Alexander von Humboldt Stiftung (AvH)

Seit 2009 besteht die Alexander von Humboldt Association of Southern Africa, die seit 2011 in zwei regionale "Chapter" gegliedert ist und vor Ort von je einem Humboldt Club-Präsidenten / einer Humboldt Club-Präsidentin an der University of Cape Town und an der North West University geleitet wird.

Die AvH hat bislang 250 Forschungsstipendien und -preise an südafrikanische Forschende verliehen. Die lokalen "Humboldtianer" sind fast zu gleichen Teilen den Geisteswissenschaften und den Naturwissenschaften zuzuordnen (zum Vergleich weltweit: 27 % zu 63 %). Nur ein geringer Anteil gehört zu den Ingenieurwissenschaften. Im Rahmen der Alumni-Förderung werden u.a. erneute Forschungsaufenthalte in Deutschland, Fachtagungen im Ausland (sog. Humboldt-Kollegs), Buchspenden, Gerätebeihilfen und Institutspartnerschaften gefördert. Zur Eröffnung des Wissenschaftsjahres beteiligte sich die AvH zusammen mit dem DAAD im April 2012 an einer gemeinsamen Alumnikonferenz in Kapstadt mit rund 200 Teilnehmenden.

Ende 2012 hat die AvH die vom BMBF geförderte "Neville Alexander-Gedächtnisinitiative" ins Leben gerufen. Die Sonderinitiative ist dem 2012 verstorbenen Humboldtianer Professor Neville Alexander gewidmet, einem Weggefährten Nelson Mandelas, und trägt zum Kapazitätenaufbau in (Süd-)Afrika bei. Die Gedächtnisinitiative ruht auf drei Säulen: 1. der Finanzierung einer "Institutspartnerschaft zur Förderung des African-German Network of Excellence in Science (AGNES)" sowie 2. den drei Humboldt-Alumni-Preisen zur Förderung des African-German Network of Excellence in Science und 3. den Humboldt-Forschungspreisen in Gedenken an Neville Alexander für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Afrika.

Anlässlich des Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft 2012/2013 haben BMBF und DST im April 2013 ein MoU unterzeichnet mit dem Ziel, gemeinsam eine Forschungsprofessur in Südafrika einzurichten. Die Forschungsprofessur soll international ausgeschrieben werden und auf einen gemeinsam festgelegten Themenschwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit ausgerichtet sein. Die Forschungsprofessur soll zunächst für einen Zeitraum von vier Jahren als Projekt gefördert werden, wobei der ursprüngliche Zeitraum durch gemeinsame Entscheidung verlängert werden kann (und soll). Die Forschungsprofessur soll an einem Standort in Südafrika angesiedelt werden, der über eine exzellente Forschungsinfrastruktur verfügt. Die konkrete Ausgestaltung der Forschungsprofessur wird von BMBF und DST gemeinsam mit der AvH und der National Research Foundation (NRF) koordiniert. Die Verhandlungen mit NRF über die Konzipierung des Lehrstuhls laufen seit Sommer 2013, ohne bisher zu einem konkreten Abschluss gekommen zu sein.

Aufbauend auf dem Modell des Stiftungslehrstuhls am African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) - Senegal, plant die AvH die Errichtung von vier weiteren Lehrstühlen am AIMS in Südafrika, Ghana, Kamerun und Tansania. Das vom BMBF geförderte Projekt soll im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2014 beginnen.

Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD)

Der DAAD hat im Juni 2014 sein Strategiepapier für die akademische Zusammenarbeit mit Ländern Subsahara-Afrikas vorgestellt. Dabei setzt er auf leistungsstarke Hochschulen als Schlüssel für ein funktionierendes Bildungssystem und nachhaltiges Wachstum.

Südafrika liegt an erster Stelle der DAAD-Förderung in Sub-Sahara-Afrika. Insgesamt förderte der DAAD im Jahr 2013 mittels Individual- oder Projektförderung 1006 Personen. Hiervon wurden 600 Deutsche in Südafrika und 406 Südafrikaner in Deutschland unterstützt.

In der DAAD-Förderung bieten neue Programme neue Möglichkeiten für den Auf- und Ausbau von Hochschulpartnerschaften. In den etablierten Kooperationsprogrammen sind südafrikanische Hochschulen gefragte Partner. Finanziert werden sie mit dem Schwerpunkt "Entwicklungszusammenarbeit" vom BMZ und mit dem Schwerpunkt "Forschung und Lehre" vom BMBF.

