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Forschungsprojekt Heliopolis mit Jean et Marie-Françoise Leclant-Preis ausgezeichnet

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Das Kooperationsprojekt des Ägyptischen Antikenministeriums, des Ägyptologischen Instituts/Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Universität Leipzig und des i3mainz – Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz wird mit dem Jean et Marie-Françoise Leclant-Preis der Académie des Inscriptions et Belle-Lettres in Paris ausgezeichnet.

Der diesjährige Preis der Académie des Inscriptions et Belle-Lettres in Paris geht an das ägyptisch-deutsche archäologische Gemeinschaftsprojekt im Sonnentempel von Heliopolis. Hiermit wird die Zusammenarbeit des Ägyptischen Antikenministeriums, des Ägyptologischen Instituts/Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Universität Leipzig und des i3mainz – Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz für ihre Forschungsarbeit der vergangenen sechs Jahre ausgezeichnet.

In der Begründung wird hervorgehoben, dass die Forschungen in unerwartetem Ausmaß gezeigt haben, dass noch wesentliche Funde und Befunde zu diesem einstmals zentralen Heiligtum der altägyptischen Kultur freigelegt und bewahrt werden können. Dies geschieht unter den besonders erschwerten Umständen einer rasanten Stadtentwicklung und eines konstant steigenden Grundwasserspiegels. Illegale Mülldeponien von bis zu 15 m Höhe haben zudem die Arbeit in dem innerstädtischen Gelände vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Akademie würdigt durch den Preis die imposanten Ergebnisse, die unter diesen Umständen ermöglicht wurden. Hierunter zählt die Entdeckung der Kolossalstatue Psammetichs I. (664-610 v. Chr.), die mittlerweile anhand von gut 6000 Fragmenten virtuell zu einer Höhe von 10,5 m rekonstruiert werden kann. Von besonderem Interesse ist die Entdeckung von Tempelstrukturen in situ, die trotz einer intensiven mittelalterlichen Nutzung als Steinbruch in den vergangenen 6 Jahren lokalisiert werden konnten. Hierzu gehören zwei Festtempel Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) sowie zahlreiche Bauteile eines Tempels von Nektanebo I. (380-363 v. Chr.) für den Schöpfergott Atum.

Das Projekt der Erforschung der Tempel wird seit 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Weitere Forschungen in einem Wohn- und Wirtschaftsquartier des 4.-2. Jh. v. Chr. werden durch die Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung ermöglicht. Eine Reihe von kurzfristig zu bewältigende Notgrabungen konnten darüber hinaus durch Zuwendungen der Fondation Schiff-Giorgini (Lausanne), des Fonds Khéops pour l’Archéologie (Paris), der Greiss-Stiftung (Köln), American Research Center in Egypt, der Selz Foundation (New York), Mehen Studiecentrum voor het Oude Egypte (Leiden), der Freundeskreise ägyptologischer Institute und Museen in Leipzig, Zürich und Hamburg und individuelle Spender realisiert werden. Das Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland unterstützt die Bemühungen vor Ort um eine Präsentation der Funde im Freilichtmuseum von Matariya am ehemaligen Tempelgebiet. Das technische Know-how für die Befunddokumentation unter erheblichem Zeitdruck sowie das Management der Forschungsdaten wird durch die Kooperation mit Prof. Kai-Christian Bruhn und seinen Mitarbeitern an der Hochschule Mainz bereitgestellt.

Quelle: Hochschule Mainz via IDW Nachrichten Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Ägypten Frankreich Themen: Geowissenschaften Geistes- und Sozialwiss.

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