Die Aktivitäten des BMBFs in und vor allem mit Südafrika sind vielfältig. Zahlreiche Projekte der Fachreferate und eine ausgeprägte WTZ (wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit) bilden die Basis für eine intensive Kooperation, die auch Dialogprozesse (D4S), den Green-Talents-Wettbewerb und die Kooperation im Rahmen des EU-Forschungsprogramms einschließt. Einen vorläufigen Höhepunkt bildete das deutsch-südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013.

Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012/13

Das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013 zielte darauf ab, die bestmögliche Zusammenarbeit der beiden Wissenschaftsstandorte zu erreichen. Deutschland und Südafrika wollen gemeinsam Verantwortung für globale Herausforderungen übernehmen und dafür den Austausch und die Zusammenarbeit intensivieren, außerdem die forschungspolitische Zusammenarbeit beider Länder ausbauen und nachhaltigen Innovationen den Weg bereiten. Die Auftaktveranstaltung hat im Rahmen der Afrika-Reise von Ministerin Schavan am 16.4.2012 in Kapstadt stattgefunden. Am 9.2.2012 startete der Ideenwettbewerb für Aktivitäten/Veranstaltungen; insgesamt wurden 103 Skizzen auf deutscher Seite und weitere 102 Anträge auf südafrikanischer Seite eingereicht, von denen insgesamt 41 zur Förderung ausgewählt wurden.

Anlässlich des Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft hat die Alexander von Humboldt- Stiftung die aus Mitteln des BMBF geförderte "Neville Alexander-Gedächtnisinitiative" ins Leben gerufen. Die Sonderinitiative ist dem Humboldtianer Professor Neville Alexander gewidmet, einem Weggefährten Nelson Mandelas.


Abschlussveranstaltung fand am 16.4.2013 unter Beteiligung von Ministerin Wanka und ihrem südafrikanischen Amtskollegen Derek Hanekom in Berlin statt. Dabei wurde ein MoU unterzeichnet mit dem Ziel, gemeinsam eine Forschungsprofessur in Südafrika einzurichten. Die Professur soll international ausgeschrieben werden und auf einen gemeinsam festgelegten Themenschwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit ausgerichtet sein.

 

Maßnahmen der Fachabteilungen

Projekte (aktuell 35) mit südafrikanischen Partnern werden vorallem in den Bereich Gesundheit und Nachhaltigkeit gefördert.  Bei 22 Projekten handelt es sich um multilaterale Vorhaben, weil Forschende aus weiteren afrikanischen Ländern eingebunden sind. 

Besondere Bedeutung kommt dabei folgenden Aktivitäten, Projekten und Programmen zu:

  • Wettbewerb Green-Talents                                                                

Der "Green Talents"-Wettbewerb des BMBF wurde erstmals im Jahr 2009 im Kontext einer Kampagne des internationalen BMBF-Forschungsmarketings im Bereich Umwelttechnologien ausgelobt. Kern des jährlich weltweit ausgelobten Wettbewerbs ist die Identifikation exzellenter Nachwuchsforscher (Alter bis 35 Jahre) aus dem Bereich der Nachhaltigkeitsforschung, die zu einer ca. zehntägigen Rundreise zu bedeutenden Standorten deutscher Nachhaltigkeitsforschung und Umwelttechnologien eingeladen werden.

2014 wurden unter 816 Bewerbungen aus 103 Ländern insgesamt 25 Gewinner ermittelt. Eine von ihnen stammt aus Südafrika. Damit gibt es bereits neun Preisträger aus diesem Land. Insgesamt haben sich in diesem Jahr zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Südafrika beworben.

