StartseiteAktuellesNachrichtenSRIP-Report 2022: EU legt neuen Leistungsbericht zu Forschung und Innovation vor

SRIP-Report 2022: EU legt neuen Leistungsbericht zu Forschung und Innovation vor

Berichterstattung weltweit

Am 12. Juli hat die Europäische Kommission mit einer Online-Veranstaltung den neuesten Bericht über die Leistung der EU in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Innovation vorgestellt.

Unter dem Titel "Aufbau einer nachhaltigen Zukunft in unsicheren Zeiten" hat die EU-Kommission den Science, Research and Innovation Performance (SRIP) Report 2022 veröffentlicht. Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht zur Leistungsfähigkeit von Wissenschaft, Forschung und Innovation analysiert die Innovationsleistung der EU in einem globalen Kontext. Der Bericht zeigt, dass die Europäische Union bei der wissenschaftlichen Produktion und beim technologischen Output im globalen Wettbewerb nach wie vor ein starker Akteur ist. Sie repräsentiert zwar nur 6 Prozent der Weltbevölkerung, verantwortet aber etwa 18 Prozent der weltweiten Investitionen in Forschung und Innovation sowie 21 Prozent der weltweit meistzitierten wissenschaftlichen Veröffentlichungen. In Hinsicht auf den technologischen Output ist die EU mit 23 Prozent der gesamten Patentanmeldungen weltweit führend im Bereich Klima, leistet aber auch in anderen Bereichen, wie z. B. Bioökonomie (23 Prozent) und Gesundheit (17 Prozent) einen wichtigen Beitrag. Diese Positionen sind jedoch gefährdet, da die wichtigsten Handelspartner der EU ihre Innovationsleistungen in den letzten Jahren verbessert und ausgebaut haben.

In dem Bericht wird argumentiert, dass es für die Verbesserung der Innovationskapazität in der EU neuen Schwung brauche, um seit Langem bestehende Probleme angehen zu können – z. B. Defizite beim Zugang zu Finanzmitteln, innovationsfeindliche Rahmenbedingungen, die anhaltende Kluft zwischen leistungsstarken Unternehmen und Nachzüglern sowie die Schwierigkeiten beim Anwerben und Halten von Talenten. Ein weiteres Ergebnis des Berichts ist, dass Europa seine Bereitschaft verstärken muss, auf neue, unerwartete Herausforderungen schnell und angemessen zu reagieren. Dies habe sowohl die Corona-Pandemie als auch der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine verdeutlicht. In diesem Zusammenhang zeigt der SRIP-Report Wege auf, wie die Forschungs- und Innovationspolitik zum Aufbau eines integrativen, nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und widerstandsfähigen Europas beitragen kann. In dem Bericht werden dazu folgende politische Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Förderung einer grünen und digitalen Wirtschaft;
  • Resilienz durch sichere Volkswirtschaften, diversifizierte Lieferketten und Wissen, das zur Bewältigung künftiger Herausforderungen beiträgt;
  • Mehr Investitionen in Menschen, Unternehmen und Institutionen, um Lösungen für bestehende Herausforderungen zu finden;
  • Europaweiter Aufbau von Kompetenzen und Wissen durch Vernetzung von Einzelpersonen und Organisationen, das europäische Innovationssystem zu stärken;
  • Schaffung geeigneter institutioneller und finanzieller Rahmenbedingungen.

Diese Herausforderungen werden auch von der kürzlich vorgestellten Neuen Europäische Innovationsagenda adressiert.

Zum Nachlesen

Quelle: Europäische Kommission, Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi) Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Förderung Innovation

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