Überblick

Das Bildungssystem lässt sich in vier Stufen gliedern, wovon die ersten drei Bereiche der Schulbildung und der vierte Bereich der höheren Bildung durch universitäre und nicht-universitäre Einrichtungen zuzurechnen sind.

In allen Bereichen verfügt Argentinien über ein breit angelegtes und gefächertes Bildungsangebot, in dem es sowohl öffentliche als auch private Bildungsinstitutionen gibt.

Der Besuch von privaten Schulen – diese sind überwiegend in den großen Städten angesiedelt – ist häufig mit relativ hohen Kosten verbunden. Aufgrund dieser finanziellen Möglichkeiten haben viele der privaten Schulen eine bessere Ausstattung, zumeist ein höheres Niveau und sind außerdem für einen erfolgreichen Berufsweg wesentlich zuträglicher als die staatlichen Schulen.

2012 besuchten rund 12,1 Mio. Schüler eine Primar- und Sekundarstufenschule sowie Einrichtungen der höheren (nicht-universitären) Bildung, davon rund 0,37 Mio. eine private. 2012 existierten ca. 39.000 nationale und 12.000 private Schulen.

An 116 argentinischen Hochschulen waren 2013 rund 1,7 Mio. Studierende eingeschrieben, davon ca. ein Viertel an privaten Universitäten. Durchschnittlich stieg die Immatrikulationsrate von 2001-2013 um 1,8% jährlich. Der Anteil der Studierenden an der Gesamtbevölkerung Argentiniens betrug 2009 18,9%. Davon waren 56,4% Frauen und 43,6% Männer. 

Thematische Verteilung der Studierenden:

  • 42% in die Sozialwissenschaften (Kommunikationswissenschaften, Politik, Jura, Geographie, Ökonomie, Soziologie und Antropologie)
  • 25% "angewandte" Wissenschaften (Architektur, Informatik, Biochemie, Astronomie, Ingenieurwissenschaften, Meteorologie),
  •  17% Humanwissenschaften (Archäologie, Kunst, Erziehungswissenschaften, Philosophie, Geschichte, Sprachen, Literatur, Psychologie, Theologie),
  •  13% Medizin (inkl. Veterinärmedizin) und
  •  3% Naturwissenschaften (Biologie, Physik, Mathematik, Chemie)

Für die Bildungsförderprogramme (Stipendien für diverse Universitäts-Abschlüsse) ist das Ministerium für Bildung und Kultur verantwortlich.

Die staatlichen Hochschulen Argentiniens bringen nach wie vor hoch qualifizierte junge Wissenschaftler/-innen hervor. Der insbesondere in den Krisenjahren 2001 und 2002 starke Abwanderungstrend (vorzugsweise nach Nordamerika) hat in den letzten Jahren deutlich nachgelassen. 

Die restriktive Haushaltspolitik hat auch die staatlichen Ausgaben für das Bildungswesen stark reduziert. Argentinien, das noch in den siebziger Jahren die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Bildung unter allen lateinamerikanischen Staaten aufwies, ist mit einem Bildungsanteil von 4,5 % (2008) des Bruttoinlandsproduktes ins Mittelfeld abgerutscht. Ende 2005 wurde jedoch das Gesetz 26.075 verabschiedet, in dem die Regierung eine Erhöhung der Aufwendungen für Forschung und Bildung zwischen 2006 und 2010 auf 6% des Bruttoinlandsproduktes vorsah.

Ende 2007 wurde das ehemalige Ministerium für Bildung und Wissenschaft in das Ministerium für Bildung und Kultur und das Ministerium für Forschung, Technologie und Produktive Innovation aufgeteilt. Dies bedeutete eine deutliche Aufwertung von Bildung und Forschung. Laut Angaben des Bildungsministeriums stiegen die Ausgaben für Forschung und Bildung 2013 auf 6,5% des BIP.

Indikatoren für Bildung

Indikator

Argentinien

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

3,061

3,043

k.A.

2016

Anzahl Promovierender insgesamt

26.568

197.000

k.A.