Das Gesamtziel des transdisziplinären Projektes ist die praktische Umsetzung eines Integrierten Wasserressourcen-Managements für ein Teileinzuggebiet im Flusseinzuggebiet des Olifants, einem bedeutenden Fluss in Südafrika. Mit der Einführung des IWRM im Einzugsgebiet soll ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Daseinsvorsorge (Fokus der Wasserwirtschaft) geleistet werden. Des Weiteren werden damit zentrale Elemente wie das Wissensmanagement, der Technologietransfer und die Methodenentwicklung mit Bezug zum IWRM weiterentwickelt. Derzeit befindet sich das Projekt in der zweiten Phase, die bis Juni 2016 läuft.

  • Forschungsinitiative CLIENT                                                               

CLIENT steht für "Internationale Partnerschaften für nachhaltige Klimaschutz- und Umwelttechnologien und –dienstleistungen" und gehört zum Rahmenprogramms "Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA)". Im Rahmen der ersten Phase (2010) der Ausschreibung wurden 11 Definitionsprojekte (=Sondierungsprojekte) und 12 F&E-Projekte mit Südafrika eingereicht, davon wurden 4 Definitionsprojekte vom BMBF gefördert. Weil die ressortübergreifende "Green Economy Strategy", in die die CLIENT-Projekte eingebettet werden sollten, erst im Sommer 2011 veröffentlicht wurde, sah DST keine Möglichkeit zur Kofinanzierung. Im Laufe eines längeren Abstimmungsprozess hat DST auf der JC-Sitzung im April 2012 entschieden, aus Budgetgründen keines der 19 eingereichten F&E Projekte der zweiten Phase (2011) mitzufinanzieren. Für ein Projekt - "EffSAFound" - konnte daraufhin eine alternative Kofinanzierung in Südafrika gefunden werden; damit waren dann auch die Voraussetzungen für eine Förderung durch BMBF erfüllt. Die Deadline für die Einreichung von Anträgen der dritten Phase endete am 31.8.2013. Es wurden 12 Skizzen mit südafrikanischen Partnern eingereicht. Von diesen wurden die drei Verbundvorhaben "AMREP" ", "SOLAM" und "EcoSUN" mit einer dreijährigen Laufzeit bewilligt.

Im Mittelpunkt des SPACES (Science Partnerships for the Assessment of Complex Earth System Processes)-Programms stehen die Wechselwirkungen zwischen Geosphäre, Atmosphäre und Ozean sowie die Interaktionen zwischen Land und Meer sowie Biosphäre und Atmosphäre. Ziel des Programms ist es, durch wissenschaftliche Kooperationsprojekte zwischen Deutschland und der Region Südliches Afrika Empfehlungen an die Politik zu erarbeiten, um die nachhaltige Nutzung sowie den Erhalt der verschiedenen Ökosystemdienstleistungen der Region zu sichern.

Im Rahmen der Bekanntmachung Anfang 2012 sind 35 Skizzen eingegangen, an denen insgesamt 63 deutsche, 44 südafrikanische und 13 namibische Universitäten und Forschungseinrichtungen beteiligt waren. Im November 2012 fand ein Kick-off Workshop in der University of Cape Town (UCT) statt mit ca. 60 beteiligten Projektpartnern. Vier Teilprojekte sind zum 1.8.2013 mit Partnern aus Südafrika, Namibia und Deutschland gestartet, weitere fünf Teilprojekte wurden anschließend bewilligt. Capacity Building ist ein wesentlicher Bestandteil von SPACES. Neben Workshops und Sommerschulen ist eine Aus- und Fortbildungskomponente integrierter Bestandteil des Programmes. Dazu unterstützt das BMBF ein DAAD-Stipendienprogramm (Master- und Promotionsstipendien) für eine Laufzeit von 2001 bis 2017.

  • Programm EDCTP                                                                                                 

Das "European and developing countries clinical trials partnership? Programm ist eine Initiative von gegenwärtig 12 EU Staaten und Norwegens sowie 9 Afrikanischer Länder zur Durchführung klinischer Studien gegen HIV/AIDS, Malaria und TB sowie zu weiteren armutsassoziierten und vernachlässigten Infektionskrankheiten. Teilnahmeberechtigt sind neben den Mitgliedsstaaten alle weiteren afrikanische Staaten südlich der Sahara. Südafrika ist mit Abstand wichtigster afrikanischer EDCTP-Partner. Deutsche Forscher arbeiten in 6 Projekten (HIV und TB) mit Forschern aus Südafrika zusammen.

