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Start der Studienplatzvergabe in Frankreich mit Nachbesserungen

Berichterstattung weltweit

Nach einer Reform der Studienplatzvergabe im vergangenen Jahr, können sich Abiturienten ab 22. Januar wieder bewerben. Das Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Innovation hat das neue Verfahren nach dem ersten Durchlauf überarbeitet.

Ab 22. Januar 2019 können sich Abiturientinnen und Abiturienten über die letztes Jahr neu strukturierte Vergabe-Plattform „Parcoursup“ für einen Studienplatz in einem von über 14.000 Studiengängen bewerben. Das entspricht etwa 85 Prozent aller Studienplätze und über 800.000 Abiturienten oder Studierende, die den Studiengang wechseln möchten, registrieren sich dort. Die Reform erfolgte aufgrund steigender Studierendenzahlen und Verteilungsproblemen bei der Vergabe von Studienplätzen und wurde von nicht unerheblichen Studierendenprotesten begleitet.

Wie das MESRI nun mitteilte, wurden bei Parcoursup auf Basis der ersten Erfahrungen nun Nachbesserungen vorgenommen um das Bewerbungsverfahren zu verbessern:

  • Die Bekanntgabe der Auswahl-Ergebnisse erfolgt eine Woche früher, am 15. statt 22. Mai und die Bewerberinnen und Bewerber müssen sich schneller für oder gegen einen angebotenen Studienplatz entscheiden. Auch soll es bei einer Zusage die Möglichkeit für eine Art „automatische Antwort“ durch Parcoursup geben, wenn Kandidaten bereits im Vorfeld sicher sind, dass sie einen bestimmten Platz im Fall einer Zusage annehmen. 2018 mussten viele Abiturienten auf Wartelisten zu lange auf frei werdende Studienplätze warten. Kam dann doch die Zusage, gab es Schwierigkeiten, zum Beispiel noch eine Unterkunft am Studienort zu finden.
  • Die begleitende Beratung der Abiturienten in Form von Orientierungswochen und regionalen oder lokalen Studienberatern wird weiter verstärkt. Dahinter stehen die hohen Abbrecherquoten in den grundständigen Studiengängen, die insbesondere darauf zurückgeführt werden, dass Abiturienten Unterstützung benötigen, um einzuschätzen, was in einem bestimmten Studiengang erwartet wird und inwiefern sie geeignet sind. Seit letztem Jahr müssen die Hochschulen dafür auch Qualifikationskriterien für ihre Studiengänge definieren.
  • Alle Studiengänge haben einen Behinderten-Beauftragten benannt. Bewerber mit Behinderung können bei Bedarf zudem vorab ihre besonderen Bedürfnisse mitteilen.
  • Wer überall eine Absage erhält, weil er sich ausschließlich auf selektive Studiengänge beworben hat, kann eine persönliche bzw. Gruppen-Beratung für das weitere Verfahren in Anspruch nehmen. 2018 hatte dies 29.000 Personen betroffen.
  • In Paris und Umgebung werden die Quoten-Plätze ab diesem Jahr nicht mehr nach Wohnort in den Bildungsregionen (Académies) Versailles, Créteil et Paris vergeben, sondern nach der Region Île-de-France. Damit sollen auch Abiturienten aus den Pariser Vororten gute Chancen haben, an einer der zahlreichen Pariser Universitäten zu studieren. Bisher gab es wie im restlichen Frankreich eine bevorzugte Platzvergabe nur an Bewerber aus der jeweiligen Académie.

Ab 2019 werden auch Ausbildungsplätze für Pflegeberufe und für Sozialarbeit, die an insgesamt 500 dafür spezialisierten (Hoch-)Schulen angeboten werden, über Parcoursup verteilt.

Deutsche Interessentinnen und Interessenten informiert und unterstützt die Internationalisierungsagentur Campus France beim Anmeldungsverfahren.

Zum Nachlesen

Quelle: MESRI Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen

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