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Mit 3D in der Medizin effizienter arbeiten

Die deutschen Universitäten sind in Sachen Forschung stark engagiert. Auf der MEDICA 2011 präsentierte sich unter anderem die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zusammen mit dem angegliederten Zentralinstitut für Medizintechnik.

Im nördlichen Teil Bayerns liegt eine Stadt, in der die Medizintechnik schon seit vielen Jahren tief verwurzelt ist: Erlangen. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und das dazugehörige Zentralinstitut für Medizintechnik (ZiMT) greifen diese Tradition in ihrer Forschung auf und treiben sie immer weiter voran.

"Wir freuen uns sehr, dass wir nicht nur von der Stadt Erlangen Unterstützung bekommen", sagt Doktor Kurt Höller, Geschäftsführer des ZiMT. "Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert unsere Arbeit. Deswegen sind wir auf der MEDICA auch an dessen Stand vertreten." Hintergrund ist eine Themenkampagne zur internationalen Vermarktung der Medizintechnikforschung, die vom Bundesministerium ausgeschrieben wurde.

Die FAU und das ZiMT wollen ihren Forschungshorizont international ausweiten und arbeiten derzeit an engen Partnerschaften mit der Johns Hopkins Universität sowie der Standford Universität an der amerikanischen Ost- und Westküste. "Ziel ist es, neben Delegationsreisen und Workshops, auch einen geregelten Studentenaustausch sowie eine Graduiertenschule aufzubauen. Denn dann können wir unsere Forschung im medizintechnischen Bereich noch weiter ausbauen und spezifizieren", erklärt Höller.

Die zeitliche Rekonstruktion eines schlagenden Herzens stellt einen Aspekt der Forschungstätigkeiten dar. Mittels CT kann bislang nur ein verzerrtes Bild eines schlagenden Schweineherzens erzeugt werden, da die Abbildungszeit oft mehrere Herzschläge und somit auch Bewegungen einschließt. Die für aussagekräftige CT-Aufnahmen notwendige Ruheposition ist nicht gegeben. "Wir arbeiten derzeit an der Erforschung eines Verfahrens, das es ermöglicht, viele Aufnahmen aus verschiedenen Zeitpunkten zu einer hochauflösenden plastischen 3-D-Ansicht zusammenzusetzen", sagt Höller. Damit wäre eine Betrachtung des Herzens aus allen Perspektiven möglich, was die Diagnose-Zuverlässigkeit sowie die Effizienz klinischer Entscheidungsprozesse steigern würde.

Die 3-D-Bildgebung soll auch bei operativen Eingriffen eine Optimierung herbeiführen. Mithilfe der sogenannten Time-of-Flight 3-D-Endoskopie erforschen Höller und seine Kollegen, wie die 3-D-Wahrnehmung in der minimalinvasiven Chirurgie wiederhergestellt werden kann. Die dreidimensionale Darstellung ermöglicht es dem Chirurgen, rechtzeitig zu erkennen, wenn das Endoskop beispielsweise dabei ist, mit einer Gefäßwand oder anderen Operationsutensilien zu kollidieren.

Autor: Nadine Lormis

Quelle: Medica.de Redaktion: von , DLR Projektträger, Europäische und internationale Länder / Organisationen: Deutschland Themen: Lebenswissenschaften

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