StartseiteAktuellesNachrichtenInternationales Projekt UPSIDES: Bessere Unterstützung für psychisch kranke Menschen

Internationales Projekt UPSIDES: Bessere Unterstützung für psychisch kranke Menschen

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Das vom Universitätsklinik Ulm koordinierte Verbundprojekt plant, in sieben Ländern weltweit ein Hilfsangebot zu etablieren, das die Betreuung psychisch kranker Menschen verbessert.

Viele Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Psychosen erhalten keine oder nur eine unzureichende Behandlung. Besonders eklatant ist diese Versorgungslücke in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommen, so genannten Entwicklungsländern. Die neun Partner des Verbundprojekts UPSIDES wollen in sieben Ländern, darunter Uganda, Indien und Sierra Leone, ein Hilfsangebot etablieren, das mithilfe von „peer support“ die Betreuung psychisch kranker Menschen verbessert.        

Peer Support” ist eine etablierte therapeutische Intervention. Hierbei wird den Betroffenen eine Begleitperson („Peer Support Worker“) zur Seite gestellt, die ebenfalls eine psychische Erkrankung erfahren hat. Diese fördert den Weg des Betroffenen hin zur Überwindung der psychischen Erkrankung. Praktische Hilfen umfassen Gespräche, Beratung im Umgang mit der Erkrankung oder auch Begleitung zu Arztterminen.

In der ersten Phase des Projekts bauen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst insgesamt neun Standorte in den sieben beteiligten Ländern auf. Im Anschluss werden sie analysieren, welche Peer Support-Strukturen es dort bereits gibt und diese dann sukzessive ausbauen und auf ihre nachhaltige Wirksamkeit testen.

"Unser Ziel ist es, im Rahmen des Projekt UPSIDES ein effizientes und effektives Peer Support-Netzwerk für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen zu etablieren, und zwar nicht nur in Ländern mit geringerem und mittlerem Einkommen, sondern auch in Industrieländern", so Projektkoordinator PD Dr. Bernd Puschner.

Mit dem Projekt UPSIDES hoffen die Projektbeteiligten, ein kostengünstiges und nachhaltig wirksames Konzept zur Behandlung psychisch schwer kranker Menschen umsetzen und als Beispiel etablieren zu können. Das Projekt wird von Ulm aus koordiniert und über fünf Jahre mit insgesamt drei Millionen Euro gemeinsam von der Europäischen Union (EU) und der Global Alliance of Chronic Diseases (GACD) gefördert.

Im März treffen sich die Partner des Forschungskonsortiums zu einem ersten internationalen Treffen in Kampala (Uganda), um die ersten Arbeitsschritte zu planen. Neben dem koordinierenden Zentrum, der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, sind folgende Partner beteiligt: University of Nottingham (Großbritannien), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Deutschland), Butabika National Referral Hospital (Kampala, Uganda), London School of Hygiene and Tropical Medicine, Ifakara Health Institute (Dar es Salaam, Tansania), Ben Gurion University of the Negev (Beer Sheva, Israel), Centre for Mental Health Law and Policy (Pune, India) sowie die Weltgesundheitsorganisation (Freetown, Sierra Leone).

Quelle: Universitätsklinikum Ulm / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Tansania Israel Indien EU sonstige Länder Vereinigtes Königreich (Großbritannien) Themen: Lebenswissenschaften

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