Alexander von Humboldt Stiftung (AvH)

Die Humboldt-Stiftung leistet einen Beitrag zur Stärkung der wissenschaftlichen Kapazitäten in Tunesien und fördert den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch durch

  • die Verleihung von Forschungsstipendien und Forschungspreisen an hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Tunesien;
  • den Ausbau und die Pflege eines Netzwerks der Alumni der Humboldt-Stiftung in Tunesien und der Region sowie die langfristige Förderung von wissenschaftlichen Kontakten der Alumni mit Fachkolleginnen und Fachkollegen in Deutschland;
  • den Ausbau und die Pflege strategischer Partnerschaften mit Tunesien zur Stärkung des wissenschaftlichen Personenaustauschs sowie der wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen.

Die bewährten Programme der Alexander von Humboldt-Stiftung, mit denen sie sich seit Jahrzehnten in der Region engagiert, werden seit 2002 im Rahmen des Europäisch-Islamischen Kulturdialogs (EIK) und seit 2012 im Rahmen der Sonderinitiative für Nordafrika (Programm "Transformationspartnerschaften") aus Mitteln des Auswärtigen Amtes ergänzt und erweitert. Die Humboldt-Stiftung bemüht sich insbesondere in Tunesien im Rahmen der Transformationspartnerschaften um den Ausbau des deutsch-tunesischen Wissenschaftleraustauschs und die Stärkung der Rolle von Forschung und Entwicklung für die Gesellschaft.


Die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) hat bislang insgesamt 17 Forschungsstipendien an Wissenschaftler aus Tunesien verliehen. Der Frauenanteil liegt bei 13 % und somit unter dem weltweiten Durchschnitt von 16 %. Durchschnittlich sind etwa 86 % der tunesischen Humboldtianer Naturwissenschaftler (weltweit: 65 %) und 14 % sind Ingenieurwissenschaftler (weltweit: 13 %). Die Geisteswissenschaften sind bisher nicht vertreten. Die größte Gruppe innerhalb der Fachdisziplinen bilden die Physiker und die Biowissenschaftler mit 29 %. Den lokalen Schwerpunkt bildet Tunis mit fünf Humboldtianern, die sich auf verschiedene Forschungsinstitute verteilen. Aber auch an der Université de Sfax sind zwei Humboldtianer vertreten, ein weiterer in Monastir.


Das erste Humboldt-Kolleg mit dem Titel "Advancements of Nanotechnology and Microelectronics? fand im November 2009 in Tunis statt. Veranstalter war Professor Adnane Abdelghani. Ein weiteres Humboldt-Kolleg mit dem Titel "Research to Applications and Markets" fand vom 23. bis 25. Juni 2011 in Monastir statt. Im Jahr 2012 fand in Hammamet das Kolleg zum Thema "Nanoscale Sciene and Technology" statt. Im Jahr 2013 wird das Kolleg zum Thema "Research to Application & Markets" in Sousse stattfinden.


Im Jahr 2010 wurde eine Alumni-Vereinigung für die Maghreb-Region gegründet. Derzeitiger Präsident ist Professor Mohamed Ellouze aus Tunesien. Vizepräsident ist Professor Redjem Hadef aus Algerien; Generalsekretär ist Professor Saber Chatti aus Tunesien.
Die AvH fördert eine Institutspartnerschaft zwischen der TU Darmstadt und der Universität Sfax zum Thema Kristallographie (bis 30.06.2016). 

Stand: Juni 2014

Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD)