Das erste EDCTP Programm startete 2003 mit einem Gesamtbudget von rund 500 Mio Euro (EU und Mitgliedsstaaten jeweils 200 Mio, Dritte 100 Mio.). Die unter EDCTP 1 geförderten Projekte enden spätestens 2015. Davon trägt Deutschland 60 – 70 Mio. Euro (rund 40 Mio. über die deutschen "Beiträge" zum EU Haushalt und 20 – 30 Mio. über Kofinanzierung von Projekten aus dem BMBF Gesundheitsforschungstitel). Im Mai 2014 startete das zweite, ebenfalls auf 10 Jahre angelegte Programm EDCTP 2 mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Milliarden Euro (EU und Mitgliedsstaaten je 687 Mio, Dritte rund 500 Mio). Der Deutsche Beitrag wird bis zu 100 Mio Euro betragen. Es ist von einer Fortsetzung der intensiven Zusammenarbeit deutscher Forscher mit südafrikanischen Kollegen auszugehen. Im Januar 2014 hat die südafrikanische Regierung erklärt, dass sie als Vollmitglied zur Finanzierung von EDCTP-Projekten beitragen wird. Am 2.12.2014 wurde das zweite EDCTP Programm offiziell in Kapstadt vorgestellt.

Die Vorphase der Initiative zur Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Klimawandel und angepasstes Landmanagement im Westlichen (WASCAL) und im südlichen Afrika (SASSCAL) startete im ersten Quartal 2010. Südafrika ist als wichtiger Partner im südlichen Afrika zusammen mit Angola, Botswana, Namibia und Sambia in den Aufbau von SASSCAL (Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Use siehe www.sasscal.org) eingebunden.

Nach Abschluss des politischen und des wissenschaftlichen Abstimmungsprozesses wurden im Frühjahr 2013 die Gründungsdokumente unterzeichnet, im Sommer 2013 wurde der Verwaltungsrat eingerichtet und das Spitzenpersonal eingestellt. SASSCAL fungiert nun als eigenständige Institution und soll in der südlichen Region Afrika mit Südafrika als einem der aktiven Partner dazu beitragen, die Forschungskapazitäten und -infrastruktur sowie die wissenschaftlichen Dienstleistungen im Bereich Klimawandel und Landnutzung zu verstärken und auszubauen. Nach Auslauf der Finanzierung durch Deutschland werden Vertreter der fünf Partnerländer die Betriebskosten übernehmen und für die Verstetigung und der nachhaltigen Entwicklung des Zentrums sorgen. Hier kommt auch eine wichtige Aufgabe auf Südafrika zu.

Maßnahmen der Internationalen Abteilung

Das Kernstück der Maßnahmen bildet hier die WTZ mit 146 geförderten Projekten seit der Vereinbarung 1996. Die fachlichen Schwerpunkte lagen dabei auf den Bereichen Umwelt, Biowissenschaften + Biotechnologie, Materialforschung, IKT, Physikalische + Chemische Technologien sowie Geowissenschaften. Die letzte Bekanntmachung (deadline 14.3.2014) mit den Schwerpunkten Astronomie, Biotechnologie für Bioökonomie und Gesundheit sowie Ressourcenmanagement hat mit 58 eingereichten Projektvorschlägen eine starke Resonanz hervorgerufen. Im September 2014 wurden zusammen mit NRF 11 Skizzen für eine Förderung ausgewählt und zwischenzeitlich bewilligt.

Im Rahmen der Bekanntmachung "Partnerschaften für nachhaltige Problemlösungen in Subsahara-Afrika" wurden in der 1. Phase 3 Projekte mit Partnern aus Südafrika und ostafrikanischen Ländern gefördert, in der 2. Phase werden weitere 2 Projekte mit Partnern aus dem südlichen Afrika unterstützt.

