StartseiteLänderAfrikaSüdafrikaZusammenfassungÜberblick zur internationalen Kooperation

Überblick zur internationalen Kooperation: Südafrika

Bei der Internationalisierung von Bildung hat es Südafrika bisher vermieden, ministerielle Unterstützung zu gewährleisten. Vielmehr sind hier die Hochschulen am Zug, die eigene Programme entwickeln. De facto hat sich Südafrika vermehrt zu einem beliebten Zielland vor allem für afrikanische Studierende aus der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) entwickelt. Mit einem Anteil von 4 Prozent internationaler Studierender liegt Südafrika allerdings noch immer unter dem Durchschnitt der OECD-Mitgliedsländer (siehe Bildungsindikatoren).

Führende Herkunftsländer sind Simbawe, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo, Lesotho und Namibia. Die führenden Zielländer für südafrikanische Studierende sind dagegen die USA, Großbritannien, Deutschland, Australien und Kanada (Quelle: UNESCO Institute of Statistics Global Flow of Tertiary-Level Students, erfasst werden nur diejenigen Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben. Zu China als Zielland fehlen Daten).

Zur Internationalisierung von Forschung und Innovation hat Südafrika noch keine eigene Strategie angenommen. Das Ministerium für Wissenschaft und Innovation (DSI) setzt bei der internationalen Kooperation vor allem darauf, die nationalen Investitionen in FuE durch ausländische Investitionen (von Partnerländern, Wirtschaftsunternehmen und/oder gemeinnützigen Einrichtungen) zu ergänzen, dem südafrikanischen wissenschaftlichen Nachwuchs eine Ausbildung im Ausland zu verschaffen und den Einfluss in internationalen Organisationen durch Wissenschaftsdiplomatie zu stärken.

Das DSI (früher DST) hat bisher bilaterale Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit über 40 Ländern in Afrika, Asien und Europa geschlossen, die von der National Research Foundation (NRF) administriert werden. Mit zahlreichen Ländern – darunter auch China – gibt es bilaterale Förderbekanntmachungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kooperation mit Afrika bzw. dem südlichen Afrika. Hier engagiert sich Südafrika beim Aufbau von Forschungs-, Technologie- und Innovationskapazität, so beispielsweise durch Promotionsprogramme und die Unterstützung der „African Open Science Platform“ (AOSP).

Die internationale Ko-Publikationsrate Südafrikas ist im Zeitraum von 1996 bis 2019 ähnlich wie in Deutschland und vielen anderen westlichen Industrieländern deutlich gewachsen: von 27,7 auf 52,3 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland nahm der Anteil im selben Zeitraum von 30,9 auf 51,9 Prozent zu (Quelle: SCImago. SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved June 26, 2020, from www.scimagojr.com).

Die fünf wichtigsten Ko-Publikationsländer der letzten drei Jahre sind größtenteils mit den beliebtesten Zielländern für internationale Studierende identisch: Dazu zählen auf Rang 1-4 die USA, Großbritannien, Australien und Deutschland. Mit Nigeria konnte sich ein afrikanisches Land unter den Top 5 platzieren. Unter den Top 10 der Ko-Publikationsländer finden sich auch die Niederlande (Rang 7), Indien (Rang 8) und China (Rang 9, Quelle: Scopus-Datenbank, Elsevier, Zeitraum 2018-20).

Südafrika ist Sitzland mehrerer multilateraler Forschungsenrichtungen. Die prominenteste stellt das im Aufbau befindlliche Square Kilometre Array (SKA) dar, ein neues hochempfindliches Radioteleskop, mit dessen Hilfe fundamentale Fragen in der Weltraumforschung beantwortet werden sollen. Das SKA wird von einer internationalen Trägergemeinschaft mit Hilfe von über zwanzig Staaten aufgebaut.

Im Jahr 1996 schlossen die Europäische Union (EU) und Südafrika ein Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit und fördern seitdem die bilateralen Beziehungen. Aktuelle Informationen können auf der Website der EU zur Kooperation mit Südafrika im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden. Die europäisch-südafrikanische Kooperation hat dabei mehrere Facetten. Dazu gehört die Beteiligung Südafrikas an dem EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20), eine „Roadmap for EU-South Africa Science and Technology Cooperation legt thematische Prioritäten fest. Bis Januar 2021 warb das Land europäische Fördergelder in Höhe von 53,9 Millionen Euro ein. Unter den insgesamt 195 Projekten, an denen sich Südafrika bisher beteiligte, wies mit 121 Projekten knapp zwei Drittel auch eine deutsche Teilnahme auf (Quelle: H2020-ECORDA-Vertragsdatenbank).

Eine weitere Variante europäisch-südafrikanischer Kooperation betrifft die Verbindung verschiedener nationaler und europäischer Fördertöpfe im Rahmen von Public-Public Partnerships (P2Ps) mit Länder- oder Themenfokus (Überblick ERA-LEARN). Dazu gehört die Initiative EDCTP („European and Developing Countries Clinical Trials Partnership“) zur langfristigen klinischen Untersuchung von Impfstoffen und Arzneimitteln gegen HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose, die in die bi-regionale Kooperation EU-Afrika-Kooperation eingebettet ist.

Erweitertete Perspektiven schafft die Zusammenarbeit mit den anderen BRICS-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China durch gemeinsam Förderbekanntmachungen und Kooperationen im Bildungsbereich.

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