StartseiteAktuellesNachrichtenUNEP-Bericht: 2010 Jahr starker Investitionssteigerung in grüne Energie

UNEP-Bericht: 2010 Jahr starker Investitionssteigerung in grüne Energie

Die Investitionen in grüne Energie stiegen 2010 um fast ein Drittel an. Hauptsächlich ist dies auf den europäischen Markt, der zunehmend die Installation von Solarzellen auf den Dächern vermeldet, sowie den Aufbau von Windparks in China zurückzuführen, so der aktuelle Jahresbericht zu erneuerbaren Energien mit dem Titel "Global Trends in Renewable Energy Investment 2011" des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP).

Eine Aufschlüsselung verdeutlicht das Einfließen der Rekordsumme von 211 Milliarden USD (rund 149 Milliarden EUR) in den Sektor der erneuerbaren Energien im Jahr 2010 - verglichen mit den investierten 160 Milliarden USD von 2009. Die Zahlen zeigen seit 2004 einen Sprung um 540%.

Der von Professor Dr. Ulf Moslener von der Frankfurt School of Finance & Management in Deutschland in Zusammenarbeit mit Bloomberg New Energy Finance erstellte Bericht besagt, dass die finanziellen Neuinvestitionen der Entwicklungsländer in erneuerbare Energien die der Industrieländer bei Ausgaben für Großanlagen-Projekte und bei der Bereitstellung von Beteiligungskapital für Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien übertroffen haben.

Die Entwicklungsländer investierten 72 Milliarden Dollar - bei den hochentwickelten Industrienationen waren es nur 70 Milliarden Dollar. Noch 2004 sah das ganz anders aus: Die Neuinvestitionen in den Entwicklungsländern entsprachen etwa 25% der Investitionen der entwickelten Industrieländer.

Die süd- und mittelamerikanischen Märkte verzeichneten einen 39%igen Anstieg auf 13,1 Milliarden USD, während der Nahe Osten und Afrika einen 104%igen Sprung auf 5 Milliarden USD unternahmen. In den asiatischen Entwicklungsländern - ohne China und Indien - stiegen die Investitionen um 31% auf 4 Milliarden USD. Indien allein vermeldete einen Zuwachs um 25% auf 3,8 Milliarden USD. China liegt auf Platz eins der Liste, nachdem 28% mehr finanzielle Neuinvestitionen in erneuerbare Energien in Höhe von 48,9 Milliarden USD gesteckt wurden.

Der Bericht zeigt außerdem eine Intensivierung der staatlichen Forschung und Entwicklung. Entsprechende Investitionen stiegen 2010 um mehr als 120% auf weit über fünf Milliarden USD.

Achim Steiner, UN-Untergeneralsekretär und Exekutivdirektor von UNEP, in einem Kommentar zu den Erkenntnissen: "Das anhaltende Wachstum in diesem Kernsegment der 'Grünen Wirtschaft' kommt nicht von ungefähr. Die Kombination von Regierungszielen, politischer Unterstützung und finanziellem Anschub untermauert den Aufschwung des Sektors der erneuerbaren Energien und rückt die dringend notwendige Umgestaltung unseres globalen Energiesystems in greifbare Nähe."

Die UN-Klimakonferenz in Durban, die vom 28. November bis 9. Dezember 2011 stattfinden wird, gefolgt vom Rio+20-Gipfel in Brasilien 2012 seien im Kontext der nachhaltigen Entwicklung und der Armutsbekämpfung hervorragende Plattformen für unsere Welt, um "diesen positiven Prozess hin zu einer kohlenstoffarmen, ressourceneffizienten 'Grünen Wirtschaft' zu beschleunigen und auszuweiten."

Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School of Finance & Management erläutert: "Die Finanzindustrie erholt sich noch von der jüngsten Wirtschaftskrise. Die Tatsache, dass sich die Branche nach wie vor intensiv im Bereich der Erneuerbaren engagiert, zeigt den Glauben an die Perspektiven, die sich aus Investitionen in Erneuerbare Energien ergeben."

Professor Steffens weist darauf hin, dass die zunehmenden Investitionen in den Entwicklungsländern zu Innovationen bei regenerativen Energietechnologien führen und neue Märkte erschließen, "da First Mover-Investoren neue Geschäftsmodelle ermöglichen und das Unternehmertum in den Entwicklungsländern fördern."

Trotz aller positiven Entwicklungen nahmen die Investitionen im letzten Jahr nicht auf allen Gebieten zu. Neuinvestitionen in großangelegte Projekte im Bereich erneuerbare Energie gingen 2010 in Europa um 22% auf 35,2 Milliarden USD zurück.

Dieser Rückgang wurde jedoch durch einen Anstieg bei kleineren Projekten mehr als ausgeglichen. Die verstärkte Aktivität bei kleineren Solaranlagen ist auf die Einspeisevergütung (politische Mechanismen zur Erhöhung der Investitionen in erneuerbare Energietechnologien) und einen Rückgang der Kosten bei Photovoltaikmodulen (PV) zurückzuführen.

Deutsche Investitionen in Solaranlagen für Privathaushalte stiegen um 132% auf 34 Milliarden USD. Investitionen in Italien nahmen um 59% auf 5,5 Milliarden USD, in Frankreich um 150% auf 2,7 Milliarden USD und in der Tschechischen Republik um 163% auf 2,3 Milliarden USD zu.

2010 behauptete die Windenergie außerdem bei finanziellen Neuinvestitionen in großangelegte Projekte ihre dominante Stellung, mit einer Investitionssumme von 94,7 Milliarden USD, was einem Anstieg um 30% entspricht. Dank zunehmender Investitionen in kleinere Projekte konnte die Solarenergie das Tempo aufnehmen. Die Investitionssumme erreichte 2010 86 Milliarden USD - das entspricht einem Investitionswachstum um 52% im Vergleich zum Vorjahr. Energiegewinnung aus Biomasse und Abfallstoffen liegt vor den Biokraftstoffen auf Platz drei, die eine Gesamtsumme von 5,5 Milliarden USD erreichte.

Dieser Bericht ist eine der ersten Publikationen des neu gegründeten UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance an der Frankfurt School of Finance .

Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP):
http://www.unep.org/

UN-Konferenz über den Klimawandel:
http://www.cop17durban.com/COP_17/Pages/default.aspx

Frankfurt School of Finance and Management:
http://www.frankfurt-school.de/content/de

Referenz: Gestützt auf Informationen der UNEP Division of Technology Industry and Economics

Quelle: CORDIS Redaktion: Länder / Organisationen: Global EU Themen: Energie Umwelt u. Nachhaltigkeit Wirtschaft, Märkte

Weitere Informationen

Projektträger