 

Forschung und Lehre:

Das Programm Forschungsstipendien (früher Jahresstipendien oder Promotionsstipendien) gehört zu den ältesten des DAAD und wird weltweit angeboten. Im Rahmen des akademischen Austausches mit Südafrika hat es aus diesem Grunde auch die längste Tradition, allerdings nicht die höchsten Förderzahlen. Im gesamtafrikanischen Vergleich von ca. 40 verschiedenen Ländern belegt Südafrika hinter den bewerbungsstarken Ländern einen Platz im Mittelfeld. Die fachlichen Schwerpunkte liegen in Chemie, Biochemie, Pharmazie und Theologie.

Das Programm hat sich um Forschungsstipendien für NachwuchswissenschaftlerInnen im Rahmen von SPACES erweitert. Zunächst wurden mit einem Finanzvolumen von ca. 1,5 Mio EUR jährlich Master- und Promotionsstipendien an Nachwuchswissenschaftler/innen im Bereich der Meeres- und Küstenforschung aus Südafrika, Namibia und Angola vergeben. Im Mai 2014 wurde das Programm neu ausgeschrieben. Danach können sich neben Graduierten und Doktoranden nun auch Post-Docs um einen zwei- bis sechsmonatigen Forschungsaufenthalt in Deutschland  bewerben. Allerdings richtet sich die Ausschreibung nur noch an namibische und südafrikanische Nachwuchswissenschaftler/innen. 2013 wurden 2 Doktoranden aus Südafrika im Rahmen von SPACES gefördert.

Seit Ende 2011 gibt es das vom BMBF finanzierte Programm "Welcome to Africa", in dem es im Rahmen von Forschungszusammenarbeit mit afrikanischen Partnern um die Förderung der Afrikakompetenz des deutschen wissenschaftlichen Nachwuchses und den Auf- und Ausbau einer nachhaltigen Forschungszusammenarbeit zwischen afrikanischen und deutschen Hochschulen geht. Im Februar 2012 wurden 11 Projekte ausgewählt, darunter 6 mit südafrikanischer Beteiligung. Projektpartner sind University of KwaZulu-Natal, University of Free State, Stellenbosch University, Nelson Mandela Metropolitan University, University of South Africa, University of the Witwatersrand, University of Cape Town. Die fachlichen Schwerpunkte liegen auf Sprach-/Kulturwissenschaften (2), Rechts-/Wirtschafts-/Sozialwissenschaften (2), Agrar-/Forst-/Ernährungswissenschaften sowie Mathematik/Naturwissenschaften. Im Rahmen dieser Projekte wurden 2013 insgesamt 58 Personen gefördert: 40 Deutsche (35 Studierende und 5 Wissenschaftler) und 18 Südafrikaner/innen (10 Studierende und 8 Wissenschaftler). Seit 2012 werden aus AA-Mitteln durch den DAAD Klimanetzwerke gefördert, u.a. das der Universität Oldenburg mit Partnern in Südafrika und Tansania. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurden 2013 5 Studierende und 1 Wissenschaftler aus Südafrika und 2 Studierende und 1 Wissenschaftler aus Deutschland gefördert.

Zudem fördert der DAAD einen gemeinsamen Lehrstuhl mit Volkswagen an der Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU) in Port Elizabeth.

 

Entwicklungszusammenarbeit:

2010 wurde das In-Country Programm zum ersten Mal gemeinsam vom DAAD und der NRF ausgeschrieben und finanziert. Es bietet jährlich 100 Stipendien, 50 für Master- und 50 für PhD-Kandidat/innen und 10 Forschungsaufenthalte bis zu 6 Monaten in Deutschland. Es wird an den Hochschulen in allen Regionen Südafrikas angeboten und wird so zu einem wirksamen und wahrnehmbaren Beitrag zur Ausbildung des akademischen Nachwuchses. Die fachlichen Schwerpunkte liegen bei den Biowissenschaften.

