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SciDev.Net: Wissenschaftliche Journals erleichtern Zugang für Forschende aus dem Globalen Süden

Berichterstattung weltweit

Im Zuge der COVID-19-Pandemie hat die Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Ländern des Globalen Südens verstärkt an Aufmerksamkeit gewonnen. Allerdings ist der Zugang zu Fachzeitschriften, um ihre Ergebnisse zu veröffentlichen, für viele der Forschenden beschränkt. SciDev.Net berichtet über Initiativen von Journals und Verlagen, Forschenden aus dem Globalen Süden bessere Publikationsmöglichkeiten zu bieten.

Die weltweiten Reisebeschränkungen im Zuge der COVID-19-Pandemie zeigen erste Auswirkungen auf internationale Publikationsaktivitäten: Durch das Coronavirus seien mehr Veröffentlichungen aus Ländern des Globalen Südens zu verzeichnen. Grund dafür sei, dass die Feldforschung, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Industrienationen normalerweise in den entsprechenden Ländern durchführen, derzeit erschwert werde. Das berichtet das Magazin SciDev.Net.

Die Unterbrechung einiger Forschungsprogramme biete nun die Möglichkeit, intensivere und gleichberechtigte Formen der Zusammenarbeit zwischen Forschenden aus Industrienationen und aus dem Globalen Süden zu entwickeln, so SciDev.Net unter Berufung auf ein Online-Seminar des Oxford Forum on Research for Development (OX4RD).

Siân Harris, Kommunikationsspezialistin im International Network for Advancing Science and Policy (INASP), einer auf Forschung ausgerichteten internationalen Entwicklungsorganisation, erklärte gegenüber SciDev.Net, dass die Anerkennung des Fachwissens von Forschenden aus aller Welt wichtig sei, um sowohl globale als auch lokale Herausforderungen anzugehen. Peter Green, Geschäftsführer des Wissenschaftsnachrichtendienstes AlphaGalileo, ergänzt:

"Research by African institutions is conspicuous by its almost complete absence in Western media. Research about Africa is carried by AlphaGalileo, but it is always undertaken by organisations based outside Africa."

Green zufolge habe AlphaGalileo daher bereits die Gebühren für akademische Einrichtungen aus Afrika gesenkt und Nachrichten aus afrikanischen peer-reviewed Journals kostenlos veröffentlicht. Einen ähnlichen Ansatz habe The Lancet, eine der weltweit führenden medizinischen Fachzeitschriften, angekündigt. Die Zeitschrift plane, so SciDev.Net, eine Reihe von regionalen Open-Access-Titeln unter dem Namen "The Lancet Regional Health", in denen Publizierende, die ihre Fördergelder aus wirtschaftlich schwachen Ländern erhalten, keine Veröffentlichungsgebühren für Artikel entrichten müssten.

INASP-Kommunikationsexpertin Harris bestätigt, dass es in Ländern des Globalen Südens eine breite Unterstützung für den offenen Zugang zur Forschung gibt. Viele Zeitschriften veröffentlichten Artikel als Open Access, wodurch sie frei und dauerhaft zugänglich sind, während die Autorinnen und Autoren das Urheberrecht behalten. Bislang seien neue Modelle für Fachzeitschriften und Plattformen für Forschungspublikationen, die in einigen Entwicklungsländern entstehen, von der europäischen und US-amerikanischen Wissenschaftspolitik allerdings vernachlässigt worden. Bestehende Journals mit Fokus auf lokale Gemeinschaften spielten bereits eine wichtige Rolle bei der Kommunikation von Forschung in den jeweiligen Ländern. Für die Zukunft sei jedoch entscheidend, so Harris weiter, dass Forschung aus dem Globalen Süden auch darüber hinaus sichtbarer werde und mehr Vertrauen genieße – und dies erfordere Zugang zu internationalen Fachzeitschriften.

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Quelle: SciDev.Net Redaktion: von Anna März, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Global Themen: sonstiges / Querschnittsaktivitäten

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