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US-amerikanische Regierung schränkt Forschung an fetalem Gewebe ein

Berichterstattung weltweit

Universitäre Forschung wird unmittelbar ausgesetzt; außeruniversitäre Antragsteller müssen künftig aufwendiges Genehmigungsverfahren durchlaufen.

In den USA wird die Forschung an fetalem Gewebe, das aus freiwilligen Abtreibungen stammt, künftig streng reguliert. Das teilte das amerikanische Gesundheitsministerium (Department of Health and Human Services, HHS) am 5. Juni mit. Danach wird Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die im Auftrag der Regierung forschen, die Arbeit mit fetalem Gewebe mit sofortiger Wirkung untersagt. Zuletzt wurden jedes Jahr etwa 31 Mio. US-Dollar für entsprechende Studien aufgewendet. Darunter fällt auch ein Fördervertrag in Höhe von 2 Mio. US-Dollar jährlich, mit dem die University of California Studien zur Erforschung und Behandlung von HIV/AIDS durchgeführt hat.

Forschende an außeruniversitären Einrichtungen sind in Zukunft strikten Restriktionen unterworfen. Anträge auf Förderung durch die National Institutes of Health (NIH) zur Forschung mit fetalem Gewebe werden künftig in einem aufwendigen Genehmigungsverfahren durch eine Ethikkommission bewertet, die frühestens 30 Tage nach der Ankündigung durch das HHS zusammenkommen darf und bis zu 150 Tage Zeit hat, eine Förderempfehlung oder -ablehnung auszusprechen. Kritiker bemängeln, dass der Prozess zu bürokratisch sei und vielen Wissenschaftlern die Forschung unmöglich mache.

Die derzeit rund 200 laufenden außeruniversitären Studien sind von der Entscheidung nicht betroffen und werden vorerst weiterlaufen. Fetales Gewebe bzw. fetale Stammzellen werden für zahlreiche medizinische Studien genutzt, etwa in der Erforschung von Demenzerkrankungen und AIDS, zur Behandlung von Infektionskrankheiten oder um menschliche Organe zu züchten.

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Quelle: Sciencemag / Nature Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: USA Themen: Ethik, Recht, Gesellschaft Förderung Lebenswissenschaften

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