StartseiteAktuellesNachrichtenStartschuss für den Aufbau wissenschaftlicher Kapazitäten zwischen der EU und Afrika: Doppelter SKA-Standort bekannt gegeben

Startschuss für den Aufbau wissenschaftlicher Kapazitäten zwischen der EU und Afrika: Doppelter SKA-Standort bekannt gegeben

Europäische und afrikanische Akteure aus dem Bereich der Radioastronomie trafen sich am 29. Mai in Brüssel, Belgien, um Forschungsfördermöglichkeiten zu besprechen. In derselben Woche wurde bekannt, dass zwei der drei Empfänger des Square-Kilometer-Array (SKA)-Radioteleskops im südlichen Afrika gebaut werden sollen.

Die lange und mit Spannung erwartete Entscheidung des Beratungsausschusses des SKA-Standorts (SKA-Site Advisory Committee, SSAC) folgt neun Jahren Arbeit durch Standortanbieter aus dem südlichen Afrika sowie aus Australien und Neuseeland.

Basierend auf einer objektiven technischen und wissenschaftlichen Bewertung der beiden möglichen Standorte entschied sich der SSAC, dass Afrika am besten platziert ist, um das SKA zu beherbergen, das etwa 50 bis 100-mal empfindlicher sein wird, als jedes andere derzeit betriebene Radioteleskop. Allerdings ist Australien nicht ganz aus dem Sinn - die SKA-Organisation baut auch dort eine der drei Komponenten des SKA-Empfängers. Südafrika wird zusammen mit seinen acht afrikanischen SKA-Partnerländern (Botswana, Ghana, Kenia, Madagaskar, Mauritius, Mosambik, Namibia und Sambia) die beiden anderen beherbergen: ein Mittelfrequenz Schüssel-Array und ein Dense-Aperture-Array.

Obwohl die Entscheidung, das SKA über mehrere Ausschreibungsstandorte aufzuteilen, unerwartet kommt - von Anfang an wurde nach einem einzigen Standort gesucht - spiegeln die Standorte im südlichen Afrika und in Australien das hohe Niveau der Arbeiten der beiden Ausschreibungsteams wider.

Radioastronomie gilt als eine der Disziplinen mit dem spannendsten Potenzial für den Aufbau der wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten Afrikas und ist auch ein Bereich mit einer großen strategischen Bedeutung für die Zukunft der Forschung in Europa. Vor diesem Hintergrund hat eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten des Europäischen Parlaments (MdEP) sich für die Stärkung der afrikanisch-europäischen Partnerschaften im Bereich der Radioastronomie eingesetzt, indem sie das südafrikanische SKA-Gebot unterstützten und die "Schriftliche Erklärung über den Aufbau wissenschaftlicher Kapazitäten in Afrika: Förderung von Partnerschaften zwischen der EU und Afrika im Bereich der Radioastronomie" auf den Tisch brachten, die im März 2012 verabschiedet wurde.

Fünf Abgeordnete verfochten die schriftliche Erklärung 45/2011: Der polnische Abgeordnete Filip Kaczmarek von der Europäischen Volkspartei (EVP); Miguel Angel Martínez Martínez und Teresa Riera Madurell, beides spanische Abgeordnete aus der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S & D); die britische Europaabgeordnete Fiona Hall von der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) und die niederländische Abgeordnete Judith Sargentini von der Fraktion der Grünen / Europäische Freie Allianz.

Das Ziel des Workshops in Brüssel am 29. Mai war es, an die Verabschiedung der schriftlichen Erklärung anzuschließen und Fördermöglichkeiten für afrikanisch-europäische Partnerschaften im Bereich der Radioastronomie zu präsentieren. Mitglieder des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank sowie führende afrikanische und europäische Radioastronomen und Vertreter aus der Industrie kamen zusammen, um über die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in der Radioastronomie zwischen Afrika und Europa zu diskutieren.

Das Treffen endete mit einer Diskussion über die notwendigen nächsten Schritte, um eine zweckgebundene, afrikanisch-europäische Radioastronomie Plattform (AERAP) zur Verbesserung der Zusammenarbeit voll zu etablieren. Die AERAP wird einen Rahmen für die Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Wissenschaft auf beiden Kontinenten bieten, um die Zusammenarbeit über das breite Spektrum der wissenschaftlichen Disziplinen und technischen Gebiete hinweg in die Wege zu leiten, die als wesentlich für die Zukunft der Radioastronomie in Afrika und Europa sein wird. Die Nutzung der Zusammenarbeit in der Radioastronomie als ein Instrument, um wissenschaftliche Entdeckungen voranzubringen, um den Wissenstransfer und Bildung zu verbessern, und um die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit in Afrika und Europa zu fördern, sind Ziele dieser Plattform.

Professor Luis Magalhães, Co-Vorsitzender der gemeinsamen Expertengruppe der Partnerschaft zwischen der EU und Afrika in den Bereichen Wissenschaft, Informationsgesellschaft und Raumfahrt, sagte: "Die Zusammenarbeit in der Radioastronomie ist sehr interessant für Europa und Afrika. Es geht um Wissenschaft, Technologie und Kommunikationsaspekte. Sie ist für die Partnerschaft zwischen der EU und Afrika in den Bereichen Wissenschaft, Informationsgesellschaft und Raumfahrt relevant, da sie alle ihre Komponenten berührt. Sie verfügt über wichtige wirtschaftliche und soziale Vorteile, die im gegenseitigen Interesse beider Kontinente liegen."

Quelle: CORDIS Redaktion: Länder / Organisationen: Australien Neuseeland sonstige Länder Ghana Namibia Kenia Themen: Information u. Kommunikation Infrastruktur Grundlagenforschung

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