StartseiteAktuellesNachrichtenWeltweite Studie zu destabilisierenden Effekten von Düngemitteln auf Grasland-Ökosysteme publiziert

Weltweite Studie zu destabilisierenden Effekten von Düngemitteln auf Grasland-Ökosysteme publiziert

Die Düngung von natürlichem Grasland – ob absichtlich oder durch Einträge von Landwirtschaft oder Industrie – hat weltweit eine destabilisierende Wirkung auf Grasland-Ökosysteme. Das belegt eine jetzt veröffentlichte Studie. Unter Federführung der University of Minnesota (USA) haben 31 WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt erstmals eine derart breit angelegte Untersuchung durchgeführt.

Der Oldenburger Biologe und Direktor des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), Prof. Dr. Helmut Hillebrand, ist einer von ihnen. Er hat an „NutNet“ mitgewirkt, einem globalen Netzwerk zur Erforschung von Naturwiesen. “Dieses Kollektiv ist weltweit einzigartig, denn die Stärke liegt in der globalen Betrachtung, die wir mit Hilfe gleicher experimenteller Ansätze und Analysen erreichen“, so Hillebrand.

Die WissenschaftlerInnen konnten zeigen, dass Pflanzenvielfalt mittelfristig dafür sorgt, dass natürliche Ökosysteme stabilisiert werden. Die ForscherInnen untersuchten Pflanzen an Standorten weltweit, bestimmten die Anzahl der Arten und die Menge der Biomasse, die in einem bestimmten Zeitraum gewachsen ist. Diese Informationen nutzen sie, um die Artenvielfalt und Ökosystemstabilität zu quantifizieren. „Diese Vielfalt und Stabilität der Ökosysteme wird durch Einsatz von Dünger eingeschränkt“, erklärt Hillebrand. (Ausführlichere Informationen zu den Ergebnissen in der IDW-Pressemitteilung). 

Die Studie wurde durch mehr als 100 ehrenamtlich arbeitende WissenschaftlerInnen des Nutrient-Netzwerks möglich, die drei Jahre lang an 41 Standorten auf fünf Kontinenten Daten erhoben haben. „Aufgrund dieser idealen Ausgangssituation können wir davon ausgehen, dass unsere Untersuchungsergebnisse eine allgemeingültige Tendenz repräsentieren“, erklärt Hillebrand.

Das Nutrient-Netzwerk will für mindestens weitere zehn Jahre Informationen über langfristige Trends zur Pflanzenartendiversität und Ökosystemstabilität, zu Artensterben, Arteninvasionen und anderen wichtigen Änderungen im Grasland sammeln.

Die Studie wurde im Wissenschaftsmagazin „Nature“ publiziert:
Eutrophication weakens stabilizing effects of diversity in natural grasslands“, by Yann Hautier, Eric W. Seabloom, Elizabeth T. Borer, Peter Adler, W. Stanley Harpole, Helmut Hillebrand et al. DOI: 10.1038/nature13014, Advance Online Publication (AOP)

Kontakt

Prof. Dr. Helmut Hillebrand
Universität Oldenburg
Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)
Tel.: +49 441/798-3614
helmut.hillebrand(at)uni-oldenburg.de

Quelle: Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Global Themen: Umwelt u. Nachhaltigkeit

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