Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern

Im Mittelpunkt der gegenwärtigen Wissenschafts- und Forschungsbeziehungen stehen südeuropäische Länder wie Frankreich, Spanien und Italien. Wichtige Partner für Tunesien sind auch die maghrebinischen Nachbarstaaten Algerien und Marokko.

Eine nachgeordnete Rolle spielen Forschungsbeziehungen zu den nordafrikanischen Ländern oder anderen afrikanischen Ländern. So zeigt etwa eine Analyse der wissenschaftlichen Kooperationen tunesischer Institutionen, dass der wichtigste tunesische Forschungspartner Frankreich ist. Bemerkenswert ist, dass die Anzahl an wissenschaftlichen Kooperationen mit nordamerikanischen Partnern größer ist, als die mit nordafrikanischen und sonstigen afrikanischen Partnern zusammen.

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Land

Anzahl an Forschungskooperationen

Land

Anzahl an Forschungskooperationen

Europäische Länder

 

Arabische und nordafrikanische Länder

 

Frankreich

1862

Marokko

57

Spanien

48

Algerien

26

Portugal

10

Jordanien

7

Italien

82

Ägypten

13

Griechenland

6

Syrien

5

Türkei

13

   

Deutschland

70

Andere afrikanische Länder

 

Norwegen

5

Südafrika

6

England

62

Senegal

14

Belgien

71

   

Amerikanische Länder

 

Asiatische Länder

 

USA

160

Japan

34

Kanada

66

Indien

13

Quelle: UNESCO: Country Report: The Science and Technology System of Tunisia

 

Formale Kooperationsabkommen bestehen mit verschiedenen europäischen Ländern, unter anderem auch mit Deutschland in Form eines MoU seit 1998.

Land

Kooperationsrahmen

Deutschland

• Memorandum of Understanding zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (1998)

Frankreich

• Konvention über eine kulturelle, wissenschaftliche und technologische Kooperation (1985)

• Kooperationsabkommen mit verschiedenen französischen Forschungsinstituten (1992)

Spanien

• MoU zur Etablierung eines tunesisch-spanischen Forschungsabkommens zwischen Universitäten und Forschungsinstituten (2002)

Portugal

• Übereinkommen über kulturelle, wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit (1992)

Italien

• Übereinkommen über kulturelle, wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit (1997)

• MoU zur Kooperation mit dem italienischen Ministerium für Bildung, Universitäten und Forschung (2005)

Griechenland

• Abkommen über eine wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit (2002)

Türkei

• Abkommen über eine wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit (2001)

• Kooperationsabkommen mit dem türkischen Rat für wissenschaftliche und technologische Forschung (TÜBITAK)

Quelle: ERAWATCH, National Profil – Tunisia; Brief description of the structure of the research system.

Darüber hinaus besteht ein Abkommen zur Kooperation im wissenschaftlich-technologischen Bereich zwischen Tunesien und Südkorea aus dem Jahr 1994, in dessen Rahmen seit dem Jahr 2013 erstmals auch drei gemeinsame Forschungsprojekte umgesetzt werden.
Auch zwischen Indien und Tunesien bestehen Kooperationsbeziehungen, in dessen Rahmen bereits zwei Bekanntmachungen zur Förderung gemeinsamer Projekte veröffentlicht wurden. Im Jahr 2013 schlossen Tunesien und Indien darüber hinaus ein Kooperationsabkommen im Bereich Biotechnologie ab und veröffentlichten eine themenbezogene Bekanntmachung.
Mit Südafrika schloss Tunesien im Jahr 2012 ein Abkommen zur Kooperation im wissenschaftlich-technologischen Bereich, eine Bekanntmachung wurde im Jahr 2014 veröffentlicht.
Mit den USA schloss Tunesien im Jahr 2014 ein Abkommen zur Kooperation im wissenschaftlich-technologischen Bereich.

Die Region mit der höchsten Anzahl an Teilnahmen an FP7-Projekten ist die Region Tunis mit insgesamt 72 Teilnahmen. Diese Projektteilnahmen verteilen sich auf insgesamt 33 an FP7 teilnehmenden Institutionen. Die Institution mit den meisten Teilnahmen an FP7-Projekten in der Region Tunis und in Tunesien überhaupt ist das Institut Pasteur mit 8 Projektbeteiligungen. Ebenfalls 8 Projektbeteiligungen weist das tunesische Ministerium für Hochschulbildung und Forschung (MESRS) auf. Die zweitmeisten Teilnahmen an FP7-Projekten weist die Region Ariana mit insgesamt 13 Projektteilnahmen auf. Für allein sechs Teilnahmen steht in der Region Ariana das Institut INGREF (L'INRGREF : Institut National de Recherche en Génie Rural Eaux et Forêts). Das Institut ist damit hinter dem Institut Pasteur die am besten in FP7-Projekte eingebundene wissenschaftliche Einrichtung.

Mitgliedschaften in internationalen Regierungsorganisationen

Tunesien ist eingebunden in verschiedenen internationalen Organisationen mit Bezug zu Wissenschaft und Forschung.

