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Kulturerhalt und Naturschutz - Deutsches Archäologisches Institut und Universität Hamburg kooperieren mit Partnern in Jordanien

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Das Deutsche Archäologische Institut führt zusammen mit dem Institut für Archäologie der Universität Hamburg und Partnern vor Ort in Jordanien neuartige Workshops für Kinder durch, die Natur- und Denkmalschutz miteinander verbinden. Die Programme sollen das Bewusstsein für Umwelt und kulturelles Erbe stärken und sowohl in jordanischen Gemeinden wie auch in Lagern für syrische Flüchtlinge angeboten werden.

Entwickelt wurde das Programm von Claudia Bührig, Bauforscherin am Deutschen Archälogischen Institut (DAI), und dem Experimentalarchäologe Frank Andraschko von der Universität Hamburg. Es startete im Frühjahr in Umm Qays, im Norden Jordaniens, direkt an der Grenze zu Syrien. Die Kleinstadt beherbergt die archäologischen Stätten der 2000 Jahre alten hellenistisch-römischen Gadara, wo deutsche Archäologen seit 50 Jahren forschen. Über 200 Schülerinnen und Schüler der örtlichen Grundschule nahmen an einem praktischen hands-on-workshop zum prähistorischen Feuermachen, Bogenschießen und zur Schmuckherstellung teil. Dabei und lernten sie die eigene Geschichte auf völlig neue Art kennen. Ende Oktober luden die deutschen Forscher die Dorfgemeinschaft zum Tag der offenen Ausgrabung ein und berichteten über die Ergebnisse der neuesten Arbeiten.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit den bereits durchgeführten Programmen werden deutsche und jordanische Partner, darunter das Children's Museum of Jordan in Amman, das Gadara ´Umm Qays´ Cultural Forum und die Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN), unterstützt von UNICEF und UNESCO, in den nächsten Jahren ein Bildungsprogramm zur Kulturregion Jordanien und Syrien entwickeln, um jungen Menschen das kulturellen Erbe der Region zu vermitteln. Es wird sowohl in jordanischen Gemeinden wie auch in Lagern für syrische Flüchtlinge angeboten.

Parallel dazu wird im Rahmen der geplanten Sicherung und Konservierung des Westtheaters in Gadara ein Trainingsprogramm für jordanische und syrische Handwerker und junge Erwachsene aufgebaut, in dem traditionelle Steinmetztechniken in einem konkreten Vorhaben vermittelt und eingeübt werden.

Beide Maßnahmen beinhalten nicht nur Vermittlungs- und Ausbildungsaspekte, sondern werden auch in den Aufbau ökotouristischer Angebote einfließen, die bereits von der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) initiiert wurden. Insgesamt soll Gadara/Umm Qays als Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung des kulturellen Erbes und des Naturschutzes dienen.

Karin Bartl von der Orient-Abteilung des DAI, Außenstelle Damaskus, derzeit Amman, hat das Vorhaben mit auf den Weg gebracht: „Ich freue mich, dass unsere archäologischen Forschungen und Erfahrungen Grundlage für dieses neue Kulturvermittlungsprojekt und die restauratorische Fortbildungsmaßnahme sind und denke, dass wir uns damit auf einem guten Weg befinden".

Zum Thema „Capacity Building in Krisenregionen" ist ein ausführliches „Dossier Archäologie" erschienen. In einem Netzwerk verschiedener Akteure aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft koordiniert das Deutsche Archäologische Institut ein Projekt, das kürzlich mit Unterstützung des Auswärtigen Amts angelaufen ist: „Die Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise".

Kontakt

Dr.-Ing. Claudia Bührig
Deutsches Archäologisches Institut
Projekt Gadara/Umm Qays
Tel: +49 30 - 187 711 – 153
E-Mail: Claudia.Buehrig(at)dainst.de 

Dr. Frank Andraschko,
Archäologisches Institut
Universität Hamburg
Tel.: +49 40 - 42838 5901
E-Mail: frank.andraschko(at)uni-hamburg.de

PD Dr. Karin Bartl
Orient-Abteilung
Deutsches Archäologisches Institut
Jordanien
E-Mail: Karin.Bartl(at)dainst.de 

Quelle: Deutsches Archäologisches Institut / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Jordanien Themen: sonstiges / Querschnittsaktivitäten

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