2016

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

18

31

44

2017

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

475 (38)*

509 (12)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

475 (38)*

509 (16)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

456 (42)*

506 (16)

490

2015

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Quellen: "OECD - Education at a Glance 2018", UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2015. Ergebnisse im Fokus"
Redaktion: 09.11.2018, von: Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

* Region der Ciudad Autónoma de Bueno Aires, Argentinien

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Schulen und Hochschulen

Das Schulsystem in Argentinien ist seit 2007 wieder in die traditionellen drei Abschnitte gegliedert. Das im März 2007 in Kraft getretene Nationale Bildungsgesetz (Ley Nacional de Educación) hebt das umstrittene Bundesgesetz für Bildung (Ley Federal de Educación) von 1993, aus Zeiten der Militärdiktatur in Argentinien, auf. Während der folgenden Jahre herrschte in Argentinien ein Föderales Bildungssystem, das die Umsetzung von ca. 50 verschiedenen Bildungsmodellen ermöglichte. Seit 2007 wird stufenweise wieder das alte, einheitliche Bildungssystem eingeführt. Verändert wurde auch die Rolle des Bundes bei der Finanzierung der Bildungsausgaben.
Das neue Schulsystem in Argentinien gliedert sich in drei Abschnitte:

  • Vorschule (Escuela Inicial): Ein Jahr obligatorische Vorschulbildung ab dem 5. Lebensjahr.  
  • Grundschule (Escuela Primaria): Je nach Bundesland besteht die Grundschule aus sechs oder sieben Jahren obligatorischer Schule.  
  • Weiterführende Schule (Escuela Secundaria): Je nach Bundesland besteht die Sekundarstufe aus fünf oder sechs Jahren. Sie ist in zwei Stufen untergliedert: Grundzyklus (Ciclo Básico): Drei Jahre. Spezialisierter Zyklus (Ciclo de especialización): Zwei JahreDieser Zyklus ermöglicht den Zugang zur Hochschule. Man kann zwischen drei Grundorientierungen wählen: Technik (Técnico), Wissenschaft (Bachiller) und Wirtschaft (Perito mercantil).

Seit 2007 gilt eine allgemeine Schulpflicht von 13 Jahren für alle Provinzen. In einer Studie von 2006 wurden durchschnittlich 8,7 Jahre Schulbesuch ermittelt (Quelle: Banco Interamericano de Desarrollo: Educación, Ciencia y Tecnología en América Latina y el Caribe. Un compendio estadístico de indicadores, 2006). Es gibt staatliche und private Schulen sowie die sogenannten "Educación Rural": Sie bezieht sich auf die Vorschul-, Grund- und Sekundarbildung von Kindern in ländlichen Gebieten Argentiniens. 

In der "Nationalen Operation Evaluierung 2010" (ONE 2010, DiNIECE) wurden die Schulleistungen in unterschiedlichen Fächern, Schultypen (privat/staatlich) und Regionen untersucht. In den Abschlussjahrgängen lagen durchschnittlich die 

Leistungen in Mathematik bei den staatlichen Schulen:

  • 12,5 % hohes Niveau
  • 34,6 % mittleres Niveau
  • 52,9 % niedriges Niveau

bei den privaten Schulen:

  • 28,9 % hohes Niveau
  • 40,6 % mittleres Niveau
  • 30,5 % niedriges Niveau

Leistungen in Sprachen bei den staatlichen Schulen:

  • 14,6 % hohes Niveau
  • 59,9 % mittleres Niveau
  • 25,4 % niedriges Niveau

bei den privaten Schulen:

  • 29,7 % hohes Niveau
  • 56,5 % mittleres Niveau
  • 13,8 % niedriges Niveau

Leistungen in Naturwissenschaften bei den staatlichen Schulen (Untersuchungen von 2008):

  • 6,6 % hohes Niveau
  • 29,7 % mittleres Niveau
  • 63,7 % niedriges Niveau

bei den privaten Schulen:

  • 15,7 % hohes Niveau
  • 41,4 % mittleres Niveau
  • 42,9 % niedriges Niveau

Hier zeigt sich die deutliche Qualitätsdiskrepanz zwischen der privaten und staatlichen Schulbildung in Argentinien. Die sogenannte "Educación rural" schnitt in der Evaluierungen der Leistungen noch schlechter ab als die staatlichen Schulen, so dass man auch von einem regionalen Leistungsgefälle ausgehen kann.

In Argentinien besteht ein Netz deutscher Auslandsschulen, an denen zum Teil das Deutsche Abitur zusätzlich zum nationalen Abschluss erlangt werden kann. Zudem wird deutsch an einigen Schulen angeboten. Sie sind zusammengefasst in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schulen in Argentinien. 

