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Weltbiodiversitätsrat tagt in Paris

Berichterstattung weltweit

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES wird bei seiner siebten Plenumssitzung in Paris insbesondere den ersten Bericht zum Zustand der weltweiten Artenvielfalt seit 15 Jahren vorstellen.

Vom 29. April bis zum 4. Mai 2019 tagt die Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemleistungen (IPBES), oft auch Weltbiodiversitätsrat genannt, in Paris. Die IPBES wird den Vertreterinnen und Vertreter aus 130 Staaten in seiner siebten Plenumssitzung insbesondere den Bericht über den Zustand der weltweiten Artenvielfalt (Global Assessment) vorstellen. Es handelt sich um den ersten Bericht dieser Art seit 2005 und den ersten zwischenstaatlichen überhaupt. 150 Expertinnen und Experten aus 50 Ländern haben daran drei Jahre gearbeitet und 15.000 Quellen ausgewertet. 2,4 Millionen Dollar hat die Erstellung gekostet. Der Bericht erfasst den Zustand der Artenvielfalt auf allen Kontinenten außer der Antarktis, in allen Ozeanen und Binnengewässern und analysiert die Entwicklung der letzten 50 Jahre. Er zeigt die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltverschmutzung aber auch anderer Faktoren auf die Ökosysteme und verschiedene Szenarien wie die Natur in einigen Jahrzehnten aussehen könnte. Das Dokument untersucht zudem, wie weit die Weltgemeinschaft mit der Umsetzung gemeinsam verabschiedeter Artenschutz- und Nachhaltigkeitsziele gekommen ist, etwa den Aichi-Zielen oder dem Pariser Klimaschutzabkommen. Auch liefert es mögliche Handlungsoptionen wie das Artensterben aufgehalten werden könnte.

Der IPBES-Bericht liefert die wissenschaftliche Grundlage für die globalen Biodiversitätszielsetzungen nach 2020, die mit dem nächsten „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ (Convention on Biological Diversity, CBD) verabschiedet werden sollen. Er wird im Entwurf vorgelegt und von den 130 Abgeordneten der Mitgliedsstaaten beschlossen. Zudem soll auf der Tagung das Arbeitsprogramm der IPBES von 2020 bis 2030 verabschiedet werden.

Von französischer Seite haben 45 Forscherinnen und Forscher an der Erstellung der wissenschaftlichen Grundlagen des Berichts mitgewirkt. Fünf französische Experten haben ein Kapitel koordiniert (Aufwand: etwa 20 bis 30 Prozent der Arbeitszeit). Über 60 weitere Experten aus Frankreich haben an Kapiteln mitgearbeitet oder diese Korrektur gelesen. 2019 soll in einer Studie näher untersucht werden, wie die französische Beteiligung an der IPBES für das Land zu neuen internationalen Kooperationen beigetragen hat.

Das Nationale Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS (Centre national de la recherche scientifique) veranstaltet im Vorfeld des IPBES-Kongresses am 25. und 26. April 2019 zudem eine Tagung zu den wissenschaftlichen Grundlagen der IPBES-Arbeit („Dimensions of biodiversity: Scientific research to further the goals of IPBES“, in englischer Sprache).

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Quelle: MESRI Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Global Themen: Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit

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