StartseiteAktuellesNachrichtenZentrum für Europäische Integrationsforschung und das West Africa Institute bringen Wissenschaft und Praxis in Praia (Kap Verden) zusammen

Zentrum für Europäische Integrationsforschung und das West Africa Institute bringen Wissenschaft und Praxis in Praia (Kap Verden) zusammen

"Wir haben noch einen bedeutenden Weg zu gehen, um die regionale Integration in Westafrika effektiver zu gestalten, aber der Prozess an sich ist unumkehrbar. Das sollte jeder anerkennen." Mit diesen Worten schilderte Essien Abel Essien, Direktor der Strategischen Planungseinheit der ECOWAS Kommission in Abuja, Nigeria, die Dynamik des Integrationsprozesses in seinem Eröffnungsvortrag auf der WAI-ZEI Zwischenkonferenz.

Die Konferenz fand vom 21. bis 23. Oktober im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MIREX) in Praia, statt und bildete den Abschluss der ersten Phase der Forschungskooperation, die WAI und ZEI gemeinsamen in den Jahren 2012 bis 2016 durchführen. Die Zusammenarbeit wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Themen der Zwischenkonferenz waren u.a. die Bilanz regionaler Integration in Westafrika und die Zukunft der europäisch-westafrikanischen Beziehungen. Sie wurden vor dem Hintergrund der Jubiläen von 20 Jahren ECOWAS Revised Treaty im Jahr 2013, 20 Jahren West African Economic and Monetary Union (WAEMU) im Jahr 2014 und 40 Jahren ECOWAS im Jahr 2015 ausgewählt.

Die ECOWAS umfasst 15 Länder und zählt etwa 350 Millionen Einwohner. Neben diesen wichtigen Wegmarken, die einen kritischen Rückblick erfordern, werden im kommenden Jahr auch die Weichen für die nächste Phase der Afrika-EU Partnerschaft beim gemeinsamen Gipfel in Brüssel im April 2014 gestellt.

Wissenschaftler beider Regionen diskutierten die Errungenschaften und die Herausforderungen regionaler Integration in West Afrika aus ökonomischer, rechtlicher und politikwissenschaftlicher Perspektive. Es gab einen breiten Konsens zwischen den Teilnehmern und Gästen, dass die Durchsetzungsmöglichkeiten regionaler Rechtsnormen verbessert und die Bevölkerung Westafrikas noch mehr für ihre ökonomischen Rechte sowie Menschenrechte sensibilisiert werden muss. Die Experten folgerten, dass die ECOWAS Mitgliedstaaten lernen müssten, sich an den Vorrang regionalen Rechts zu halten, da dies langfristig auch in ihrem eigenen Interesse läge.

Im ökonomischen Bereich wurde die „ECOWAS Rice Initiative“ als positives Beispiel für einen funktionierenden regionalen Politikansatz genauso diskutiert wie die Probleme beim freien Austausch von Gütern und Personen über Grenzen hinweg. Ein weiterer Vortrag behandelte die Herausforderung einer westafrikanischen Energiepolitik. Die Region verfügt über enorme fossile und vor allem auch erneuerbare Energieressourcen, allerdings bleiben diese teilweise ungenutzt und zu wenig miteinander verknüpft. Ein fehlender Rechtsrahmen, ineffektives Management, mangelnde grenzüberschreitende Infrastruktur und vergleichsweise geringe Erträge behindern bis heute höhere, private Investitionen.

Quelle: Universität Bonn - Zentrum für Europäische Integrationsforschung Redaktion: von , DLR Projektträger, Europäische und internationale Länder / Organisationen: Region Westafrika Benin Burkina Faso Gambia Ghana Mali Niger Nigeria Senegal Togo Themen: Ethik, Recht, Gesellschaft

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