StartseiteAktuellesNachrichtenInternationale Mobilität mit Doktortitel: Erstmals Daten für Frankreich ausgewertet

Internationale Mobilität mit Doktortitel: Erstmals Daten für Frankreich ausgewertet

Berichterstattung weltweit

Jeder Dritte, der 2014 in Frankreich eine Promotion abschloss, arbeitete drei Jahre später im Ausland. Die Wahrscheinlichkeit dafür stieg hierbei deutlich, wenn bereits während der Promotion signifikante Auslandserfahrungen gesammelt wurden.

Der Statistische Dienst des französischen Ministeriums für Hochschulbildung, Forschung und Innovation MESRI (Ministère de l’enseignement supérieur, de la recherche et de l’innovation) hat am 24. Oktober 2019 erstmals eine Auswertung zur internationalen Mobilität von Promovierten veröffentlicht. Dafür wurden über 13.000 der im Jahr 2014 in Frankreich 14.400 Promovierten zu ihrer beruflichen Laufbahn befragt (Rücklaufquote 54 Prozent). 91 Prozent waren drei Jahre nach Promotionsende in einer Beschäftigung, davon 66 Prozent unbefristet angestellt. 42 Prozent aller 2014 Promovierten hatten eine ausländische Staatsbürgerschaft.

Im Durchschnitt war jede/r dritte Promovierte drei Jahre nach dem Abschluss der Doktorarbeit im Ausland beschäftigt. Wobei im Durchschnitt nur zwei von zehn französischen Promovierten im Ausland arbeiteten, aber sechs von zehn Promovierten mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft. Die französischen Promovierten im Ausland arbeiteten zu großen Teilen in Europa (56 Prozent, am häufigsten in Großbritannien, der Schweiz, Deutschland und Belgien) sowie in Amerika (30 Prozent, hier fast alle in den USA oder Kanada). Wenn die Promovierten mit ausländischer Staatsbürgerschaft Frankreich verließen, kehrten sie mehrheitlich in ihr Herkunftsland zurück: 48 Prozent der amerikanischen, 44 Prozent der asiatischen, 34 Prozent der afrikanischen und 30 Prozent der europäischen Promovierten entschieden so. Wobei die Promovierten aus Afrika mit 51 Prozent am häufigsten in Frankreich weiterhin tätig waren und die Promovierten aus Europa mit 24 Prozent am häufigsten in ein anderes als ihr Heimatland gingen.

Neun Prozent der Promotionen 2014 wurden in einem binationalen Cotutelle-Verfahren durchgeführt. Dies – oder ein mindestens dreimonatiger Auslandsaufenthalt während der Promotion – erhöhte die Chance auf einen Arbeitsplatz im Ausland deutlich: 58 Prozent der während der Promotion so international Mobilen arbeiteten anschließend auch im Ausland. Je geringer hingegen die Berührungspunkte mit dem Ausland in der Promotion waren, desto seltener war eine Berufsperspektive außerhalb Frankreichs interessant: Nur 13 Prozent der französischen Promovierten, die im Rahmen ihrer Doktorarbeit nie länger im Ausland waren und ausschließlich in Frankreich wissenschaftlich betreut wurden, arbeitete drei Jahre nach der Promotion im Ausland.

Am mobilsten sind im Durchschnitt die Erd- und Systemwissenschaften (40 Prozent arbeiteten drei Jahre nach der Promotion im Ausland), am wenigsten mobil die Sprach- und Literaturwissenschaften (26 Prozent). Unabhängig von der Nationalität arbeiteten zwei Drittel der im Ausland tätigen Promovierten im akademischen Sektor und hatten damit in diesem Bereich mehr Erfolg als die in Frankreich Beschäftigten von denen nur 49 Prozent im akademischen Sektor blieben. Die restlichen 51 Prozent der in Frankreich Verbliebenen arbeiteten im öffentlichen nicht-akademischen Bereich (18 Prozent) oder in Unternehmen (33 Prozent). Wobei Promovierte mit einer ausländischen Nationalität in Frankreich überproportional häufig in Unternehmen angestellt waren (59 Prozent). Wenn diese Promovierten hingegen in ihrem eigenen Herkunftsland eingestellt wurden, hatten sie dort mehrheitlich eine Stelle im akademischen Sektor (67 Prozent).

Das MESRI will die Studie in Zukunft alle zwei Jahre durchführen.

Zum Nachlesen (Französisch)

Quelle: MESRI Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen Fachkräfte

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