Länder aus den Fachrichtungen Germanistik, Romanistik, Komparatistik und Afrikanische Literaturen an dem Projekt beteiligt. Gemeinsam wollen sie frankophone, aber auch afrikanisch-sprachige Romane, Essays, Gedichte und Theaterstücke untersuchen, die seit den Ursprüngen der senegalesischen Schriftliteratur während der Kolonialzeit in den 1920er Jahren bis heute im Senegal entstanden sind.

„Uns geht es darum, in senegalesischen Werken Bezüge zu westlichen Literaturen und Medien herauszuarbeiten“, sagt Hans-Jürgen Lüsebrink. Dazu würden in einem ersten Forschungsbereich so genannte intertextuelle Formen untersucht, beispielsweise Anspielungen auf Figuren oder Situationen in anderen literarischen Werken oder auch Namensnennungen und Zitate. „Wir untersuchen, inwiefern diese Bezüge eine Rolle als Modell – oder Gegenmodell – für die eigene Literatur spielen.“ Im zweiten Teil des Projekts wollen die Forscher dann analysieren, welche Rolle europäische Medien in senegalesischen Texten spielen. „Solche Bezüge gibt es beispielsweise, wenn die Protagonisten Zeitungsleser sind, Fotos betrachten oder selber fotografieren, wenn Filme eine Rolle spielen oder wenn Bezug auf das Radio genommen wird, das in Afrika eine große Rolle spielt“, erklärt Lüsebrink. Aus den Ergebnissen könne man ableiten, wie stark die Werke senegalesischer Schriftsteller international vernetzt sind – und was sich daraus für die Gesellschaft des Senegal schlussfolgern lasse.

Mit dem Forschungsprojekt „Intertextualität und Intermedialität in den senegalesischen Literaturen“ wollen die Wissenschaftler aus Saarbrücken und Dakar den Anstoß für weitere, umfassendere Untersuchungen der senegalischen Literatur geben. Dabei soll auch ein Glossar der intertextuellen und intermedialen Bezüge erstellt werden. Die Institutspartnerschaft baut auf einer über 15-jährigen Zusammenarbeit zwischen Prof. Hans-Jürgen Lüsebrink und seinen senegalesischen Kollegen auf. Zukünftig sollen an Studenten in Saarbrücken und Dakar projektbezogene Masterarbeitsthemen vergeben werden, sodass neben den promovierten Nachwuchswissenschaftlern auch Masterstudenten in das Projekt einbezogen werden.

Die Humboldt-Stiftung fördert Partnerschaften zwischen Lehrstühlen und Instituten in Deutschland und in Schwellen- und Entwicklungsländern. Das Projekt gehört zu den relativ wenigen Partnerschaften in den Literatur- und Kulturwissenschaften.

Zum Eröffnungskolloquium werden fünf Wissenschaftler aus Dakar erwartet sowie Prof. Papa Samba Diop (Universität Paris-Est-Créteil), einer der international anerkanntesten Spezialisten für die Literaturen des subsaharischen Afrika.

Kontakt

Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink
Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation
Universität des Saarlandes
Tel.: +49 (0)681 302-3502
luesebrink(at)mx.uni-saarland.de

Quelle: Universität des Saarlandes / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Senegal Themen: Bildung und Hochschulen Geistes- und Sozialwiss. Förderung

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