Der Bereich der Höheren Bildung wird in den Hochschulbereich sowie nicht-universitäre Institutionen (Instituciones Terciarias) unterteilt. An den nicht-universitären Institutionen können Abschlüsse in Bereichen der Lehrer- sowie der technischen Ausbildung erlangt werden. Insgesamt gibt es für diese Ausbildungen 1774 Institute, davon 772 unter staatlicher und 1002 unter privater Leitung. Die staatlichen Institute hängen finanziell von den jeweiligen Provinzregierungen bzw. der Stadt Buenos Aires ab. Besondere Bedeutung für die technische, nicht-universitäre höhere Bildung hat auch hier das Nationale Institut für Technische Ausbildung (INET). 

An den privaten und staatlichen Universitäten kann man verschiedene Hochschulabschlüsse erwerben. Die häufigste Bezeichnung für Abschlüsse ist die Licenciatura. Sie wird nach je nach Studiengang nach vier oder fünf Jahren  Regelstudienzeit erworben. In bestimmten Fächern, wie beispielsweise Jura und den Ingenieurswissenschaften, gibt es gesonderte Bezeichnungen. Die Studiendauer beträgt, je nach Studiengang, vier oder mehr Jahre. Dieser Titel gilt als Voraussetzung für einen Aufbaustudiengang (Posgrado), zu dem die Masterstudien (Maestría) sowie die Promotionsstudien (Doctorado) zählen. 

Argentinien verfügt über insgesamt 48 staatliche und 50 private Universitäten. 20 der privaten Hochschulen wurden während der Regierungszeit des neoliberalen Peronisten Carlos Menem gegründet. Das 1958 in Kraft getretene Gesetz zur Finanzierung der privaten Universitäten sieht ein Verbot finanzieller Unterstützung vor, erlaubt aber seit den 1990er Jahren unter Menem eine gezielte Förderung einzelner Forschungsprojekte.

Der 1985 gebildete Nationale Interuniversitäre Rat (Consejo Interuniversitario Nacional CIN) fasst als freiwilliger Zusammenschluss zahlreiche nationale Universitäten zusammen und muss seit einer entsprechenden Änderung des Hochschulgesetzes (1995) in allen wichtigen Veränderungen der argentinischen Hochschullandschaft konsultiert werden. Die privaten Hochschulen sind zur Hochschulrektorenkonferenz der Privaten Universitäten (CRUP) zusammengeschlossen.

Sämtliche Universitäten und Schulen Argentiniens sind auf der Webseite Universia aufgeführt. 

Spezielle Bildungsangebote

Außer diesen regulären Ausbildungsmöglichkeiten bietet das Nationale Bildungssystem (Sistema Educación Nacional, SEN) noch weitere Bildungsmöglichkeiten. Es handelt sich dabei um außerschulische Zusatzangebote oder Angebote für Personen, die aus verschiedenen Gründen nicht die normale Schulbildung durchlaufen konnten.

  • Spezialschulen (Educación Especial): Richten sich an behinderte und verhaltensauffällige Kinder, die nicht am regulären Unterricht teilnehmen können.
  • Erwachsenenbildung (Educación para Adultos): Ein Bildungsweg, der sich an Jugendliche und Erwachsene richtet, die nicht lesen und schreiben gelernt haben oder die obligatorische Schulzeit nicht in dem üblichen Alter vollendet haben. Diese Möglichkeiten sollen jedem sein ganzes Leben zur Verfügung stehen.
  • Fernstudien (Servicios Abiertos / a Distancia): Bietet jenen Personen, die nicht regelmäßig ortsgebundene Kurse besuchen können, die Möglichkeit einen Abschluss aus dem Bereich der gehobenen Bildung oder der höheren Bildung zu erlangen.
  •  Zweisprachige interkulturelle Ausbildung (Educación Intercultural Bilingüe): Garantiert Angehörigen indigener Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit, einen Bildungsweg einzuschlagen, der gleichzeitig den Erhalt ihrer kulturellen Identität sowie ihrer Sprache stärkt. Der interkulturelle Dialog zwischen den verschiedenen Ethnien des Landes soll durch diese Bildung gestärkt werden.

