Überblick

Kurz nach ihrer Amtsübernahme im Dezember 2007 teilte die neue Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner die Zuständigkeiten für Bildung und Forschung durch die Einrichtung des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Produktive Innovation (MinCyT) und des Bildungsministeriums (MinEdu), entstanden aus dem ehemaligen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie, MECyT) neu auf. Sie hob damit den hohen Stellenwert von Bildung und Forschung deutlich hervor. Forschung und Forschungspolitik werden dabei weiterhin vor allem von staatlichen Instanzen übernommen. Das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Produktive Innovation ist dabei für nationale Forschungs- und Technologiepolitik zuständig, das Ministerium für Bildung und Kultur MinEdu für die institutionelle Förderung der Universitäten.

Die Vorgängereinrichtung des MINCyT war das 1967 gegründete Staatssekretariat für Technologie, Wissenschaft und Innovation (SECyT), das unmittelbar dem ehemaligen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie (MECyT) unterstand. Das SECyT war die verantwortliche Institution für die Planung und Organisation von Wissenschaft und Technologie, eine Aufgabe, die während der vorangegangenen Jahre vom CONICET (s.u.) erfüllt wurde.

Die erste staatliche Einrichtung für Forschung in Argentinien ist der 1958 gegründete Nationale Wissenschafts- und Technologierat (CONICET). CONICET verfügt über eigene Mittel für die Forschungszentren und die entsprechenden Förderprogramme. Die allgemeine Politik des CONICET ist mit dem MinCyT abzustimmen.

Dem CONICET folgten als technische Einrichtungen weitere staatliche Wissenschafts- und Technologiebehörden wie das Nationale Institut für Land- und Viehwirtschaft (INTA), das Institut für industrielle Technologie (INTI) sowie die Kommission für Atomenergie (CNEA).

Eine weitere Säule in der Forschungslandschaft stellen die Universitäten des Landes dar. Auch wenn bezüglich der Bildung den privaten Hochschulen eine gewisse Bedeutung zukommt (etwa 15% aller Studenten studieren an privaten Hochschulen), sind es im Bereich der Forschung besonders die staatlichen Hochschulen, die einen hohen Prozentsatz an Forschern ausbilden. In diesem Bereich kam es jedoch zu Rückschlägen, da die Militärdiktaturen von 1966-1973 und 1976-1983 die Rolle der Universitäten auf ein Minimum begrenzten. In dieser Zeit fungierte der CONICET als einzige Forschungsinstitution. Heute stellen die staatlichen Universitäten mit knapp 50% wieder den größten FuE-Anteil an Forscher/-innen.

2001 wurde das Rahmengesetz für Wissenschaft und Technologie (Ley 25.467) ratifiziert. Dieses verordnet, die Bereiche Wissenschaft, Technologie und Innovation besonders zu strukturieren und zu fördern. Dies soll vor allem durch die Aufstellung von Mehrjahresplänen realisiert werden.

Der Plan im Bereich Wissenschaft und Technologie "Bicentenario" wurde für den mittelfristigen Zeitraum 2006 bis 2010 aufgestellt. Das Hauptziel des Plans "Bicentenario" ist die Wiederbelebung der nationalen Forschung und Technologie. Ihm entsprechend übernehmen die Hauptakteure des nationalen Systems für Wissenschaft, Technologie und Innovation neue Aufgaben und Programme. Neue Instrumente wurden geschaffen und quantitative und qualitative Ziele festgelegt.

Die Schwerpunkte wurden auf die Erneuerung der Wissenschafts- und Technologieinfrastruktur des Landes gelegt, dem Ziel der Steigerung der öffentlichen und privaten Mittel für Forschung und Technologie von 0,5 auf 1% des BIP, der gezielten Heranbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs durch Förderung von Promovierenden und der Optimierung der Verbindung zwischen Erzeugung und Verwertung der Forschungsergebnisse. Letzteres beinhaltet sowohl den Abbau der Spannungen zwischen dem akademischen Bereich und der Industrie, als auch eine Verbesserung der Koordination zwischen MinCyT/CONICET und den weiteren öffentlichen technologischen Institutionen. Dem folgte der Plan für Wissenschaft und Technologie (2012 - 2015) Argentina Innovadora 2020.

