Internationale Programmatik: Südafrika

  1. Strategien und Programme
  2. Internationale Präsenz

Strategien und Programme

Mit dem Ende der Apartheid 1994 hatte die Neustrukturierung und Transformation der Hochschul- und Forschungslandschaft Vorrang vor anderen strategischen Zielen. Wegen der schwierigen Ausgangssituation an den südafrikanischen Hochschulen (ungleicher Zugang der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, wenige Studierende und Graduierte, wenig qualifiziertes Lehr- und Forschungspersonal) herrschte in der Regierung längere Zeit Skepsis in Bezug auf Internationalisierungvor. 2017 legte das Ministerium für Hochschulen und Ausbildung (DHET) schließlich einen Entwurf für einen strategischen Rahmen vor. Das DHET betont darin, dass die Regierung im Regelfall keine Fördermittel für eine Internationalisierung der Hochschulbildung bereitstellen wird, diese müssen von den Hochschulen kommen. Bei der Entwicklung eigener Maßnahmen sollen die Hochschulen Qualität vor Quantität den Vorrang einräumen und Risiken wie eine mögliche Abwanderung südafrikanischer Talente mitbedenken (siehe DHET 2017: „Draft Policy Framework on Internationalisation of Higher Education in South Africa"). De facto hat sich Südafrika vermehrt zu einem beliebten Zielland vor allem für afrikanische Studierende entwickelt (siehe unter Überblick zur internationalen Kooperation). Eine binationale Promotionsbetreuung ist besonders in der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) etabliert und erwünscht. Der Austausch wird jedoch häufig durch einen intransparenten Visa-Prozess erschwert.

Zur Internationalisierung von Forschung und Innovation hat Südafrika noch keine eigene Strategie angenommen. Der aktuelle Internationalisierungsansatz wird durch einen Fünfjahresplan des Wissenschaftsministeriums bestimmt, der in jährlichen Plänen konkretisiert wird („DST Strategic Plan 2015-20“, zuletzt DST Annual Performance Plan 2019-20, S. 104-124). Dabei gibt es vier Prioritäten, unter denen Südafrika anstrebt:

  • internationale öffentliche und private Finanzmittel einzuwerben, um das nationale Innovationssystem in Südafrika weiter auszubauen. Die Zielmarke sind jährliche internationale Investitionen von 480 bis 500 Millionen Rand bis zum März 2022 (siehe unter FuE im öffentlichen und privaten Sektor);
  • den Zugang zu internationalen Wissenschaftsressourcen auszubauen. Jedes Jahr sollen etwa 680 bis 700 südafrikanische Studierende an internationalen Postgraduiertenprogrammen im Ausland teilnehmen;
  • die Wissenschafts-, Technologie- und Innovationskooperation mit Afrika weiter auszubauen (siehe unter Auswahl an Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern sowie Teilnahme an multilateralen Programmen und Initiativen);
  • mt Hilfe einer Wissenschaftsdiplomatie-Initiative die strategischen außen- und handelspolitischen Interessen Südafrikas besser zu vertreten („creating a better South Africa, a better Africa and a better world”). Daher ist es ein Ziel, in internationalen Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsgremien, die über Mittelzuweisungen entscheiden können, bis März 2022 jedes Jahr vier Führungspositionen mit südafrikanischen Staatsangehörigen neu zu besetzen.

Mit der Gründung des Science Forum South Africa (SFSA) im Jahr 2015, einer Kombination aus Messe und Konferenz, initiierte das Wissenschaftsministerium eine internationale Plattform für Fachdiskussionen zu Wissenschaft und Gesellschaft, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im Dezember 2019 wurde das SFSA gemeinsam mit einer anderen Flaggschiffveranstaltung, Innovation Bridge, durchgeführt (siehe Programm 2019).

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Internationale Präsenz

Südafrikanische Hochschulen, Forschungs- und Fördereinrichtungen haben bis jetzt darauf verzichtet, Präsenzen im Ausland aufzubauen.

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