StartseiteAktuellesNachrichtenTransatlatisches Hightech-Teleskop soll die Rätsel des Weltalls ergründen

Transatlatisches Hightech-Teleskop soll die Rätsel des Weltalls ergründen

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Kölner, Bonner, amerikanische und kanadische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen als Konsortium das neuartige Teleskop CCAT-prime auf 5600 Meter Höhe in der chilenischen Atacama-Wüste. Ein deutsches Unternehmen fertigt das Teleskop.

Um mit dem Cerro Chajnantor Atacama Telescope (CCAT-prime) eines der modernsten und leistungsfähigsten Teleskope zu entwickeln, zu bauen und zu betreiben haben sich Forschende aus den USA, Deutschland und Kanada unter der Federführung der Cornell University zu einem Konsortium namens CCAT zusammengeschlossen. Aus Deutschland sind Forscher der Universitäten Köln und Bonn beteiligt; Forschergruppen am Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching und an der Ludwig-Maximilians Universität, München, wollen dem Konsortium in Kürze beitreten.

Noch in diesem Jahr startet der Bau des CCAT-prime, benannt nach seinem Standort in der chilenischen Atacama-Wüste. Das Teleskop ist auf etwa 5600 Meter Höhe das weltweit höchst gelegene Teleskop seiner Art. Es hat einen Durchmesser von sechs Metern und soll im Jahr 2021 fertig gestellt sein. Das Duisburger Unternehmen Vertex Antennentechnik GmbH fertigt das Teleskop, das wegen seines innovativen optischen Designs und von seinem extrem hohen Standort aus mit bisher unerreichter Empfindlichkeit ins All blicken kann.

Mit dem Teleskop wollen die Forscherinnen und Forscher die Fragen der Entstehung von Sternen, Galaxien und dem Ursprung des Weltalls ergründen. Das Teleskop, das knapp unterhalb des Gipfels des Cerro Chajnantor stehen wird, erlaubt im Verlauf des Jahres die Beobachtung fast des gesamten nördlichen und südlichen Himmels. Es nimmt Strahlung im Übergangsbereich zwischen Infrarot- und Radiostrahlung - im Millimeter- und Submillimeter-Wellenlängenbereich - auf. Die klare, wasserdampfarme Luft der Atacama-Wüste ist ideal für die Beobachtung dieser Strahlung, die hier fast ungehindert durch die Atmosphäre tritt.

Die Gesamtkosten für das CCAT-prime-Teleskop betragen rund 19 Millionen Euro. Es wird auf amerikanischer Seite an der Cornell University maßgeblich durch den privaten Sponsor Fred Young gefördert, der für das Teleskop und vorangegangene Studien gut 12 Millionen US-Dollar gestiftet hat. Auf deutscher Seite erfolgt die Finanzierung durch das Großgeräte-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit knapp 5 Millionen Euro und, für die wissenschaftlichen Instrumente, durch den Sonderforschungsbereich 956 „Bedingungen und Auswirkungen der Sternentstehung“.

Kontakt

Prof. Dr. Jürgen Stutzki,
I. Physikalisches Institut der Universität zu Köln,
Tel. +49 221 470 3494
Email: stutzki(at)ph1.uni-koeln.de

Prof. Dr. Frank Bertoldi
Argelander-Institut für Astronomie, Universität zu Bonn, 
Tel. +49 228 73 6789
Email: bertoldi(at)astro.uni-bonn.de

Quelle: Universität zu Köln / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Chile USA Kanada Themen: Förderung Infrastruktur Grundlagenforschung

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