Argentinien verfügt als eines von vier lateinamerikanischen Ländern seit dem 11.01.2000 über ein Forschungsabkommen für wissenschaftliche und technologische Kooperation mit der Europäischen Union. Demzufolge beteiligt sich das Land an zahlreichen Programmen der EU. Im bilateralen EU-Argentinien -Projekt ABEST (I+II+III), wurde mit finanzieller Unterstützung der EU ein dem MinCyT untergeordnetes Verbindungsbüro geschaffen, eine nationale Kontaktstelle für die Anbahnung von EU-Projekten. Es koordiniert die Aktivitäten Argentiniens und der EU im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation. Des Weiteren koordiniert Argentinien (MinCyT) das INCO-Net mit Lateinamerika sowie der Karibik ALCUE NET und ist Partner im ERANetLAC.

FuE-Indikatoren

Indikator

Argentinien

Deutschland

OECD

Stand

Nationale FuE-Ausgaben [Mio. USD*]

4.682

131.339

1.357.746

2016/17/17

FuE-Ausgabenwachstum im Vergleich zum Vorjahr [Prozent]

-14,4

9,5

6,0

2016/17/17

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

0,5

3,0

2,4

2016/17/17

Anteil der FuE-Ausgaben des Staates am BIP [Prozent]

0,4

0,8

0,6

2016

Anteil der FuE-Ausgaben der Wirtschaft am BIP [Prozent]

0,1

1,9

1,5

2016

Ausgaben für FuE in Unternehmen (BERD) [Mio. USD*]

1.119

91.019

957.418

2016/17/17

Anteil der öffentlich finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen (direkter Förderanteil) [Prozent]

2,0

3,2

5,3

2016/17/16

Anteil der vom Ausland finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen [Prozent]

23,2

6,7

7,9

2016/17/16

Ausgaben für FuE in Hochschulen (HERD) [Mio. USD*]

1.208

22.685

233.195

2016/17/17

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in Hochschulen [Prozent]

0,3

13,8

5,8

2016

Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (GOVERD) [Mio. USD*]

2.319

17.635

135.282

2016/17/17

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen [Prozent]

0,5

11,2

3,7

2016

Anzahl der Forschenden (Vollzeitäquivalente)

54.046

413.542

4.829.817

2016/17/16

Anzahl der Forschenden (VZÄ) je 1000 Beschäftigte

3,0

9,3

8,3

2016/17/16

Anteil der Forschenden (VZÄ) in privaten Unternehmen [Prozent]

8,1

59,7

61,8

2016/17/16

Anteil internationaler Ko-Patente an Patentanmeldungen unter dem Vertrag über Patentzusammenarbeit (PCT) [Prozent](1)

31,3

16,9

7,7

2014

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* in laufenden Preisen, kaufkraftbereinigt

Quellen:
OECD.Stat Main Science and Technology Indicators 2018/2, Stand Februar 2019
(1) OECD.Stat Patents Statistics, Stand Oktober 2017

Redaktion: 08.03.201, von: Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

In den OECD-Ländern mit überwiegend hohem Einkommen finanziert meist die inländische Wirtschaft den größten Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (OECD Gesamt 61 Prozent, Deutschland ca. 65 Prozent). Die Anteile betragen für den Staat knapp 30 Prozent und für das Ausland ca. 4-5 Prozent (OECD Gesamt und Deutschland).

In Argentinien ist dagegen der Staat die wichtigste Finanzierungsquelle vor der inländischen Wirtschaft, wie es für Länder mit mittlerem Einkommen (Einteilung Weltbank) typisch ist. Eine Entwicklung hin zu dem "OECD-Modell" war bis 2007 in Ansätzen erkennbar, da der Anteil der inländischen Wirtschaft wuchs. Durch eine Steigerung der staatlichen Investitionen nach der Wirtschaftskrise ist der Anteil der inländischen Wirtschaft jedoch weit zurückgegangen, der Anteil des Staates entsprechend gewachsen. Im Ergebnis entfernt sich Argentinien eher vom OECD-Modell. Auffällig ist der niedrige Anteil an Auslandsfinanzierung von weniger als einem Prozent. 

Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Unternehmen in den OECD-Ländern meist eine dominante Rolle ein (Anteile für Deutschland und OECD liegen bei 67 bzw. 68 Prozent). Im Vergleich dazu halten sich die Unternehmen in Argentinien wie bei der Finanzierung auch bei der Durchführung stark zurück.

Der OECD-Raum und in geringerem Maße auch Deutschland sind hochschulzentriert (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 40 : 60, bzw. 45 : 55). Im öffentlichen Forschungssektor in Argentinien dominieren dagegen die außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen klar gegenüber den Hochschulen (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 60 : 40).

Forschungsorganisationen

Die meisten führenden Forschungseinrichtungen sind in Argentinien den Ministerien und Sekretariaten auf Bundes- bzw. Länderebene bzw. dem CONICET und Universitäten angegliedert. Darüber hinaus gibt es einige renommierte private Forschungsinstitutionen. Einen wichtigen Bestandteil der Forschungslandschaft bilden die öffentlichen Universitäten. Die privaten Hochschulen haben eher eine geringere Bedeutung in der argentinischen FuE-Landschaft. 

Forschungseinrichtungen auf der Bundes- und Provinzebene 
Dem 2007 gegründeten Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Produktive Innovation (MinCyT) sind die verschiedenen Bildungs- und Forschungsinstitutionen des Nationalen Wissenschafts- und Technologierates (CONICET) zugeordnet, die staatlichen und privaten Universitäten dem ebenfalls im Dezember 2007 gegründeten Ministerium für Bildung (MinEdu). CONICET verfügt über 11 regionale Wissenschaftlich-Technologische Zentren (CCT) als Konsortien aus Forschung, regionalen Regierungsvertretungen und FuE Unternehmen sowie 132 thematische Forschungszentren.
Dem Ministerium für Wirtschaft und Produktion sind folgende Forschungseinrichtungen unterstellt:

  • Institut für industrielle Technologie (INTI)
  • Nationales Technologieinstitut für Land- und Viehwirtschaft (INTA)
  • Nationales Institut für Fischereientwicklung (INIDEP) 

Die Forschungsinstitute der verschiedenen Bereiche werden im Auftrag des Gesundheitsministeriums vom Nationalen Verwaltungsinstitut für Gesundheitslabore und -institute (ANLIS) koordiniert:

Nationale Institute für:

  • Epidemiologie
  • Infektionskrankheiten
  • Respiratorische Krankheiten
  • Humane Virusinfektionen
  • Parasitologie
  • Produktion Biologischer Substanzen

Nationale Zentren für:

  • Diagnose und Erforschung Endemischer Epidemien
  • Ernährungsforschung
  • Qualitätskontrolle Biologischer Substanzen
  • Medizinische Genetik
  • nationales Labornetzwerk

Das Verteidigungsministerium hat FuE in folgende Bereiche aufgeteilt, für die getrennte Forschungseinrichtungen verantwortlich sind:

  • Institut für wissenschaftliche und technologische Forschungen der Streitkräfte (CITEFA)
  • Institut für Militärgeographie (IGM)
  • Nationalinstitut für Weltraummedizin (INMAE)
  • Institut für Hydrographie der Marine (SHN)
  • Nationales Meteorologie Institut (SMN)

Dem Ministerium für Außenbeziehungen, Außenhandel und Religion sind folgende FuE-Institutionen unterstellt:

  • Institut für Kontinentaleis (ICH)
  • Nationale Antarktisdirektion (DNA) als Führungsebene des Argentinischen Antarktisinstituts (IIA)
  • Nationale Raumfahrtkommission (CONAE)

Im Auftrag des Ministeriums für Planung, öffentliche Investitionen und Dienste forschen folgende Institutionen: 

  • Nationales Institut für Wasser (INA)
  • Nationales Institut zur Erdbebensicherheit (INPRES)
  • Nationale Atomenergiebehörde (CNEA)
  • Argentinischer geologischer Bergbauservice (SEGEMAR)

Informationen zu den oben genannten Ministerien sowie die entsprechenden links sind am Ende des Kapitels aufgeführt. 

Private Forschungseinrichtungen

Bei den nachfolgend genannten Stiftungen handelt es sich zunächst um einige Beispiele. Auf weitere Stiftungen wird u.a. in Kapitel "Aktivitäten in Forschung und Bildung" hingewiesen.