UNESCO
Tunesien ist seit dem 08.11.1956 Mitgliedsstaat der UNESCO.
Tunesien hat eine ständige UNSECO-Vertretung in Paris:Permanente Delegation of Tunisia to UNESCO
Maison de l'UNESCO
Bureau M1.44
1, rue Miollis
75732 PARIS Cedex 15

In Tunis besteht ein eine nationale Kommission der UNESCO:
Tunisian National Commission for Education, Science and Culture
22 Rue de Carthagène
El Manar I
2092 TUNIS
Tunisie 

Multilaterale regional ausgerichtete Regierungsorganisationen
ISESCO

Seit dem Jahr 1982 ist Tunesien ein Mitgliedsland in der Islamische Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Islamic Educational, Scientific and Cultural Organization; ISESCO). Diese Organisation wurde 1979 als Unterorganisation der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (Organization of Islamic Cooperation, OIC) gegründet.
Zu den Zielen von ISESCO zählt es, die Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur zu festigen und zu fördern.

ALECSO
Tunesien ist seit dem Jahr 1974 Mitgliedsland der Arabische Organisation für Bildung, Kultur und Wissenschaften (Arab League Educational, Cultural and Scientific Organization, ALECSO). Die ALESCO wurde im Jahr 1970 als Unterorganisation der Liga der arabischen Staaten (Arab League) gegründet.
Die Arabische Organisation für Bildung, Kultur und Wissenschaften ist eine interarabische Agentur der Arabischen Liga, die von 22 Mitgliedsstaaten gebildet wird und Außenstellen in Ägypten, Marokko, Sudan und Syrien unterhält. Ihre Aufgaben umfassen:

  • Entwicklung der Humanressourcen in den arabischen Ländern,
  • Modernisierung und Instandsetzung von Bildung, Kultur, Wissenschaften und Kommunikation,
  • Pflege und Förderung der arabischen Sprache und islamischen Kultur innerhalb und außerhalb der arabischen Welt,
  • Förderung des Dialogs und Kooperation zwischen der arabisch-islamischen Welt und den anderen Kulturen.

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Teilnahme an europäischen Programmen und Initiativen

Tunesien nimmt an den Forschungsprogrammen der EU teil. Die Einbindung von tunesischen Forschungseinrichtungen in die EU-finanzierten Projekte ist niedrig. Von den insgesamt über 25.000im 7. Forschungsrahmenprogramm implementierten Projekten sind tunesische Einrichtungen an insgesamt nur 88 Projekten beteiligt gewesen. Bei den über 10.000 umgesetzten Marie Curie Actions findet sich lediglich eine tunesische Teilnahme. An den insgesamt 88 Projekten waren insgesamt 51 Einrichtungen beteiligt, die zusammengenommen auf 103 Projektbeteiligungen kommen.
Die Forschungsbereiche mit den höchsten Teilnahmen von tunesischen Einrichtungen sind Food, Agriculture, Fisheries and Biotechnology mit insgesamt 19 Projektbeteiligungen und 21 tunesischen teilnehmenden Einrichtungen sowie Environment (including Climate Change) mit insgesamt 13 Projektbeteiligungen und 12 tunesischen teilnehmenden Einrichtungen. Drittstärkster wissenschaftlicher Bereich ist der Gesundheitsbereich mit 10 Projektbeteiligungen und 12 teilnehmenden Einrichtungen. Mit insgesamt 15 Kooperationsprojekten und 23 teilnehmenden Einrichtungen stellen die Projektbeteiligungen im Bereich Activities of International Cooperation den zweitstärksten Teilnahmebereich an FP7-Projekten dar.

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Die meisten internationalen Kooperationen im Rahmen von FP7-Projekten weist Tunesien mit Italien (129 gemeinsame Projektbeteiligungen), Frankreich (106 gemeinsame Projektbeteiligungen) und Spanien (95 gemeinsame Projektbeteiligungen) auf. Deutsche Partner kooperieren mit tunesischen Partnern in insgesamt 69 Projekten.

Teilnahme an multilateralen Programmen und Initiativen

In Folge des Sturzes des langjährigen Machthabers Ben Ali durch die tunesische Gesellschaft und die anschließenden politischen Transformationsprozesse in Richtung Demokratie erhält Tunesien Unterstützung durch die G8-Länder und weitere Partnerländer im Rahmen der G8 Deauville Partnerschaft, die 2011 geschlossen wurde. Die Umsetzung erfolgt zu einem großen Teil bilateral. Durch einen multilateralen Transition Fund können seit 2012 auch Reformen im Bildungs- und Forschungsbereich unterstützt werden.

OECD PISA-Programm
Tunesien nimmt teil am OECD PISA-Programm zur Kompetenzmessung von Schülern. In den Jahren 2003, 2006, 2009 und 2015 war Tunesien in die Studien eingebunden.
Nachstehend die Zusammenfassung der Ergebnisse von tunesischen Schülern an PISA 2012:

  • In Tunisia, the average performance in reading of 15-year-olds is 404 points, compared to an average of 496 points in OECD countries. Girls perform better than boys with a statistically significant difference of 31 points (OECD average: 38 points higher for girls).
  • On average, 15-year-olds score 388 points in mathematics, the main topic of PISA 2012, compared to an average of 494 points in OECD countries. Boys perform better than girls with a statistically significant difference of 15 points (OECD average: 11 points higher for boys).
  • In science literacy, 15-year-olds in Tunisia score 398 points compared to an average of 501 points in OECD countries. Boys perform better than girls with a non statistically significant difference of 1 points (OECD average: only 1 point higher for boys).

Quelle: Tunisia-Pisa-OECD

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