StartseiteAktuellesNachrichtenLuxemburg Schlusslicht in der EU: Anteil an Frauen in der Forschung gering

Luxemburg Schlusslicht in der EU: Anteil an Frauen in der Forschung gering

Aus einer aktuellen, am 28. Juli 2011 erschienenen Studie des Ceps (Centre d’études de populations, de pauvreté et de politiques socio-économiques) über die Jahre 2000 und 2007 geht hervor, dass der Anteil der Frauen in der Forschung in Luxemburg sehr gering ist, vor allem im privaten Sektor und an den Hochschulen. Damit bildet Luxemburg das Schlusslicht in der EU.

Einer Studie des Ceps (Centre d’études de populations, de pauvreté et de politiques socio-économiques) zufolge ist der Anteil der Frauen unter den Forschern in Luxemburg im EU-Vergleich sehr gering. Die Feststellung gilt vor allem für den privaten Sektor und die Hochschulen. In diesen Bereichen war Luxemburg im Jahr 2007, mit lediglich elf Prozent im Privatsektor beziehungsweise 25 Prozent im Hochschulwesen, das Schlusslicht in der EU. Den höchsten Frauenanteil an Forschern hatte der Staat mit 36 Prozent. Dieser stelle jedoch vor allem junge und ausländische Forscherinnen im Bereich der Ingenieurswissenschaften ein, die nicht promoviert seien, so Ceps. Doch auch mit diesem Anteil liegt Luxemburg noch weit hinter dem Spitzenreiter Estland, der einen Anteil von 60 Prozent an Forscherinnen beim Staat aufweisen kann.

Alter, Ausbildungsniveau, Herkunft und Forschungsgebiet entscheidend

In der Studie des Ceps wurden drei Bereiche getrennt analysiert: der öffentliche Dienst (z.B. die Forschungszentren, das Ceps oder die Zentralbank), das Hochschulwesen und der private Sektor. Hauptsächlich vier Faktoren spielen beim Anteil der Frauen eine Rolle:

• Alter,
• Ausbildungsniveau,
• Herkunft und
• Forschungsgebiet.

Für alle untersuchten Länder gelte, je jünger die Wissenschaftler desto höher der Anteil an Frauen. Entscheidend sei ebenfalls der Studienabschluss der Wissenschaftler. Es gebe mehr Forscherinnen ohne Doktortitel als mit. Eine Ausnahme dieser Regel stelle Italien dar. Auch sei dies nicht der Fall im öffentlichen Dienst Luxemburgs, wo der Anteil von promovierten und nicht promovierten Mitarbeitern etwa gleich groß ist. Die Herkunft der Menschen scheint ebenfalls ihre Wahl für einen Forscherberuf zu beeinflussen. In fast allen EU-Ländern liegt der Anteil an ausländischen Forscherinnen unter dem der einheimischen. Aber auch in diesem Fall bildet Luxemburg wieder eine Ausnahme, und zwar wiederum im Staatsdienst, eine Besonderheit, die es mit Bulgarien gemeinsam hat.

Luxemburg auf ausländische Forscher angewiesen

Während es in der restlichen EU die Forscherinnen nicht sonderlich in ein anderes Land zieht, scheinen die Bedingungen in Luxemburg bevorzugt Grenzgängerinnen anzulocken. Hierzu ist der Studie nach anzumerken, dass das Stellenangebot in der Forschung, genauso wie das des weiteren Arbeitsmarktes, eine große Zahl von ausländischen Bewerbern anziehe, ohne die ein Wachstum der luxemburgischen Forschung nicht denkbar wäre.

Bei dieser Nachricht handelt es sich um eine leicht gekürzte und geringfügig modifizierte Version einer Pressmitteilung des luxemburgischen Tageblatts vom 1. August 2011.

Quelle: Luxemburgisches Tageblatt Redaktion: von DLR PT Länder / Organisationen: Luxemburg Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen Fachkräfte Geistes- und Sozialwiss. Innovation

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