Die Stiftung zur lateinamerikanischen Wirtschaftsforschung (FIEL) ist eine private unabhängige und gemeinnützige Institution, die sich der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung widmet. FIEL wurde 1964 durch die damals repräsentativsten Privatinstitutionen des argentinischen Wirtschaftslebens gegründet. Dazu gehörten der argentinische Industrieverband Unión Industrial Argentina, der argentinische Landwirtschaftsverband Sociedad Rural Argentina, die Handelsbörse von Buenos Aires und die Argentinische Handelskammer. Etwa 200 Unternehmen und Verbände finanzieren maßgeblich die Stiftung und ihre Arbeit. Die Forschungsbemühungen konzentrieren sich auf Bereiche der angewandten Wirtschaftswissenschaften. 

Der Argentinische Rat für Internationale Beziehungen (CARI) besteht seit 1978 und ist eine private und gemeinnützige akademische Institution. CARI hat sich die Analyse internationaler Probleme aus nationaler Sicht als wesentliches Ziel seiner Arbeit gesetzt.

Die Analyse wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und politischer Aspekte im Bereich internationale Beziehungen stehen hierbei im Vordergrund zur Stärkung des Friedens und zur Entwicklung der Völker durch ein besseres gegenseitiges Verständnis. Untergliedert ist der Rat in verschiedene Institute, wie beispielsweise Internationales Recht oder Internationale Sicherheit.

Eines der größten Forschungsinstitute Lateinamerikas im Bereich Kardiologie ist die 1975 gegründete Stiftung Favaloro, an die ebenfalls eine private Universität mit Forschungseinrichtungen angegliedert ist. 

FuE an Hochschulen

Das argentinische Hochschulpanorama gliedert sich wie folgt:

  • 48 nationale Universitäten
  • 49 private Universitäten
  • sieben staatliche universitäre Institute
  • 12 private universitäre Institute
  • eine Provinz-Universität (Autonome Universität der Provinz Entre Rios)
  • eine ausländische Universität (Außenstelle der Universität Bologna)
  • eine internationale Universität (Lateinamerikanische Fakultät für Sozialwissenschaften) 

Die 48 öffentlichen Hochschulen sind bedeutend für den Bereich FuE. 45% aller Forscher/-innen sind hier beschäftigt. Von besonderer Bedeutung für FuE sind die staatlichen Universitäten in Buenos Aires (UBA) und Córdoba (UNC), die ältesten Argentiniens. Den privaten Hochschulen kommt mit 2% der gesamten FuE-Aufwendungen nur eine geringe Bedeutung in der Forschungslandschaft Argentiniens zu. 

Ein Verzeichnis der argentinischen Universitäten findet sich auf den Webseiten des Bildungsministeriums.

Im November 2009 wurde auf Initiative der Argentinischen Botschaft ein Netzwerk argentinischer Wissenschaftler in Deutschland (RCAA) gegründet. Das RCAA wird über das Programm RAICES finanziert und fördert den Austausch der in Deutschland lebenden argentinischen Wissenschaftler.

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Förderorganisationen

Die Forschungsförderung in Argentinien ist ca. 2/3 staatlich und 1/3 werden durch den privaten Sektor finanziert.  Ca. 1,0% der FuE-Ausgaben stammen aus dem Ausland.

Staatliche Förderung

Hauptgeldgeber der staatliche FuE-Förderung ist das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovative Produktion (MinCyT). Für die Planung und Organisation von Wissenschaft und Technologie ist das Sekretariat für Planung und Politik in Wissenschaft, Technologie und Innovation des MinCyT zuständig.
Mit der Verwaltung der FuE-Mittel des MinCyT und die Durchführung der Förderprogramme ist die Nationale Förderagentur für Wissenschaft und Technologie (Agencia Nacional de Promoción Científica y Tecnológica, ANPCyT) beauftragt. Im Rahmen von drei verschiedenen Fonds werden hier seit 1996 Projekte unterstützt:

