Fraunhofer-Gesellschaft (FhG)

Fraunhofer-Institute forschen mit südafrikanischen Partnern schwerpunktmäßig zu biomedizinischen, bauphysikalischen und systemtechnischen Fragestellungen sowie im Bereich Kommunikationssysteme und Mobilität.

Im Rahmen der Global Research Alliance (GRA) wird von dem Fraunhofer Institut FOKUS (federführend für das ganze Projekt) und AICOS (Fraunhofer-Portugal), CSIR Meraka, CSIRO (Australien) und VTT (Finnland) das Kooperationsprojekt NET4DC durchgeführt, dessen Laufzeit bis Ende 2014 reicht. Dabei wird eine Technologie mit dem Ziel entwickelt, ländlichen Gebieten Zugang zu globalen Kommunikationsinfrastrukturen zu verschaffen. Zielregionen sind insbesondere afrikanische Länder.

In Kooperation mit der Biological Engineering Research Group (BERG) der Stellenbosch Universität beschäftigt sich das Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) unter Einbeziehung von Unternehmen im Projekt "MobiMed" mit IT-basierten Technologien für die Gesundheitsversorgung. Dabei wurde ein mobiles autarkes Diagnostiklabor entwickelt, das seit 2011 aktiv ist und zum aktuellen Zeitpunkt auch für Schulungs- und Demonstrationszwecke genutzt wird. Es besteht Interesse daran, das Labor auf weitere Regionen auszuweiten.

Das Fraunhofer Institut für Fertigungstechniken und angewandte Materialforschung (IFAM) kooperiert mit Aerosud (Aeronautical Engineering Solutions for the Civil and Military Aviation Industry) im Capacity Building im Bereich der Klebstofftechnologien. 

Von 2008 bis 2011 war das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) am Projekt "Hochleistungsbearbeitung von Integralbauteilen aus Titan" beteiligt. Auf südafrikanischer Seite waren das Western Cape Institute for Advanced Tooling und die Universitäten Johannesburg, Kapstadt und Stellenbosch involviert. Zielsetzung des Projekts war es, gewichtsreduzierte Teile für die Luftfahrtindustrie herzustellen. Das IWU hat hierfür eine Anforderungsanalyse erstellt und bei Simulationen und der Prozessentwicklung und -optimie­rung mitgewirkt. Das Nachfolgeprojekt, das 2013 begann ("Resource efficient process chains for titanium components in aerospace, automotive and medical applications?), wird in Kooperation mit dem Titanium Center of Competence (TiCoC) des CSIR (Council for Scientific and Industrial Research) ausgeführt und vom südafrikanischen Department of Science and Technologie gefördert. Laufzeit sind drei Jahre (2013-2016).

Die Fraunhofer-Gesellschaft verfügt seit April 2014 über nunmehr zwei Fachberater in Südafrika, von denen einer für die Region Gauteng und der andere bereits seit Mitte 2013 primär für die Kapregion zuständig ist.

Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF)

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat mit Südafrika langjährige Partnerschaften vor allem über das Alfred-Wegener Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), das GeoForschungsZentrum Pots­dam (GFZ), das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) aufgebaut.

Das AWI arbeitet mit insgesamt acht Institutionen zusammen, unter anderem mit dem South African National Antarctic Programme (SANAP) und mit dem CGS. Kapstadt ist darüber hinaus der wichtigste Hafen für das Forschungsschiff "Polarstern". Auch waren Wissenschaftler des AWI und des SANAP an der gemeinsamen deutsch-südafrikanischen Antarktisinspektion im Rahmen des Wissenschafts­jahres beteiligt. Für das Jahr 2015 ist eine Polarstern Expedition (Transit von Kapstadt nach Bremer­haven oder umgekehrt) in Planung auf der junge südafrikanische Nachwuchswissenschaftler in der Meeresforschung ausgebildet werden sollen.

Nach dem 2012 beendeten überaus erfolgreichen Gemeinschaftsprogramm "Inkaba yeAfrica" ist das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ seit kurzem wieder im Rahmen der BMBF-Initiative SPACES im südlichen Afrika aktiv,  einen Beitrag zur Formulierung wissenschaftsbasierter Vorschläge für ein angepasstes Ökosystem-Management zu leisten. Darüber hinaus führt das GFZ im Bereich der mineralischen Rohstoff-Forschung verschiedene Gemeinschaftsvorhaben mit süfafrikanischen Partnern im Bushveld-Komplex durch.