Berufliche Bildung

Seit der Reform von 1994 hat die berufliche Ausbildung in Argentinien zum ersten Mal an Bedeutung gewonnen. Das Nationale System der beruflichen Ausbildung (Sistema Nacional de Formación Profesional, SNFP) wurde eingeführt, um eine stärkere Verbindung der Arbeit und des Lernens zu schaffen. Politische Verantwortung für die Programme übernehmen zum einen das Ministerium für Bildung (MinEdu) durch das 1995 gegründete Nationale Institut für Technische Ausbildung (INET), das seit 2007 dem Bildungsministerium (MinEdu) zugeordnet ist. Das INET entwirft Pläne für die Entwicklung in der beruflichen Bildung. Es aktualisiert das Register der Ausbildungsinstitutionen sowie den Nationalen Katalog der Titel und Zertifikationen der beruflichen Bildung als Informationsservice für die Öffentlichkeit. Außerdem koordiniert es die Föderale Kommission zur beruflichen Bildung, die durch statistische Auswertungen des nationalen Statistik und Zensus Institutes Leitlinien für die Weiterentwicklung von Programmen erarbeitet. Zum anderen ist das Arbeits- und Sozialministerium (MTEySS) durch das Sekretariat für Arbeit (SE) in die Berufliche Bildung eingebunden. Es sorgt dafür, dass Impulse für die berufliche Weiterbildung gegeben werden, um Menschen in Arbeit zu bringen. Das MTEySS bietet kostenlose Kurse der beruflichen Bildung an. Ziel des SNFP ist es, kontinuierlich die (Aus-) Bildung der Arbeitenden sowie der Arbeitssuchenden zu garantieren.

2005 wurde das Gesetz zur Regelung der beruflichen Bildung ("Ley 26.058") erlassen. Der Föderale Rat für Kultur und Bildung (CFCyE) zertifiziert Ausbildungsinstitutionen und Ausbildungscurricula für die berufliche Bildung. Dieser Rat ist im Bildungsministerium (MinEdu) angesiedelt.

Weiterbildung

Auf nationaler Ebene existieren folgende Einrichtungen und Programme unter öffentlicher Leitung zur Gewährleistung beruflicher sowie individueller Weiterbildung: 

  • Das Nationale Institut für Sozialökonomie (INAES) bietet mit dem "Programm für gegenseitige und kooperative Weiterbildung" allen Erwachsenen gratis Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der Verwaltung von Genossenschaften sowie Sozialarbeit. Das Institut ist dem Ministerium für Sozialentwicklung unterstellt.
  • Das Nationale Institut für öffentliche Verwaltung (INAP) fällt in den Zuständigkeitsbereich des Sekretariats für öffentliche Verwaltung. Es beinhaltet eine staatliche Weiterbildungsschule und ist gleichzeitig Haupteinrichtung für die Weiterbildung von Staatsbeamten. An das INAP angegliedert ist außerdem ein Forschungs- und Dokumentationszentrum für die öffentliche Staatsverwaltung.
  • Das Nationale Institut für Land- und Viehwirtschaft (INTA) realisiert in ganz Argentinien Weiterbildungskurse im Bereich pflanzlicher und tierischer Erzeugung sowie der Ingenieurswissenschaften. Durch das Programm PROCADIS kann die Weiterbildung auch in Form von Fernstudien durchgeführt werden.
  • Das Sekretariat für KMUs und Regionalentwicklung (SePyME) hat das Ziel verschiedene Tätigkeiten zu gestalten, zu implementieren und zu überwachen, die die Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung von KMUs in Argentinien verbessern sollen. Durch den Plan zur Weiterbildung soll unter anderem die Entwicklung, Umstellung und das Wachstum der Unternehmen gefördert werden.
  • Das staatliche Programa Sociedad de la Información (PSI) bietet Informationen über Weiterbildungskurse und -veranstaltungen in verschiedenen Orten des Landes und fördert die Verbindung zu Fördereinrichtungen.

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Bildungsorganisationen

Das Nationale Bildungsgesetz aus dem Jahr 2006 (Ley de Educación Nacional, Ley Nr. 26206) gibt den gesetzlichen Rahmen für den Aufbau und die Funktionsweise verschiedener Bildungseinrichtungen vor. In vielen Punkten arbeiten die Bundes- und Landesbehörden zusammen, um die Effizienz des Bildungssystems zu fördern. Im Gegensatz zu Deutschland spielen in Argentinien neben den staatlichen Einrichtungen auch die privaten Institute eine große Rolle.

Die Hochschulbildung wird in Argentinien von staatlichen und einer wachsenden Anzahl privater Universitäten gewährleistet. Die Hochschulen genießen volle Autonomie. Die privaten Universitäten müssen, um akademische Grade vergeben zu dürfen, vom Staat anerkannt- und die Studienprogramme müssen genehmigt werden. Die Nationale Kommission zur Evaluierung und Akkreditierung von Universitäten (CONEAU) ist zuständig für Evaluierung und Akkreditierung staatlicher und privater Hochschulen und Studiengänge.