  • Fonds für die Technologische und Wissenschaftliche Forschung (Fondo para investigación tecnológica y científica, FONCyT): 2013 konnten mehr als 1300 Projekte mit rund 250 Mio. US$ finanziert werden. Durchschnittlich werden ca. 20% der Finanzmittel in Projekte in der Biologie und 20% in Medizinforschung eingesetzt. Projekte der Agrarwissenschaft und Umwelt bekommen ca. jeweils 10% der Finanzmittel.
    Neben dem FONCyT bestehen u.a. noch folgende Förderinstrumente:
  • Argentinischer Technologiefonds (Fondo tecnológico argentino, FONTAR): Förderung von Projekten, die durch technologische Innovationen die Produktivität des privaten Sektors heben sollen. Hier steht besonders die Unterstützung von Kleinen und Mittleren Unternehmen im Bereich Forschungsförderung im Fordergrund.
  • Fonds für die Förderung der Softwareindustrie (Fondo Fiducario de Promoción de la Indústria del Software) FONSOFT
    Der 2004 errichtete Fonds fördert Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Gestaltung, Design, Produktion und Implementierung von Softwaresystemen.

Das Ministerium für Wirtschaft und Produktion stellt rund 20% der öffentlichen FuE-Aufwendungen bereit und finanziert das Nationale Technologieinstitut für Land- und Viehwirtschaft (INTA) und das Institut für industrielle Technologie (INTI).

Das Gesundheitsministerium finanziert verschiedene Forschungsinstitute, deren Aktivitäten vom Nationalen Verwaltungsinstitut für Gesundheitslabore und -institute (ANLIS) koordiniert werden.

Das Verteidigungsministerium unterstützt die Forschungsaktivitäten des Instituts für wissenschaftliche und technologische Forschungen der Streitkräfte (CITEFA) und des Instituts für Militärgeographie (IGM).

Dem Ministerium für Außenbeziehungen und Außenhandel und Religion sind drei FuE-Institutionen in den Bereichen Antarktis- und Raumfahrtforschung unterstellt. Diese sind die Nationale Komission für Raumfahraktivitäten (CONAE), die Nationale Antarktisdirektion (DNA) und das Argentinische Antarktikinstitut (IAA).

Das Ministerium für Planung, öffentliche Investitionen und Dienste stellt ca. 30% der öffentlichen FuE-Aufwendungen zur Verfügung und finanziert damit die Nationalen Forschungseinrichtungen, die in den Bereichen Atomenergie, Wasser und Erdbeben forschen.

Rund 40% der Forschungsstipendien, die in den letzten Jahren an argentinische Forscher vergeben wurden, finanzierte der Nationale Wissenschafts- und Technologierat (CONICET). Zusätzlich geben noch private Stiftungen und Unternehmen Stipendien für Bewerber/-innen einer wissenschaftlichen Karriere im CONICET.

 

Nicht-staatliche Förderung

Verschiedene nationale und internationale Privatorganisationen stellen in Argentinien Mittel für die Forschung zur Verfügung. Einige zeichnen sich durch ein besonderes Engagement aus und werden daher im Folgenden beschrieben.

Seit der Gründung im Jahre 1963 vergibt die gemeinnützige Stiftung Bunge und Born Stipendien in verschiedensten Bereichen, wobei die medizinische Forschung einen besonderen Stellenwert hat. Für besonders gute wissenschaftliche Erkenntnisse verleiht die durch Fonds finanzierte Stiftung eine spezielle Auszeichnung.

Das Stipendienprogramm der Privatbank Banco Santander Río ist mit dem "Plan zum Aufschwung der Höheren Bildung Argentiniens" erneuert worden. Es werden insgesamt 50 Hochschul- und 25 Postgraduiertestipendien an Studenten/-innen der teilnehmenden Universitäten vergeben. Des Weiteren stehen Studenten/-innen, Dozenten/-innen und technischem Personal Mobilitätsstipendien zur Verfügung, die den Austausch zwischen den Hochschulen fördern sollen.

Die im Jahre 2000 gegründete Stiftung Carolina wird von 21 großen spanischen Firmen finanziert und soll als Brücke zwischen Spanien und Lateinamerika dienen. Sie vergibt Stipendien für Postgraduiertenstudien, Promotionsstudien, kurze Forschungsaufenthalte und stellt Mittel für Forschungsprojekte zur Verfügung.