Auch das GEOMAR hat über die SPACES-Initiative laufende Kooperationen mit Südafrika.  Ferner wird im Projekt AGULHAS untersucht, welche Bedeutung der ozeanische Austausch zwischen Indischem und Atlantischem Ozean im globalen Klimasystem einnimmt. Daten und Ergebnisse des SACUS-Projektes sollen zu verbesserten Klimavorhersagen für den südlichen Teil des afri­kanischen Kontinents führen. Beide Projekte, die seit dem Juli 2013 für insgesamt 3 Jahre laufen, werden in Kooperation mit  der University of Cape Town durchgeführt.

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ hat bereits kurz nach seiner Gründung in den 90iger Jahren intensiv mit Partnern in Südafrika zusammengearbeitet zum Themenkomplex der ökologischen Modellierung, Biodiversitätsforschung und Landnutzung. Diese Kooperationen wurden in zahlreichen EU-Projekten (mind. acht, u.a. mit dem CSIR und der University of Stellenbosch) gepflegt, von denen das letzte im Jahr 2013 abgeschlossen wurde. Die aktuelle Zusammenarbeit des UFZ fokussiert auf der Untersuchung der  "Wechselwirkungen zwischen Grundwasser und Meerwasser und deren Auswirkungen auf das Küsten- und Wasserressourcen-Management im südlichen Afrika" und läuft bis 2016. Schließlich bestehen Kontakte zum Council for Geoscience und der  University of the Witwatersrand und das gemeinsame Interesse, innovative Explorationstechnologien zu entwickeln.

Seit einigen Jahren  besteht zudem im Bereich der Raumfahrt zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der South African National Space Agency (SANSA) eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit (besonders in den Bereichen Fernerkundung und Betrieb der Bodenstationen), die im Laufe des Wissenschaftsjahres durch die Unterzeichnung eines MoU im Juli 2012 besiegelt und durch den Besuch einer hochrangigen DLR-Delegation im März 2014 weiter vertieft wurde durch Kontakte in der Verkehrsforschung (u.a. mit CSIR und der Universität Kapstadt). CSIR und DLR planen zeitnah zu den Themen Verkehrsentwicklung und Umwelt sowie Fahrzeugkonzepte und Materialien (v.a. Leichtmetalle) ein MoU zwischen den Instituten zu unterzeichnen. Darüber hinaus bestehen zwischen dem DLR und südafrikanischen Institutionen gemeinsame Aktivitäten zu alternativen Treibstoffen in der Luftfahrt und solarthermischen Kraft­werken.

Auch das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) unterzeichnete im Februar 2013 ein MoU mit dem South African Medical Research Council (MRC). Bei einem gemeinsamen Workshop im Ok­tober 2013 am HZI wurden mögliche Kooperationsfelder diskutiert. Derzeit ist ein Kooperationsvertrag in Vorbereitung, der die Details der geplanten Zusammenarbeit im Bereich der Wirkstoffforschung (Untersuchung des Potentials von Naturstoffen v.a. gegen Tuberkulose und Malaria) festlegen soll.

Max-Planck-Gesellschaft (MPG)

Die Max-Planck-Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren einen Prozess zur systematischen Weiterentwicklung ihrer Internationalisierung angestoßen und setzt dabei verschiedene Instrumente ein wie Max-Planck-Institute im Ausland, Max Planck Center/Partnerinstitute, Partnergruppen.

Derzeit bestehen 47 Partnergruppen weltweit. Diese können mit einem Institut im Ausland eingerichtet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exzellente Nachwuchswissenschaftler (Postdoktoranden) im Anschluss an einen Forschungsaufenthalt an einem Max-Planck-Institut an ein leistungsfähiges und angemessen ausgestattetes Labor in ihrem Herkunftsland zurückkehren und an einem Thema weiterforschen, welches auch im Interesse des vorher gastgebenden Max-Planck-Instituts steht. In Südafrika wurden zwei Partnergruppen eingerichtet:
Das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie kooperiert mit dem KwaZulu Natal Research Institute for Tuberculosis and HIV (K-RITH) in Durban und hat am Institut in Durban zwei Forschungsgruppen eingerichtet.
Eine Forschungsgruppe wird von Dr. Alex Sigal geleitet. Die Forschungsgruppe beschäftigt sich mit der Hartnäckigkeit der Krankheit bei HIV und TB Infizierten. Sobald die Therapien abgesetzt werden oder das Immunsystem geschwächt wird, können sich die beiden Krankheiten im Körper schnell wieder ausbreiten. Grund dafür ist die frühe Bildung eines Infektionsspeichers im Körper des Infizierten. Die Forschungsgruppe möchte den Grund für diese frühe Bildung des Infektionsspeichers erforschen, um eine bessere Therapie zu ermöglichen.
Die zweite Forschungsgruppe wird von Professor Thumbi Ndung'u geleitet. Die Forschungsgruppe möchte die Immunreaktionen bei HIV-1 verstehen, um eine rationale Impfstoffentwicklung zu ermöglichen. Immunmechanismen spielen eine wichtige Rolle beim Ausbruch des HIV 1 Virus und des weiteren Verlaufs bzw. der Schwere der Krankheit.

