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Thailand steigert Ausgaben für Forschung und Entwicklung schneller als geplant

Berichterstattung weltweit

Das Nationale Politikbüro für Wissenschaft, Technologie und Innovation Thailands hat bekanntgegeben, dass der öffentliche und private Sektor in Thailand im Jahr 2017 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aufgewendet haben. Damit konnte die Zielmarke ein Jahr früher als geplant erreicht werden.

Thailand hat die selbstgesteckten Ziele hinsichtlich der FuE-Ausgaben schneller erreicht als erwartet. Das berichtet die Bangkok Post unter Berufung auf Zahlen des National Science Technology and Innovation Policy Office (STI). Demnach seien im Jahr 2017 insgesamt rund 155,14 Mio. Baht (umgerechnet knapp 4 Mio. Euro zum Stichtag 1.1.2018) für Forschung und Entwicklung aufgewendet worden. Das entspricht einem Anteil von 1 Prozent am BIP und einem Anstieg um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere im Privatsektor sind die Ausgaben stark gestiegen – um 50 Prozent auf umgerechnet rund 3,17 Mio. Euro, was einem Anteil von 80 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht. Die öffentliche Hand hat knapp 800.000 Euro beigetragen.

STI-Generalsekretär Dr. Kitipong Promwong nennt zwei Hauptgründe für den schnellen Anstieg: Zum einen habe sich bei Unternehmen ein stärkeres Bewusstsein über die Relevanz von Forschung und Entwicklung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit gebildet; zum anderen habe die Regierung Anreize für Investitionen des Privatsektors gesetzt – unter anderem durch Förderungen für KMU und Start-ups mit innovativen Geschäftsideen, gezielte FuE-Projektförderung durch das Thailand Board of Investment (BOI) und die Schaffung günstiger Finanzierungsbedingungen für private Investoren. Die FuE-stärksten Sektoren seien die Automobilindustrie, die Lebensmittelindustrie und die Mineralölindustrie, darüber hinaus der Finanzsektor sowie Groß- und Einzelhandel.

Mittel- und langfristig strebt das STI weitere Erhöhungen der FuE-Ausgaben am BIP an. 2021 sollen sie bei 1,5 Prozent liegen, 2026 bei 2 Prozent. Dazu hat das Politikbüro eine Personalstrategie entwickelt, die auf drei Aspekten fußt: Build, Buy, Borrow.

  • Build: Es sollen neue Fachkräfte in fünf Schlüsselbereichen aufgebaut werden: Biokraftstoffe und biochemische Industrie; Digitales; Luftfahrt und Logistik; Medizin; Industrierobotik für die Fertigung.
  • Buy: Es sollen finanzielle Anreize für akademisch Ausgebildete gesetzt werden, um im öffentlichen Sektor zu arbeiten. Außerdem werden private Unternehmen beim Erwerb von Forschungsinfrastruktur gefördert.
  • Borrow: Es soll ein Austausch von Personal zwischen öffentlichem und Privatsektor stattfinden. Durch Anreize von Regierungsorganisationen wie dem BOI sollen darüber hinaus Fachkräfte und Wissenschaftler aus dem Ausland angeworben werden, um den Technologietransfer nach Thailand voranzutreiben.

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Quelle: Bangkok Post Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Thailand Themen: Fachkräfte Strategie und Rahmenbedingungen

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