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Technologietransfer: Französische SATT nur teilweise erfolgreich

Berichterstattung weltweit

Die französischen Gesellschaften zur Beschleunigung des Technologietransfers SATT haben laut einem aktuellen Bericht des Senats insbesondere Schwierigkeiten, wirtschaftlich rentabel zu arbeiten.

Die SATT (Sociétés d'accélération de transfert de technologies) wurden 2010 vom Staat im Rahmen des Investitionsprogramms PIA (Programme d’investissements d’avenir) ins Leben gerufen. Die privatrechtlichen Gesellschaften finanzieren die Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Entdeckungen hin zu marktreifen Technologien oder Produkten. Dafür steht ihnen für zehn Jahre ein Gesamtbudget von 856 Millionen Euro zur Verfügung. Danach sollen sich die Strukturen selbst tragen.

Der parteilose Senator Philippe Adnot hat die SATT nun für den Finanzausschuss des Senats untersucht. Wie er berichtet, funktionierten nach teilweise sehr langen Anlaufzeiten alle der landesweit verteilten 14 Gesellschaften mit insgesamt 800 Mitarbeitern. Sie seien jedoch so unterschiedlich, dass ein Vergleich schwierig sei. Im Großen und Ganzen erfüllten sie zwar ihre Aufgabe, Technologien weiterzuentwickeln und Proofs of Concept durchzuführen: 2012 bis 2016 wurden 1.388 Projekte mit 215 Millionen Euro gefördert. Eingenommen haben die SATT dem gegenüber jedoch nur 82,5 Millionen Euro und davon nur 15 Millionen Euro in ihrem Kerngeschäft Technologietransfer. Und da auch Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen weiterhin aktiv in diesem Feld sind, seien die SATT nicht wie geplant die einzige Anlaufstelle für die Verwertung von Forschungsergebnissen. Auch erfüllten nicht alle SATT die Vorgaben, sehr gut in Wirtschaft und Gesellschaft integriert zu sein, einen starken Präsidenten zu haben und die Unternehmenskulturen sehr gut zu kennen. Zudem seien die Prozesse teilweise zu komplex und schwerfällig.

Aus diesen Gründen sei klar, dass die SATT das ursprünglich ausgegebene Ziel, sich zehn Jahre nach ihrer Gründung selbst zu tragen, nicht erreichen werden. Adnot schlussfolgert, dass es zwar „lobenswert“ gewesen sei, die öffentlichen Forschungsergebnisse überall in Frankreich verwerten zu wollen, dass man das SATT-Konzept aber besser in einigen ausgewählten, besonders vielversprechenden Bereichen hätte testen sollen oder diese Aufgabe bereits gut etablierten Verwertungsstrukturen innerhalb der Hochschul- und Forschungseinrichtungen hätte übertragen sollen, statt neue zu gründen. Ein gutes Beispiel dafür sei die erfolgreiche gemeinsame Verwertungsstelle der Hochschul- und Forschungseinrichtungen in der Normandie, der einzigen Region, in der es neben den Übersee-Gebieten keine SATT gibt. Zumal vor der Gründung der SATT nicht erhoben wurde, welche Angebote es bereits gibt. Die Fortführung sei nach Ablauf der zehn Jahre ungewiss, da zusätzlich bereit gestellte Fördermittel in Höhe von 200 Millionen Euro im Rahmen der dritten Ausgabe des PIA nur für die leistungsstärksten unter ihnen vorgesehen seien.

Der Bericht formuliert weiterhin zahlreiche Empfehlungen. Insbesondere sollte(n):

  • die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser und kontinuierlich in die einzelnen Schritte des Verwertungsprozesses eingebunden werden
  • die nationale Steuerung durch einheitliche Datenlage der SATT-Aktivitäten verstärkt werden
  • die SATT sich untereinander für Synergien und den Austausch von guter Praxis stärker vernetzen
  • Unternehmen von Beginn an in die Projektreifung einbezogen werden („Co-maturation“)
  • Wirtschaftsvertreter/-innen in die Verwaltungsräte der SATT berufen werden (dies ist bisher in den Statuten nicht vorgesehen)
  • perspektivisch nicht rentable SATT aufgelöst werden.
Quelle: Les pôles de compétitivité Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Strategie und Rahmenbedingungen Wirtschaft, Märkte

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