StartseiteAktuellesNachrichtenNeue Forschungsgruppe legt Fokus auf China im globalen Wissenschaftssystem

Neue Forschungsgruppe legt Fokus auf China im globalen Wissenschaftssystem

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Die Volksrepublik China (VR China) hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen beispiellosen Aufstieg im globalen Wissenschaftssystem vollzogen. Welche Rolle spielen das autoritäre politische Regime und gesellschaftliche Werte für die Wissenschaft im heutigen China und auf internationaler Ebene? Eine neue interdisziplinäre Forschungsgruppe wird solche Fragen in den Mittelpunkt stellen.

Die Lise-Meitner-Forschungsgruppe „China in the Global System of Science“ am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) wird von Dr. Anna L. Ahlers geleitet, die bereits umfassend zum politischen System der VR China publiziert hat. In den vergangenen fünf Jahren war sie Professorin für moderne chinesische Gesellschaft und Politik an der Universität Oslo, Norwegen. Die Forschenden der Gruppe werden Sichtweisen auf Wissenschaft in der Gesellschaft und die derzeitige Wissenschaftspolitik in China untersuchen. Sie werden sich mit Steuerung und Handlungsfreiheit in der chinesischen Wissenschaft und in der internationalen Zusammenarbeit befassen und das Zusammenspiel gesellschaftlicher Werte und ethischer Prinzipien mit wissenschaftlichen Standards und Praktiken untersuchen. Die Forschungsgruppe ist Teil des Lise-Meitner-Exzellenzprogramms, das außergewöhnlich qualifizierten Forscherinnen die unabhängige Entwicklung eines Forschungsprogramms über fünf Jahre ermöglicht.

Die politische Führung Chinas fordert seit der Jahrtausendwende eine massive Steigerung wissenschaftlicher Beiträge und formuliert klar und mit zunehmender Intensität ihr Bestreben, China als Wissenschaftsmacht auf einen Spitzenplatz zu führen. Das Land ist heute der weltweit größte Produzent von wissenschaftlichen Artikeln, steckt sehr viel Geld in die Finanzierung von Forschung im In- und Ausland und macht aufgrund der bahnbrechenden und manchmal recht umstrittenen Entdeckungen und Methoden seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer wieder weltweit Schlagzeilen.

Um eine Vorstellung von der Komplexität der Beziehung zwischen Wissenschaft und Politik im heutigen China zu bekommen, brauchen Sie nur an den Beginn der COVID-19-Pandemie zu denken“, so Ahlers. „Während öffentliche Informationen politisch unterdrückt wurden, kommunizierten Forscherinnen und Forscher mit ihren Kolleginnen und Kollegen und tauschten über etablierte globale wissenschaftliche Kanäle wertvolle Daten aus.“ Die Gruppe wird sich mit solchen Entwicklungen zwischen Politik und Wissenschaft in China auseinandersetzen. „Wir wollen die vielen Facetten des beeindruckenden Aufstiegs Chinas im Wissenschaftssystem der letzten Jahrzehnte erforschen, sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht, sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene und in seinen globalen Dimensionen“, fügt Ahlers hinzu.

Quelle: Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte via IDW Nachrichten Redaktion: von Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: China Themen: Ethik, Recht, Gesellschaft Geistes- und Sozialwiss. sonstiges / Querschnittsaktivitäten

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