StartseiteAktuellesNachrichtenInstitut für Hochschulforschung: Studie zur langfristigen Bindung ausländischer Studierender in Ostdeutschland

Institut für Hochschulforschung: Studie zur langfristigen Bindung ausländischer Studierender in Ostdeutschland

Eine Publikation des Instituts für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg setzt sich mit der Rolle von Hochschulen bei der langfristigen Bindung von ausländischen Studierenden in Ostdeutschland auseinander. Es werden konkrete Maßnahmen benannt, wie dies erreicht werden kann.

Ein besonderes Potenzial für die zukünftige Sicherung des Fachkräfteangebots in ostdeutschen Regionen liegt in der Integration ausländischer StudienabsolventInnen in den regionalen Arbeitsmarkt. Die internationalen Studierenden haben großes Interesse, in der Region zu bleiben und Arbeitserfahrungen zu sammeln. Sie wünschen sich deshalb aktive Unterstützung durch die Hochschulen beim Berufseinstieg. Bisher gibt es von Seiten der ostdeutschen Hochschulen allerdings wenige spezifisch auf internationale Studierende zugeschnittene Unterstützungsangebote.

Noch nicht überall wird die Notwendigkeit gesehen, entsprechende Angebote zu unterbreiten. Dabei unterscheiden sich die Bedarfe internationaler Studierender von denen der einheimischen Studierenden:

  • Niedrigschwellige und mit dem Studium vereinbare Deutschlernangebote von Seiten der Hochschule für alle internationalen Studierenden sind essenziell, denn sie brauchen zu einem frühen Zeitpunkt Ermutigung und Unterstützung, um ihre Deutschkenntnisse im Laufe des Studiums zu verbessern.
  • Des Weiteren sind Kenntnisse bezüglich des Aufenthaltsrechts, vor allem für Studierende aus sog. Drittstaaten, unerlässlich.
  • Zudem fehlt internationalen Studierenden häufig Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt, Bewerbungsverfahren und Bewerbungskultur, sowie die Gestaltung von Lebensläufen, Bewerbungen und Jobinterviews.
  • Da meist keine Kontakte in die Facharbeitswelt bestehen, sind eigene Arbeitserfahrungen für internationale Studierende in Form von Praktika, studienbegleitenden Jobs bzw. beim Verfassen von Abschlussarbeiten in Unternehmen besonders wichtig, um Arbeitskontakte zu knüpfen. Damit verbessern sich auch der Austausch und das soziale Netzwerk – beides wichtige Bausteine für eine gelungene Integration in Deutschland.

Die ostdeutschen Hochschulen können hier durchaus aus Eigeninteresse aktiv werden: Bei einer sinkenden Zahl einheimischer Studierender kann es für die Hochschulen sehr interessant sein, zukünftig noch mehr ausländische Studierende zu gewinnen. Und: Karriereberatung sowie die Möglichkeiten, Kontakte ins spätere Berufsleben zu knüpfen und Arbeitserfahrung zu sammeln, haben bei der Entscheidung der internationalen Studierenden für ein Studienland und eine Hochschule stark an Bedeutung gewonnen.

Das Projekt „Study and Work“, 2012/2013 im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer durchgeführt, hat zwei zentrale Handlungsfelder für Hochschulen exemplarisch aufgegriffen und jeweils zwei kleine Pilotprojekte an Hochschulen bei der praktischen Umsetzung begleitet: das Handlungsfeld „Beratungs- und Schulungsangebote“ und das Handlungsfeld „Hochschulen als regionale Impulsgeberinnen“.

Bereits im Verlauf des Projektes wurde sichtbar, dass derzeit beim Thema Fachkräftegewinnung immer stärker das Potenzial ausländischer Studierender in den Fokus rückt und auch das Interesse an den Hochschulen steigt, für den Berufseinstieg ausländischer Studierender aktiv zu werden.

Publikation

Martina Dömling (Hg.): Study and Work – Ausländische Studierende in Ostdeutschland halten, Willkommenssignale setzen. Eine Handreichung mit Praxisbeispielen, Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg 2014.

Kontakt

Martina Dömling
E-Mail: martina.doemling(at)hof.uni-halle.de 

Quelle: Institut für Hochschulforschung (HoF) / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Deutschland Global Themen: Bildung und Hochschulen Fachkräfte

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