Die Stiftung für verbesserte Lebensbedingungen (Fundación Promoción Humana) bietet über das Instituto Internacional de Estudios y Capacitación Social del Sur (INCASUR) verschiedene Arbeitsprogramme zur Problematik einer nachhaltigen und langfristigen sozialen Entwicklung. INCASUR steht seit vielen Jahren im Dienste der Arbeitnehmer in den lateinamerikanischen Ländern des Cono Sur und bietet politische und berufliche Bildungsprogramme. Zu ihren Tätigkeiten gehört die Erarbeitung von Studien, Forschungen und Arbeiten auf dem Gebiet der technischen Unterstützung. Weitere Schwerpunkte sind Veröffentlichungen, Organisation zahlreicher Veranstaltungen (Seminare, Workshops, Kongresse, Kolloquien usw.) sowie weitere Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung von Führungskräften in Gewerkschaften, Genossenschaften, Sozialbewegungen, KMU und Mikrounternehmen. Die Stiftung orientiert sich an den Grundsätzen und Werten sowie an Politik und Strategie des Lateinamerikanischen Arbeitnehmerbundes (Central Latinoamericana de Trabajadores, CLAT) sowie des Weltgewerkschaftsbundes (WGB).

Förderorganisationen
Das argentinische Bildungssystem zeichnet sich durch Dezentralisierung aus. Der Staat finanziert allein das Hochschulsystem. Für das Schulsystem sind der Staat und die Provinzen verantwortlich.

Förderung der Schulbildung
Die Mittel der öffentlichen Schulen stammen fast vollständig aus den Kassen der Provinzen und Kommunen. Die Eltern beteiligen sich selbst mit kleinen Summen durch die so genannte Kooperation (Cooperadora).

Die privaten Schulen unterhalten sich selbst durch die Schulgebühren, dennoch werden sie zum Teil auch vom Bund, dem jeweiligen Land bzw. der jeweiligen Kommune finanziert. Die Schulen werden nach bestimmten Kriterien eingeteilt und dementsprechend die Mittel verteilt. In einigen privaten Schulen ist der Finanzierungsanteil des Staates die Haupteinkommensquelle.

Schüler aus ärmeren Familien können ein Stipendium beim Bildungssekretariat (Secretaría de Educación) des Bildungsministeriums beantragen. Die meisten Stipendien des Nationalen Programm für Schulstipendien (Programa Nacional de Becas Estudiantíles) werden in den Nordprovinzen Argentiniens vergeben.

Förderung der Hochschulbildung
Öffentliche Universitäten werden vom Bildungsministerium gefördert. Die privaten Bildungseinrichtungen erhalten keinerlei Unterstützung des Staates. Sie finanzieren sich überwiegend aus Studiengebühren.

2012 wurden durch das Bildungsministerium rund 45.000 Stipendien von knapp 6 Mio. EURO vergeben. 60% der Stipendien ging an Frauen, 40% an Männer.

Folgende Einrichtungen vergeben finanzielle Stipendien oder beteiligen sich bei der Bereitstellung von Unterkunft bzw. Studienmitteln:

Staatliche Förderer:

  • Ministerium für Bildung: Stipendien für Studenten des ersten und zweiten Grades durch das Nationale Programm für universitäre Stipendien (Programa Nacional de Becas Universitarias, Becas TICs, Becas Bicentenario)
  • Nationaler Wissenschafts- und Technologierat (CONICET): Vergabe von Forschungsstipendien
  • Nationale Kommission für Atomenergie (Comisión Nacional de Energía atómica). Forschungsstipendien in den Ingenieurwissenschaften.

Private Förderer:

  • Institut Sábato: Stipendien für Student/-innen des ersten und zweiten Grades
  • Stiftung der Ölgesellschaft YPF: Stipendien für Student/-innen des ersten und zweiten Grades an nationalen Universitäten
  • Stiftung Amalia Lacroze de Fortabat
  • Rat zur Beruflichen Ausbildung in den Bereichen Architektur und Stadtplanung (Consejo Profecional de Arquitectura y urbanismo, CPAU)

Universitätseigene Fördersysteme:

  • Universidad de Buenos Aires
  • Universidad de La Plata
  • Universidad de La Pampa
  • Universidad Nacional de la Patagonia San Juan Bosco
  • Universidad Nacional de Lanús
  • Universidad Nacional de Río Cuarto
  • Universidad de Santiago del Estero
  • Universidad Nacional de Comahue
  • Universidad Nacional del Sur

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