StartseiteAktuellesNachrichtenWeiterbildung in öffentlichen Einrichtungen wird in Frankreich mehrheitlich von Universitäten angeboten

Weiterbildung in öffentlichen Einrichtungen wird in Frankreich mehrheitlich von Universitäten angeboten

Berichterstattung weltweit

Das französische Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Innovation hat das Weiterbildungsangebot an Universitäten, Hochschulen und Weiterbildungszentren für das Jahr 2016 ausgewertet.

Nach der Auswertung des Ministère de l’enseignement supérieur, de la recherche et de l’innovation (MESRI) haben 2016 440.000 Personen an einer Weiterbildung in einer öffentlichen Bildungseinrichtung teilgenommen, davon drei Viertel an einer Universität. Dort handelte es sich bei 40,9 Prozent der Teilnehmer um Berufstätige und bei 11,3 Prozent um Arbeitssuchende. Die Mehrheit der Personen (47,8 Prozent) nahm individuell an den Angeboten teil. Die anderen Hochschuleinrichtungen wie etwa die Grandes Écoles oder die Handelshochschulen boten ebenfalls Weiterbildungen an, mit 20.000 Teilnehmenden jedoch in ungleich geringerem Umfang. Hier nahm die große Mehrheit der Personen von ihrem Unternehmen aus teil (70 Prozent). Ein weiterer wichtiger Weiterbildungsakteur ist die Hochschule Nationales Kunst- und Handwerkskonservatorium CNAM (Conservatoire national des arts et métiers), die neben dem Hauptsitz in Paris über Zentren in allen französischen Regionen sowie im Ausland (China, Côte d'Ivoire, Libanon und Marokko) verfügt. Etwa ein Fünftel der Weiterbildungsteilnehmer (83.400 Personen) hatte sich 2016 am CNAM eingeschrieben. Auch hier stellten individuelle Teilnehmer den Großteil des Teilnehmerkreises (60,2 Prozent). Die Gesamtzahl der Weiterzubildenden ist im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent zurückgegangen.

40 Prozent der Weiterbildungsteilnehmer an den Universitäten erhielten am Ende ein nationales Diplom und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr. An den anderen Hochschulen überwogen kurze Weiterbildungen (71 Prozent), die eine direkte praktische Anwendung aber keinen staatlich anerkannten Abschluss bieten. Das CNAM hat ein eigenes Weiterbildungsprogramm, das die Mehrheit der Teilnehmer wahrnahm (59 Prozent). Die in Frankreich angebotene Möglichkeit, sich lang-, mindestens aber dreijährige Berufserfahrung als Hochschulabschluss anerkennen zu lassen (uner anderem Validation des acquis de l'expérience, VAE), nahmen in allen Einrichtungen nur wenige Personen wahr (zwei bis vier Prozent). Wer sich für einen nationalen Abschluss eingeschrieben hatte, erwarb in den meisten Fällen, zu 49 Prozent, einen Bachelor oder einen Master 1 (einjähriges Masterprogramm). 5.400 Personen ohne Abitur nahmen an einem Programm teil, das im Anschluss ein Hochschulstudium ermöglicht.

Im Durchschnitt dauerte 2016 eine Weiterbildung in Frankreich 154 Stunden, darunter etwa 25 Stunden Praktikum. Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf „Dienst am Menschen“, Geistes- und Rechtswissenschaften sowie Wirtschaft.

Die Weiterbildungsträger machten mit ihren Angeboten 2016 einen Umsatz von 449 Millionen Euro und somit zwei Prozent mehr als im Vorjahr. 47 Prozent der Programme wurden von Unternehmen gezahlt. 20 Prozent des Umsatzes stammten von der öffentlichen Hand (92 Millionen Euro), davon knapp die Hälfte von den Regionen.

Zum Nachlesen (Französisch)

Quelle: MESRI Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Berufs- und Weiterbildung Bildung und Hochschulen

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