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ITB infoservice 07/2021 - Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit

Erscheinungsdatum: 08.07.2021 ITB infoservice

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach der Publikation der Schwerpunktausgabe des ITB infoservice zum 50. Jubiläumsjahr der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kanada am 30. Juni melden wir uns bereits etwas früher als sonst mit der regulären Juli-Ausgabe des ITB infoservice zurück. So können wir Sie auf eine Vielzahl interessanter Nachrichten aufmerksam machen, die seit dem Erscheinen der letzten regulären Ausgabe am 20. Mai auf Kooperation international veröffentlicht wurden.

Von großer Bedeutung ist der UNESCO Wissenschaftsbericht, der am 11. Juni unter dem Motto „The Race against Time for Smarter Development“ veröffentlicht wurde. Wesentlicher Bestandteil der Flaggschiffpublikation, die nur alle fünf Jahre erscheint, sind die insgesamt 23 Kapitel zu Ländern und Regionen, so beispielsweise zu China, Indien, den USA, Russland, der Europäischen Union (EU), Lateinamerika, Südostasien und Westafrika. 2021 hat der Bericht einen klaren inhaltlichen Fokus: Wissenschaftssysteme werden vor allem im Hinblick auf deren Ausrichtung auf Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen („Sustainable Development Goals“, SGGs) analysiert. Zum Publikationsoutput hat die UNESCO eine eigene Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse in einem Themenkapitel präsentiert werden. Auf dieser Grundlage kommt die Organisation zu der Schlussfolgerung, dass ein zu geringer Anteil der wissenschaftlichen Aktivitäten in den Industrieländern Nachhaltigkeitsziele in den Blick nimmt. Verstärkte Forschungsanstrengungen werden konkret zu nachhaltigen Energien sowie Abscheidungs- und Speicherungstechnologien für Kohlenstoff („Carbon Capture and Storage“) eingefordert.

Eine Einführung in die Thematik Open Science bietet ein Essay im UNESCO Wissenschaftsbericht. Hinweise auf aktuelle Entwicklungen gibt die Generaldirektorin der UNESCO, Audrey Azoulay, im Wissenschaftsmagazin Nature. Nach dem Abschluss eines offenen Konsultationsprozesses zu den Empfehlungen für Open Science erarbeiten die 193 Mitgliedsstaaten nun den endgültigen Text, der auf der 41. UNESCO-Generalkonferenz im November verabschiedet werden soll. Der Umsetzung von Open Science an Hochschulen ist ein Bericht der European University Association gewidmet, der auf einer Umfrage basiert. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. hat derweil über das Forum für offene Innovationskultur innOsci eine vergleichende Studie vorgelegt, die Best-Practice-Beispiele für die Förderung von offener Wissenschaft und Innovation in anderen Ländern vorstellt, von denen Deutschland lernen kann. Gebündelte Informationen zu dieser Thematik finden Sie auf unserer Themenseite Open Education, Science and Innovation.

Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die internationale Forschungskooperation sind mannigfaltig. Wiederum beleuchtet nicht nur der UNESCO Wissenschaftsbericht diese Thematik in einem Essay, sondern auch das Wissenschaftsmagazin Nature in zwei Beiträgen. Zusätzlich hat der Vorsitzende des European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) die Auswirkungen von COVID-19 auf Forschungsinfrastrukturen analysiert.

Vor dem Hintergrund eines sich wandelnden globalen Umfelds, in dem sich geopolitische Spannungen verschärfen und Menschenrechte und Grundwerte zunehmend infrage gestellt werden, hat die Europäische Kommission am 18. Mai ihre neue Strategie für globale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation publiziert. Darunter werden Länder in aller Welt dazu aufgerufen, im Rahmen multilateraler Forschungs- und Innovationspartnerschaften auf der Suche nach Lösungen für globale Herausforderungen wie Pandemien und Klimawandel zu kooperieren. Gleichzeitig beabsichtigt die EU, ihre Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Ländern zukünftig anzupassen, um sie mit ihren Interessen und Werten in Einklang zu bringen. Für die Kooperation mit Partnern in Nicht-EU-Ländern, die über eine solide Forschungs- und Innovationsbasis verfügen, sollen Roadmaps entwickelt werden, die die Durchführung notwendiger Maßnahmen für gleiche Ausgangsbedingungen und Achtung gemeinsamer Werte festlegen. Obwohl das Rahmenprogramm Horizont Europa (2021-27) grundsätzlich für die Teilnahme von Nicht-EU-Ländern offenbleiben wird, kann diese Teilnahme zukünftig in begründeten Einzelfällen eingeschränkt werden, um Interessen, Autonomie und Sicherheit der EU zu wahren.

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre zu diesen und vielen anderen strategischen Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik, die wir in der vorliegenden Ausgabe für Sie ausgewählt und aufbereitet haben.

Ihre Sonja Bugdahn und Andreas Ratajczak

Über den ITB infoservice

Der ITB infoservice berichtet über strategische Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit und ist eine wichtige Quelle für Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Forschung. Besondere Schwerpunktausgaben berichten fokussiert über ein aktuelles Thema oder eine Region.

Der ITB infoservice kann auf der Startseite kostenlos abonniert werden.

Quelle: DLR Projektträger, VDI Technologiezentrum GmbH Redaktion: von Andreas Ratajczak, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Ägypten Kenia Marokko Argentinien Brasilien Kanada Kolumbien USA China Indien Japan Finnland Frankreich Schweden Spanien Vereinigtes Königreich (Großbritannien) EU Global OECD UNESCO Themen: Bildung und Hochschulen Energie Engineering und Produktion Fachkräfte Förderung Geistes- und Sozialwiss. Grundlagenforschung Information u. Kommunikation Infrastruktur Innovation Lebenswissenschaften Netzwerke Physik. u. chem. Techn. Sicherheitsforschung sonstiges / Querschnittsaktivitäten Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit Wirtschaft, Märkte

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