StartseiteAktuellesNachrichtenNeues europaweites Bürgerforschungsprojekt zu Schlüsselblumen

Neues europaweites Bürgerforschungsprojekt zu Schlüsselblumen

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

In ganz Europa rufen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Bevölkerung dazu auf, an einem groß angelegten Forschungsprojekt zur Echten Schlüsselblume teilzunehmen. Ziel ist es, mehr über den aktuellen Bestand und die Lebensbedingungen der geschützten Art zu erfahren.

Das Prinzip ist einfach: Interessierte Bürgerinnen und Bürger müssen nur die Pflanzen in ihrer naturnahen Umgebung suchen, bestimmte Merkmale der Blüten notieren und ihre Beobachtungen dann in eine digitale Datenbank eintragen. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) koordiniert den deutschsprachigen Bereich der Studie.

Echte Schlüsselblumen wachsen auf Wiesen, an Waldrändern und am Straßenrand. Besonders interessiert sind die Forschenden an einem speziellen Blütenmerkmal: Etwa die Hälfte der Pflanzen hat kurze weibliche Blütenorgane, die andere Hälfte hat lange weibliche Blütenorgane. Schlüsselblumen können sich nur dann fortpflanzen, wenn Pollen zwischen den beiden Typen ausgetauscht wird. Neue Studien haben Träger zufolge gezeigt, dass das Gleichgeweicht zwischen den beiden Typen jedoch durch verschiedene Einflüsse gestört werden kann. Das könnte auch Folgen für die Fortpflanzung der Art haben.

Spezielle Vorkenntnisse sind für die Teilnahme nicht nötig. Allerdings sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darauf achten, dass die Pflanzen nicht gepflückt oder ihre Habitate beschädigt werden dürfen, da die Echte Schlüsselblume in Deutschland unter Schutz steht.

Der Vorläufer des europaweiten Projekts wurde 2019 in Estland gestartet. Seitdem sind über 400.000 Beobachtungen bei den Forschenden eingegangen. Projektkoordinatoren Dr. Tsipe Aavik von der Universität Tartu in Estland berichtet:

"Seit Beginn der Covid19-Pandemie haben besonders viele Familien an unserem Projekt teilgenommen. Es ist eine beliebte Aktivität, die so gut wie überall möglich ist."

Für dieses Jahr sind die ersten Beobachtungen aus Süd- und Westeuropa bereits in vollem Gang. 

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg/ IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Estland EU Themen: Lebenswissenschaften Umwelt u. Nachhaltigkeit

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