Im Berichtsjahr 2013 hielten sich 17 Gastwissenschaftler aus Südafrika an Max-Planck-Instituten auf.

Max-Planck-Institute waren 2013 in 19 Kooperationsprojekten mit südafrikanischen Partnern engagiert, und zwar in chemisch-physikalisch-technischen (7), biologisch-medizinischen (3) und in geistes-, sozial- und humanwissenschaftlichen (9) Themenfeldern wie z.B. multireligiöser und multiethischer Gesellschaften, Anthropologie, Infektionsbiologie, Meteorologie und Radioastronomie. Sie kooperierten dabei mit der UCT, WITS, UNISA, Rhodes University, Stellenbosch University, CSIR, NRF und dem Hartebeesthoek Radio Observatory.

Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL)

Im Jahr 2013 kooperierten 12 von nunmehr 89 Instituten der WGL mit südafrikanischen Partnern. Neben Universitäten bestehen Kooperationen mit außeruniversitären Forschungs- und Serviceeinrichtungen. Die thematische und formale Bandbreite der Zusammenarbeit spiegelt die disziplinäre Vielfalt der WGL wider. 

Besonders intensive Kontakte pflegt das Museum für Naturkunde (MfN) in Berlin (Forschungsmuseum der WGL), das in den letzten Jahren 17 Kooperationsprojekte mit verschiedensten südafrikanischen Partnern zu Themen der Biodiversität und Geologie  unterhielt. Auch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SNG), Frankfurt a.M., verfolgt verschiedene Projekte zur Biodiversität mit Kooperationspartnern wie dem South African Biodiversity Institute.

Das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen kooperiert seit vielen Jahren mit der Universität Kapstadt zu marinen Ökosystemen und ist zusammen mit dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) in Warnemünde in die BMBF-Initiativen GENUS und SPACES eingebunden. Das ZMT beteiligte sich auch mit entsprechenden thematischen Workshops am Deutsch-Südafrikanischen Wissenschaftsjahr 2012/13.

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig untersucht u.a. in Südafrika den Einfluss natürlicher Aerosol-Partikel in Pflanzengasen auf Wolkenbildung und Kühlung, durch welche die Vegetation die Klimaerwärmung bremst.  

Das Leibniz-Institut für Zoo – und Wildtierforschung (IZW) in Berlin betreibt seit vielen Jahren auch in Südafrika Wildtier- und Säugetierforschung, Naturschutzforschung und Artenschutz, Biodiversitätsmonitoring, Reproduktionsmanagement und Verhaltensforschung.

Das Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) in Dresden erforscht zusammen mit südafrikanischen Partnern elektrisch und thermisch leitfähige Polymernanokomposite, die der Verbesserung der Dispergierung von expandiertem Graphit durch chemische Modifizierung dienen sollen.

Auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) in Braunschweig verfolgen seit mehreren Jahren Kooperationen mit mehreren südafrikanischen Partnern in ihren jeweiligen Forschungsgebieten.

Schließlich ist das Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA) in Hamburg mit einer Vielzahl von Projekten in Afrika aktiv: Unter dem Titel "Institutions for Sustainable Peace – Africa" führt das GIGA 2014 DFG-gefördert ("Point Sud") eine Veranstaltung in Stellenbosch/Südafrika durch, um parallel zu dem in Hamburg koordinierten ISP-Netzwerk mit weltweit führenden Wissenschaftlern eine "Südschiene" zu eröffnen. Inhaltlich geht es um die Frage, wie durch geeignete institutionelle Designs Konfliktrisiken minimiert werden können. Im Schwerpunktbereich "International Relations – South Africa-Germany" plant das GIGA ein Auslandsbüro in Südafrika zu eröffnen. Standort soll das South African Institute for International Affairs (SAIIA Johannesburg) sein, thematisch geht es im Schwerpunkt um die Forschung zu internationalen Beziehungen bzw. der Rolle Südafrikas auf dem afrikanischen Kontinent und darüber hinaus.

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