Entwicklung der DAAD-Förderung

  • Die jährlichen Gesamtausgaben des DAAD für die Förderung des Austauschs mit Tunesien betrug seit 1998 durchschnittlich 650.000 € und lagen im Jahr 2012 sogar bei rund 1,7 Mio €.
  • Wie in den meisten Ländern der Region nutzen mehr Ausländer als Deutsche die DAAD-Förderung. Insgesamt betrug die Zahl der Geförderten im Jahr 2012 über alle DAAD-Programme 698, davon 460 Geförderte aus Tunesien und 238 Deutsche nach Tunesien. Maßgeblicher Hintergrund des Anstiegs der Gefördertenzahlen für Tunesien 2012 sind die ca. 410 Geförderten der Transformationspartnerschaften.
  • Das Hauptprogramm des DAAD sind verlängerbare Forschungsstipendien für Doktoranden zur Förderung des Hochschullehrernachwuchses.
  • Seit 1981 besteht ein Regierungsstipendienabkommen mit Tunesien. Seit Programmbeginn wurden 1 073 Studenten gefördert; derzeit erhalten noch ca. 273 Studenten ein Stipendium der tunesischen Regierung und befinden sich somit in der Betreuung des DAAD.
  • Für Deutsche konzentriert sich das Angebot auf Kurzmaßnahmen für Studierende und Graduierte, insbesondere im Rahmen des neu eingerichteten Programms PROMOS, und auf die Praktikantenförderung.

 

Transformationspartnerschaft mit Ägypten und Tunesien


Neben der Implementierung von neuen Programmlinien schließt die Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft Fördermaßnahmen ein, die sich in vier Kategorien unterteilen lassen: 1) Kurzmaßnahmen, 2) Individualförderung, 3) Öffentlichkeitsarbeit und 4) Präsenz vor Ort.

1. Strukturprogramme

Die Mehrzahl der neuen Programmlinien bezieht sich explizit auf den Aufbau von nachhaltigen Strukturen im Hochschulwesen in Tunesien (und Ägypten). Es geht dabei sowohl um den Strukturaufbau im Bereich der Ausbildung und Lehre (Hochschulpartnerschaften) als auch um den Aufbau von Forschungsstrukturen (Forschungspartnerschaften).


Deutsch-Arabische Hochschulpartnerschaften: Ziel ist die nachhaltige Strukturbildung in Tunesien durch die Förderung von bis zu dreijährigen Hochschulpartnerschaften (aller Fachrichtungen). In der ersten Förderphase (März 2012 – Dezember 2013) wurden in dieser Programmlinie insgesamt 20 Projekte (12 mit ägyptischen Hochschulen, 5 mit tunesischen Hochschulen, 3 tri- bzw. multilaterale Projekte mit Partnern in Ägypten und Tunesien) gefördert, die inhaltlich breit gestreut waren. Für die 2. Förderphase (Januar bis Dezember 2014) wurden Anfang November 2013 19 Projekte (11 mit ägyptischen Hochschulen, 5 mit tunesischen Hochschulen, 3 tri- bzw. multilaterale Projekte mit Partnern in Ägypten und Tunesien) in einer Auswahlsitzung für die Verlängerung ausgewählt. Diese befinden sich seit dem 01.01.2014 in der Förderung.


Es bestehen sowohl Kooperationen im Bereich der Medizin, der Germanistik und den Ingenieurwissenschaften als auch solche, die sich in den Sozial- und Rechtswissenschaften ansiedeln lassen. Neben der Entwicklung und Etablierung von neuen Masterstudiengängen steht auch die Bildung von regionalen Netzwerken, die Entwicklung bzw. Modernisierung von Curricula und Fortbildungsmöglichkeiten und der Aufbau von neuen Institute und Abteilungen an den Partneruniversitäten im Mittelpunkt der Kooperationsabkommen.


Deutsch-Arabische Forschungspartnerschaften Al Tawasul (Die Verbindung): Diese Programmlinie konzentriert sich auf den Bereich der Forschungskooperation (alle Fachbereiche) und richtet sich an zurückkehrende Deutschland-Alumni, die als hochqualifizierte Wissenschaftler bei der Fortführung ihrer wissenschaftliche Laufbahn Unterstützung in ihren Heimatländern erfahren sollen. Dabei kooperieren sie partnerschaftlich mit deutschen Hochschulen. Ein gemeinsames Forschungsprojekt steht hierbei im Vordergrund. In der ersten Förderphase (Januar-Dezember 2013) befanden sich insgesamt 13 Projekte (9 mit Ägypten, 4 mit Tunesien) in der Förderung, die inhaltlich breit gestreute Forschungsinteressen verfolgten. Für die 2. Förderphase (Januar bis Dezember 2014) wurden Anfang November 2013 11 Projekte (7 mit Ägypten und 4 mit Tunesien) in einer Auswahlsitzung für die Verlängerung ausgewählt. Diese befinden sich seit dem 01.01.2014 in der Förderung.