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FuE im öffentlichen Sektor

Der Nationale Wissenschaft- und Technologierat (CONICET) ist seit 1958 die wichtigste öffentliche Institution im Bereich der Forschungsförderung Argentiniens. Gemeinsam mit den staatlichen Hochschulen erhält CONICET mehr als die Hälfte der öffentlichen FuE-Ausgaben. Durch diese Mittel können derzeit 132 Forschungsinstitute und 11 Forschungszentren unterstützt werden. 2013 hat CONICET knapp 9.000 Stipendien (Doktoranden und Postdoc) vergeben. Seit Gründung des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Produktive Innovation (MinCyT) 2007 ist CONICET als autonome Einrichtung dem Ministerium zugeordnet. Etwa 80% der Förderung des Rates gehen in den Bereich der Naturwissenschaften und der Ingenieurwissenschaften. Viele Wissenschaftler an den staatlichen Hochschulen werden direkt über CONICET finanziert

Andere staatliche Forschungseinrichtungen sind verschiedenen Ministerien angegliedert und haben Vertretungen auf Länderebene (siehe Forschungsorganisationen).

Die staatlichen Hochschulen sind ebenfalls von großer Bedeutung für FuE. Die meisten Universitäten verfügen über zahlreiche Forschungsinstitute in den verschiedenen Bereichen, die teilweise auch direkt dem CONICET zugeordnet sind. Einige dieser Institute sind das IBB-INTECH der staatlichen Universität San Marín, das INIBIBB,  das PLAPIQUI , das INTEC der staatlichen Universität ds Litorals, das INSIBIO der staatlichen Universität Tucumán sowie das INENCO der staatlichen Universität Salta.

Das Institut für Verwaltungswissenschaften (IDCA) ist eines von zehn akademischen Instituten der Katholischen Universität Córdoba und die erste in einer argentinischen Provinz eingerichtete Management-Schule. Die Schule hat ihre Tätigkeit 1967 mit der Gründung des Zentrums für Weiterbildung in der Unternehmensverwaltung (Centro de Perfeccionamiento de Administración de Empresas, CEPADE) aufgenommen.

Das Zentrum vermittelt Führungskräften der Wirtschaft ein modernes Management-Instrumentarium. Lehrkörper sowie Leistungs- und Forschungsteam bestehen aus anerkannten Expert/-innen, Berater/-innen, Unternehmer/-innen, leitenden Angestellten der Privatwirtschaft und Beamten. In mehr als drei Jahrzehnten intensiver Aktivität sind rund 50.000 Teilnehmer/-innen mit dem IDCA in Verbindung getreten und haben ausgezeichnete Ergebnisse in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen erzielt. Zudem fordern und erhalten zahlreiche Unternehmen und Organisationen, die die Dienste der Institution in Anspruch nehmen, hochwertige Produkte, die heute zur Erbringung der geforderten Leistung und Wettbewerbsfähigkeit unabdingbar sind.

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FuE im privaten Sektor

Investitionen in Forschung und Entwicklung sind von 2008 bis 2012 jährlich durchschnittlich um 15% gestiegen. Im Vergleich zu den anderen Ländern Lateinamerikas ist die private Forschungsförderung Argentiniens 2012 mit rund 30% relativ hoch. Seit 2004 haben sich die Ausgaben der Privatwirtschaft in diesem Bereich verdoppelt. 

Auch die Regierung hat in den letzten Jahren verstärkt Programme entwickelt, die die Forschungsförderung speziell bei Kleinen und Mittleren Unternehmen, die mit 61% der Produktion und 80% der Beschäftigung den Großteil der argentinischen Wirtschaft ausmachen, stärken sollen. Finanziell unterstützt werden diese Programme durch den Argentinischen Technologiefonds (FONTAR) sowie die Nationale Förderagentur für Wissenschaft und Technologie (ANPCyT).