Im Rahmen der trilateralen Aktivitäten mit Frankreich konnte ebenfalls ein Vorhaben gefördert werden. Auch im Rahmen der 11 Vorbereitungsmaßnahmen zu "Forschungsnetze für Gesundheitsinnovationen" sind südafrikanische Wissenschaftler in insgesamt 7 Vorhaben ausgesprochen stark vertreten.

ERA-Netze mit BMBF/IB-Beteiligung

Hauptziel des auf drei Jahre angelegten (2010-2013) ERA-Nets ERAfrica ist es, gemeinsame Förderaktivitäten europäischer und afrikanischer Programmträger umzusetzen. Von afrikanischer Seite sind neben Südafrika auch Ägypten, Burkina Faso, Elfenbeinküste und Kenia beteiligt. Im Januar 2013 wurde mit Bewerbungsfrist 15. April die erste gemeinsame Förderbekanntmachung veröffentlicht, die die drei Förderbereiche ?Erneuerbare Energien', ?Sich überlagernde Herausforderungen (Schnittstellen von Herausforderungen wie Ernährungssicherheit, Klimawandel, Gesundheit.)' sowie ?Neue Ideen (themenoffene Pionierforschung)' umfasst. Das Sekretariat für die gesamte Durchführung der Förderbekanntmachung ist im PT-IB angesiedelt.

Die Beteiligung südafrikanischer Forscher an den insgesamt 106 eingereichten Anträgen in den drei Schwerpunkten ist mit insgesamt 108 ausgesprochen hoch, d.h. im Durchschnitt ist in jedem eingereichten Antrag ein südafrikanischer Wissenschaftler beteiligt. An der Förderbekanntmachung beteiligen sich 20 Fördergeber aus 15 Staaten mit einem Gesamtförderbudget von 11 Mio. €. DST stellt zur Kofinanzierung des Programms insgesamt 1,1 Mio. € zur Verfügung, BMBF 1,2 Mio. €. Das Programm wurde mit einem beantragten Volumen von ca. 65 Mio. € sechsfach überzeichnet.  Bei den insgesamt 17 geförderten Projekten sind in 11 Vorhaben südafrikanische Wissenschaftler involviert.

Weitere EU-Koordinierungsmaßnahmen mit BMBF/IB-Beteiligung

Südafrikanische Partner sind ebenfalls maßgeblich involviert in die beiden EU-Koordinierungs-maßnahmen CAAST-Net plus und ESASTAP plus:

CAAST-Net plus(CN+) ist das auf vier Jahre (2013-2016) angelegte Folgeprojekt von CAAST-Net (2008 –2012) - beides INCO-Net Projekte im Rahmen des 7. FP der EU. Das übergreifende Ziel ist, Kooperationen im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation zwischen Akteuren aus Subsahara-Afrika und Europa durch die Koordination und Förderung eines entsprechenden Netzwerkes zu ermöglichen und zu intensivieren. CN+ besteht aus 25 Konsortialpartnern aus Afrika und Europa. PT-IB/DLR ist als Co-Leader mit DST (Südafrika) im Arbeitspaket 4 (Unterstützung des Afrika-EU Politdialogs in den Bereichen Forschung, Technologie und Innovation vertreten und besonders verantwortlich für die jährlichen Stakeholderforen.

 

Das auf weitere 3 Jahre (2012-2015) angelegte Nachfolgeprojekt des BILAT Südafrika ESASTAP verfolgt das Ziel, die seit 1996 bestehende strategische Partnerschaft zwischen der europäischen Union und Südafrika weiter auszubauen und zu vertiefen. An dem Projekt sind drei südafrikanische (DST, ASSAf, SARIMA) und sechs europäische Partner (aus D, F, IT, GR und der Schweiz) beteiligt.

Eine Initiative vom

Projektträger