StartseiteAktuellesNachrichtenWHO bestätigt: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information erneut Kooperationszentrum für internationale Klassifikationen

WHO bestätigt: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information erneut Kooperationszentrum für internationale Klassifikationen

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information als WHO-Kooperationszentrum für das System Internationaler Klassifikationen bestätigt. Die Ernennung für weitere vier Jahre bis Mai 2020 unterstreicht die langjährige Kompetenz des Instituts auf diesem Gebiet.

"Diese Wertschätzung der WHO für unsere erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiet der Klassifikationen erfüllt uns mit Stolz. Sie bestätigt uns als Experte für medizinische Begriffssysteme an der Schnittstelle von Medizin und Informationstechnologie", kommentierte Dr. Dietrich Kaiser, Direktor des DIMDI, die erneute Ernennung zum WHO-Kooperationszentrum. Erstmals wurde das DIMDI bereits 2003 zum WHO Collaborating Centre for the Family of International Classifications (FIC) ernannt. Damit wurde sein langjähriger Einsatz für die internationale Klassifikationsarbeit auch institutionell gewürdigt.

"Medizinische Begriffssysteme wie die Klassifikationen sind als Instrumente in der modernen Medizin unerlässlich. Erst sie ermöglichen einen standardisierten Datenaustausch", so Dr. Stefanie Weber, Leiterin des WHO-Kooperationszentrums und der Arbeitsgruppe Medizinische Begriffssysteme im DIMDI.

Zum System der internationalen Klassifikationen zählen die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) und von diesen abgeleitete Spezialausgaben wie die ICD-O zur Verschlüsselung von Tumorerkrankungen.

DIMDI aktiv bei Weiterentwicklung

Neben der Übersetzung und alljährlichen Revision arbeitet das DIMDI u.a. an der Weiterentwicklung der Klassifikationen, an der Entwicklung von Methoden für ihren Einsatz und untersucht Beziehungen zu anderen Terminologien und Nomenklaturen.

So ist ein Grund für die Bestätigung als Kooperationszentrum sicher die aktive Beteiligung des DIMDI in den vergangenen vier Jahren an der Weiterentwicklung insbesondere der ICD-10. Federführend betreute das DIMDI beispielsweise die Überarbeitung der Vorlage eines internationalen Leichenschauscheines. Dieser wurde mit der Version 2016 der ICD-10 gültig und ist in Band 2 der ICD-10 bereits in deutscher Übersetzung auf den Seiten des DIMDI einzusehen. Darüber hinaus konnte das Institut viele Erfahrungen aus der Anwendung der ICD-10 in Deutschland in die internationale Entwicklung einbringen.

Für die kommenden vier Jahre stehen einige große Projekte der WHO für den Bereich der medizinischen Begriffssysteme an. Hierunter fallen:

  • Fertigstellung der Revision der ICD zur ICD-11
  • Verabschiedung einer neuen internationalen Prozedurenklassifikation für den statistischen Vergleich von medizinischen Leistungen auf internationalem Niveau
  • Vorantreiben der Implementierung der ICD in allen Ländern, um eine möglichst flächendeckende Gesundheitsstatistik zu ermöglichen

Diese Projekte wird das DIMDI als Kooperationszentrum begleiten. So beteiligt es sich auch an der neu gegründeten Task Force, die die WHO bei der Revision der ICD zur ICD-11 für die Anwendungsbereiche Mortalität und Morbidität beraten und entsprechende Entscheidungen vorbereiten soll.

Das DIMDI stellt über das Internet Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10 und OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z. B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte, Health Technology Assessment (HTA) und mit Versorgungsdaten. Das DIMDI ermöglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und rund 30 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dafür entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.

Quelle: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information / IDW Redaktion: Länder / Organisationen: Global Themen: Lebenswissenschaften

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