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Öffentlich-private Zusammenarbeit

In Buenos Aires ist 1997 eine Initiative zur Förderung des Technologietransfers in den Privatsektor eingeleitet worden. Die Aktiengesellschaft Polo Tecnológico Constituyentes S.A. (PTC) besteht aus verschiedenen nationalen Instituten – u.a. dem Institut für industrielle Technologie (INTI) und der Nationalen Kommission für Atomenergie (CNEA) – dem Institut für wissenschaftliche und technologische Forschung der Streitkräfte (CITEFA), sowie dem Dienst für Umweltgeologie und Raumordnungsplanung (SEGEMAR) in Zusammenarbeit mit der Nationalen Universität San Martín (UNSAM). Ziel der Zusammenarbeit der Mitglieder ist ein stärkerer Wissenstransfer – besonders im Bereich Technologie – durch Kooperation mit dem privaten Sektor. 

Seit 2000 lässt sich ein Trend zur Gründung öffentlich-privater Cluster beobachten. Auf Initiative von CONICET wurde 2002 in der Provinz Santa Fé der Parque Tecnológico del Litoral Centro ebenfalls als Aktiengesellschaft gegründet. An ihr sind die Nationale Universität des Litorals (UNL), die Regionale Fakultät Santa Fé, die Nationale Universität für Technologie (UTN-FRST), das Wissenschaftlich-Technologische Zentrum des CONICET von Santa Fé (CCT), das Institut für Technologische Entwicklung der chemischen Industrie (INTEC), das Internationale Zentrum für Computertechnik (CIMEC), das Forschungsinstitut für Katalyse und Petrochemie (INCAPE) und das Institut für Entwicklung und Design (INGAR) auf der wissenschaftlichen Seite, sowie auf Seite der Unternehmen Sun Microsystem (IT-Bereich) und die Industrielle Vereinigung von Santa Fé (UISF).

Das Centro Científico Tecnológico Mendoza (CCT) entstand aus dem ehemaligen regionalen wisschenschaftlich und technologischen Forschungszemtrum (CRICyT). Ziel des umbenannten Zentrums ist es nun Unternehmen aus dem Umfeld anzuziehen, die vom Technologietransfer profitieren wollen. Von wissenschaftlicher Seite sind die Nationale Universität Cuyo beteiligt, sowie die folgenden Forschungsinstitute: Argentinisches Institut zur Erforschung von Trockengebieten (IADIZA), das Institut für Geistes-, Sozial- und Umweltwissenschaften (INCIHUSA), das Argentinische Institut für Schnee, Gletscher und Umwelt (IANIGLA) sowie das Forschungslabor für Umwelt (LISAMEN), dem steht von privater Seite bisher nur die Stiftung CRICyT gegenüber.

Der Polo Tecnológico Bahía Blanca ist 2007 gegründet worden, als gemeinnützige Vereinigung im Süden der Provinz Buenos Aires. Beteiligt sind die Nationale Universität des Südens (UNS), die Regionale Fakultät Bahía Blanca der Nationalen Universität für Technologie (UTN), die Pilotanlage fürch chemische Ingenieurwissenschaften von VCONICET (PLAPIQUI), das Zentrum für Erneuerbare Ressourcen in Semiariden Gebieten (CERZOS), Argentinisches Institut für Ozeanografie, das Forschungsinstitut für Elektroenergie (IIIE), das Geologische Institut des Südens (INGEOSUR), das Forschungsinstitut für Biochemie von Bahía Blanca (INIBIBB) sowie das Institut für Mathematik Bahía Blanca (INMABB). Dem stehen auf unternehmerischer Seite eine Organisation regionaler KMUs sowie die Kammer des Informatikbereichs des Südens gegenüber.

Ebenfalls 2007 wurde das Centro de Ciencia y Tecnología de Córdoba gegründet. Es vereinigt das Zentrum für Wissenschaftliche Studien (CEA), das Forschungsinstitut für Klinische Biochemie und Immunologie (CIBICI), das Forschungszentrum für Biochemie von Córdoba (CIQUIBIC), das Forschungs- und Bildungszentrum für Mathematik Córdoba (CIEN), das Institut für Theoretische und Experimentelle Astronomie (IATE), das Institut für Physik (IFFAMAF) und das Forschungsinstitut für Physikalische Chemie Córdoba (INFIQC) unter einem Dach.

Im Oktober 2011 wurde in Buenos Aires der Polo Cienctífico Tecnológico eingeweiht. Hier haben neben dem MINCyT verschiedene Forschungseinrichtungen ihren Sitz - u.a. das Max-Planck-Partnerinstitut für Biomedizin.

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