Ferner unterstützt der DAAD renommierte Ausbildungs- und Forschungszentren in Südafrika durch die Vergabe von Stipendien:

  • das African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) in Kapstadt hat sich zum Ziel gesetzt, die angewandte Mathematik zu fördern, hochqualifizierte Studierende und Lehrer zu gewinnen und hiermit die Kapazitäten für Ausbildung, Forschung und Technik auf diesem Gebiet in Afrika auszubauen. Zu diesem Zweck wurde 2008 die vom britischen Physiker Stephen Hawking unterstützte "The Next Einstein Initiative" gestartet. 2012 wurde ein von der AvH aus Mitteln des BMBF geförderter AIMS-Lehrstuhl in Senegal eingerichtet. Der DAAD unterstützt diesen mit zwei Promotionsstipendien.
  • das Centre for Human Rights
  • das African Centre for Migration and Society (ACMS).das 2010 von der Universität Kapstadt aufgelegte Afrikanische Pädiatrische Fellowship-Programm (APFP). Im Rahmen eines einjährigen Masterkurses werden im Red Cross War Memorial Kinderkrankenhaus in Kapstadt, der modernsten Kinderklinik in Subsahara-Afrika, Ärzte in Kinder- und Jugendmedizin weitergebildet.

 

Seit 2009 gibt es das südafrikanisch-deutsche Fachzentrum für Entwicklungsforschung und Strafjustiz in Kapstadt. Partner sind die University of the Western Cape, die Ruhr-Universität Bochum und die Humboldt Universität in Berlin. Die beiden eigenständigen Zentren bieten Master- und PhD-Studiengänge in den Bereichen Entwicklungsforschung / –politik und Strafjustizwesen. Sie sind Teil der Initiative des Auswärtigen Amtes, das mit der "Aktion Afrika" den Kultur- und Bildungsbereich im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit neu strukturieren und stärken möchte.

 

Präsenz vor Ort:

Die DAAD-Präsenz vor Ort wurde seit 1997 kontinuierlich ausgebaut. Das Lektorat an der University of the Witwatersrand in Johannesburg entwickelte sich zu einem IC-Büro mit 3 festen Mitarbeiter/innen und regelmäßigen Praktikumsplätzen. Hinzu kam ein Lektorat an der Deutschabteilung der Stellenbosch University, ein Fachlektorat im Bereich Wirtschaftswissenschaften an der School of Government der University of the Western Cape sowie 2007 eine gemeinsam von der Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU), VW Südafrika und dem DAAD finanzierte Langzeitdozentur in Port Elizabeth an der NMMU.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Die DFG pflegt Beziehungen zu einer Vielzahl ausländischer Partnerorganisationen in allen Kontinenten. Derzeit bestehen Vereinbarungen der DFG mit Organisationen in 27 außereuropäischen Ländern. Im Rahmen der Vereinbarung über die wissenschaftliche Zusammenarbeit kooperieren DFG und NRF seit 1999 (beziehungsweise seit 1996 mit der Vorgängerorganisation, der Foundation for Research Development). Sie haben seitdem gemeinsam ca. 40 Maßnahmen wie Anbahnungsreisen, bilaterale Seminare und Forschungsprojekte gefördert. Zurzeit gibt es nur ein laufendes Vorhaben aus dem Bereich der Kernphysik.

Südafrikanische und deutsche Partner sind im Rahmen verschiedener Instrumente der DFG (Sachbeihilfe, Forschergruppen, Internationale Graduiertenkollegs, Infrastruktur-Schwerpunktprogramm, Vorbereitung internationaler Kooperationen) in ca. 60 laufende Maßnahmen eingebunden.

Die Universität Bonn und die Universität of the Free State arbeiten zum Thema Vulnerabilität und Resilienz von Böden im Rahmen einer Forschergruppe zusammen. Zum Thema HIV/AIDS wurde 2008-13 ein Internationales Graduiertenkolleg zwischen den Universitäten Würzburg und Stellenbosch gefördert. Das Infrastruktur-Schwerpunktprogramm umfasst 5 Maßnahmen zum Themenfeld der Geowissenschaften. Besonderes Kennzeichen ist die überregionale Kooperation der teilnehmenden Forschenden.

Die DFG engagiert sich  in der Gründungsphase des Global Research Council (GRC) seit 2011 für die volle regionale Einbindung des afrikanischen Kontinents in dieses internationale Forum wichtiger nationaler Forschungsförderorganisationen. Das südafrikanische GRC Mitglied, die NRF hat sich in diesem Rahmen bereit erklärt, in Kooperation mit der japanischen JSPS das nächste afrikanische Regionaltreffen und zugleich  ein "Joint Symposium on Academic Research in Africa" im November 2014 in Stellenbosch zu organisieren.

Zahlreiche Projekte mit südafrikanischer Beteiligung wurden im Rahmen der Initiative "Deutsch-afrikanische Kooperationsprojekte in der Infektiologie" gefördert; im August 2014 wurde eine neue Ausschreibungsphase gestartet.

Eine Initiative vom

Projektträger