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Japanisch-deutsche Impulse für Interkulturelle Philosophie

Nishida Kitaro ist der international meist rezipierte japanische Philosoph des 20. Jahrhunderts. Im deutschsprachigen Raum wurde er bisher nicht seiner internationalen Bedeutung gemäß wahrgenommen. Hildesheimer Philosophen wollen dies ändern. Eine internationale Tagung an der Stiftung Universität Hildesheim widmete sich dem Werk des japanischen Denkers – und hob dessen Bedeutung für die Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts hervor.

„Ich lade all diejenigen ein, die gerade Nichts verstehen, dies als Musik zu hören“, sagte Prof. Dr. Rolf Elberfeld vom Institut für Philosophie, der die internationalen Gäste in fließendem Japanisch begrüßte, und gemeinsam mit Dr. Yoko Arisaka die Konferenz an der Stiftung Universität Hildesheim organisiert hat.

Die Domäne Marienburg bot einen besonderen Ort für eine Tagung, die grundlegende Aspekte von Nishidas Philosophie analysierte und im Hinblick auf zukünftige philosophische Perspektiven reflektierte. Rund 60 Forscherinnen und Forscher aus Japan, der USA und Europa folgten zum Auftakt dem Vortrag des japanischen Wissenschaftlers Prof. Dr. Hisao Matsumoro, da erklangen mehrfach Gänselaute. Prof. Matsumoro erfreute sich daran: „Das Ganze und das Einzelne zeigen sich in der Untrennbarkeit voneinander und zugleich aber in der Trennbarkeit voneinander. Wir sitzen in diesem Seminarraum, gleichzeitig nehmen wir unsere Umgebung – die Gänse auf der Wiese – wahr.“ Der Präsident der Nishida-Gesellschaft sprach über Auswirkungen der Dialektik und der „Soku-hi“ Logik, einer ostasiatisch-traditionellen Beschreibungsmethode, auf die Gedankengänge Nishidas. Dem absoluten Nichts, einem Grundbegriff in der Philosophie Nishidas, widmete sich Prof. Dr. Hitoshi Minobe: „Nishida denkt, dass der Grund der Existenz der Dinge absolutes Nichts sei.“

„Das international hochrangig besetzte Symposium ist wichtiger Bestandteil der offiziellen Feiern anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan“, unterstrich Setsuo Kosaka, japanischer Generalkonsul aus Hamburg, und beglückwünschte die Veranstalter zur erfolgreichen Durchführung dieses „großartigen Projekts“.

Die Tagung leiste einen gewichtigen Beitrag dazu, den in Hildesheim aufgebauten Forschungsschwerpunkt interkulturelle Philosophie und die Kooperationen zwischen japanischen und deutschen Philosophen weiterzuentwickeln, so Vizepräsident Prof. Dr. Toni Tholen.

Ein Forschungsband in deutscher Sprache ist in Arbeit, zudem ist geplant, eine Nishida-Forschungsstelle in Hildesheim einzurichten, die sich der Übersetzung seiner Werke in die deutsche Sprache widmet.

Die Tagung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Straniak Stiftung gefördert.

Kontakt
Isa Lange
Tel.: 05121 - 883 - 102
E-Mail: presse(at)uni-hildesheim.de
Web: www.uni-hildesheim.de/index.php

Quelle: Stiftung Universität Hildesheim Redaktion: Länder / Organisationen: Japan USA EU Themen: Geistes- und Sozialwiss.

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