2. Kurzmaßnahmen:

In dem Bereich der Kurzmaßnahmen fallen sowohl die Projekte, die im Rahmen der Programmlinie 2 gefördert werden und eine Förderung per Zuwendungsvertrag vorsehen, als auch solche, die direkt durch den DAAD in Bonn, Tunis oder Kairo durchgeführt werden.

Kurz- und mittelfristige Kooperationsmaßnahmen mit Hochschulen in Ägypten und Tunesien: Insgesamt sind seit dem Start des Programms Anfang 2012 252 Anträge eingegangen und 128 Projekte konnten bisher bewilligt werden (Stand: April 2013). Diese Kooperationsmöglichkeit steht allen Fachbereichen offen, so dass die bisher bewilligten 42 Projekte mit tunesischen Hochschulen, die 83 mit ägyptischen und die drei mit Hochschulen aus anderen arabischen Ländern (Jemen, Marokko und Libyen) ein interdisziplinäres Bild ergeben. Organisiert werden Sommerschulen, Workshops und internationale Tagungen sowie Konferenzen, Doktorandenkolloquien und Exkursionen.


Alumni-Förderung: Zusätzlich zu den beschriebenen Programmlinien konzentriert sich der DAAD im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft auf die Alumni-Arbeit.

 

3. Individualförderung:

DAAD-Schwerpunktthema "Förderung der Germanistik": Das Projekt "Germanistik in Tunesien: Zusatzförderung im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft" ermöglichte insgesamt 40 Studierenden aus Tunesien im September einen 3-wöchigen Besuch von sprach- und landeskundlichen Kursen am Institut für Internationale Kommunikation in Düsseldorf und Berlin.


Programm Public Policy and Good Governance: Im Zuge der Auswahlrunde 2012 wurden 1 Stipendiat aus Tunesien (Ägypten, 11) ausgewählt. Für 2013 wurden erneut 4 zusätzliche Stipendien geschaffen.

 

4. Präsenz vor Ort:

DAAD-Büro Tunis: Seit September 2012 unterhält der DAAD ein eigens mit Mitteln der Transformationspartnerschaft gegründetes DAAD-Büro in Tunis. Das Aufgabenspektrum umfasst Beratung rund um die Möglichkeiten zur deutsch-tunesischen Hochschulkooperation, Hilfestellung bei der Netzwerkbildung für interessierte Hochschulen und steht als Informationszentrum für alle bereit, die sich für Studium, Forschung und Wissenschaft in Deutschland interessieren.


Praxispartnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen in Deutschland und in Entwicklungsländern:Durch das Programm der "Praxispartnerschaften" zwischen Universitäten und Unternehmen sollen ein Wissenstransfer zur Verzahnung von Hochschule und Wirtschaft erreicht werden, um eine Brücke zwischen Absolventen und Wirtschaftsunternehmen zu schlagen und den Dialog zwischen Hochschule und Wirtschaft auszubauen, und so den Anforderungen und Entwicklungen des Arbeitsmarktes besser gerecht werden zu können. Im Rahmen dieses Programms fördert DAAD mit Mitteln des BMZ ein Projekt mit Tunesien (s.a. auführlicher Projektsteckbrief).

 
Hochschuldialog mit der islamischen Welt:
Seit 2006 fördert der DAAD in diesem Programm dialogorientierte Partnerschaften mit einer Anschubfinanzierung für bis zu 3 Jahre aus Mitteln des Auswärtigen Amtes. Bei folgenden Projekten kooperieren deutsche mit tunesischen Hochschulen:

Projekttitel

Deutsche Hochschule

Projektstart

"Orientierung und Perspektiven" (Fachbereich Übersetzen und Dolmetschen)

Universität Leipzig, Prof. Dr. Eckehard Schulz

2012

"Sportwissenschaft und Sport in interkulturellen Dialog"

Universität Magdeburg, Prof. Dr. Anita Hoekelmann

2012

"Masterstudiengang Informationstechnik und Universitätsnetzwerk"

Technische Universität Braunschweig, Dr. Volker Märgner

2012

Eine Initiative vom

Projektträger