Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern

Sowohl in der Bildung als auch bei der Forschung setzt Argentinien auf eine starke internationale Vernetzung. Das Nationale Bildungsministerium (Ministerio de Educación) unterhält Beziehungen zu über 20 Staaten in allen Weltregionen. Bei der internationalen Kooperation im Bildungssektor liegt der Schwerpunkt jedoch auf Aktivitäten mit den MERCOSUR-Ländern und Programmen der UNESCO. Der Nationale Forschungsplan "Argentina Innovadora 2020" der 2013 vorgelegt wurde, geht im vierten Kapitel (Ziele und Umsetzungsstrategien) auf die Internationalisierung der argentinischen Wissenschaft ein. Das MinCyT hat bilaterale WTZ-Abkommen mit über 20 Staaten (u.a. USA, Spanien, Frankreich, Spanien, Brasilien, Chile).

Mit der Europäischen Union besteht seit 1999 ein Rahmenabkommen zur Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Innovation.

Teilnahme an europäischen Programmen und Initiativen

Das argentinische Wissenschaftsministerium MinCyT ist durch verschiedene EU-Programme und Netzwerke mit der europäischen Vorschungslandschaft und der Förder- und Mittlerorganisationen verbunden. 1999 hat Argentinien, als erstes Land in der Region, ein Rahmenabkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit der EU unterzeichnet.

ABEST III - Argentinean Bureau for Enhancing Cooperation with the European Community in the Science, Technology and Innovation Area

Das INCO-BILAT-Projekt ABEST III baut auf zwei Vorgängerprojekte auf, und trägt dazu bei, die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technologie und Innovation zwischen Argentinien und der EU zu intensivieren. Des Weiteren soll die Sichtbarkeit Argentiniens bei europäischen Forschungseinrichtungen gefördert werden.

ERANet LAC - Network of the European Union, Latin America and the Caribbean Countries on Joint Innovation and Research Activities

An dem ERANet LAC sind acht europäische Staaten (u.a. Deutschland) und acht lateinamerikanische Staaten (u.a. Argentinien) beteiligt. Das Netzwerk dient als Plattform für die Projektpartner zum politischen Austausch und zur Umsetzung der Joint Initiative for Research and Innovation (JIRI). 2014 wurde ein erster gemeinsamer Call zur Förderung von multilateralen Projekten veröffentlicht.

ALCUE NET - Latin American, Caribbean and European Union Network on Research and Innovation

ALCUE NET ist eine Plattform für den politischen Dialog zwischen Europa, Lateinamerika und der Karibik im Bereich Wissenschaft und Innovation. Das Netzwerk richtet sich nach den forschungspolitischen Zielen von Horizont 2020 und spricht vor allem FuE-Akteure aus Wissenschaftsmanagement, Wissenschaftsförderung und Politik an.

 

Mitgliedschaften in internationalen Regierungsorganisationen

Argentinien ist Mitglied der G20. Damit ist es an den jährlichen Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs beteiligt, die auch Bildung und Forschung betreffen können. Argentinien ist kein Mitglied der OECD, hat in allgemeinen Wissenschaftsgremien jedoch den Status eines "Teilnehmers" (Participant).

Des Weiteren wird Argentinien über das MinCyT in über 20 internationalen Organisationen vertreten, darunter UNESCO (seit 1948), UN - Economic Commission for Latin America and the Caribbean (CEPAL), der Organisation Amerikanischer Staaten (OEA), und der Vereinigung Südamerikanischer Länder (UNASUR).

Des Weiteren ist Argentinien eines der 22 Mitgliedsländer Iberoamerikas des Lateinamerikanischen Physikzentrums (CLAF). Das CLAF ist eine im Jahre 1962 gegründete internationale Organisation mit Sitz in Rio de Janeiro / Brasilien. Hauptziel ist es die lateinamerikanische Forschung im Bereich Physik zu koordinieren und zu stärken.

Bezüglich der ganzheitlichen Entwicklung arbeitet Argentinien eng mit der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) zusammen. Mit dem Ziel einer ausgewogenen Entwicklung in verschiedenen Wirtschaftsbereichen fördert die OAS durch die Finanzierung von Programmen im Bereich Forschung und Technologie die Ausbildung hoch qualifizierter Fachkräfte, die Verbesserung der Infrastruktur und den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Institutionen.

Des Weiteren zählt Argentinien zu den Gründungsmitgliedern des Internationalen Zentrums für Gentechnik und Biotechnologie (ICGEB). Diese autonome, multilaterale Organisation wurde 1982 gegründet und verfügt weltweit über 37 Forschungszentren.

Weitere Informationen
Links/Institutionen

Teilnahme an multilateralen Programmen und Initiativen

Argentinien liefert regelmäßig Daten zu der zweimal jährlich erscheinenden OECD-Publikation Main Science and Technology Indicators.

Argentinien nimmt am OECD-Programm zur Kompetenzmessung von Schülern (PISA-Programm) teil. Argentinien ist zwar kein OECD-Mitgliedstaat, nimmt aber (wie ca. 30 andere Nicht-Mitgliedstaaten) laufend an PISA Teil.

Das Forschungs- und Innovationssystem Argentiniens wurde im Rahmen der Studie InnovaLatino: Fostering Innovation in Latin America 2011 analysiert, an der das OECD Development Centre beteiligt war.

1984 wurde das Iberoamerikanische Entwicklungsprogramm für Wissenschaft und Technologie (CYTED) durch ein Abkommen zwischen 19 Ländern Lateinamerikas, Spaniens und Portugal ins Leben gerufen.

Durch das CYTED soll die Zusammenarbeit im technologischen und wissenschaftlichen Bereich zwischen universitären Forschungsgruppen, Forschungszentren und innovationsfreudigen privaten Unternehmen in den iberoamerikanischen Ländern gefördert werden.  

Das CYTED-Programm ist in drei Bereiche internationaler Kooperation unterteilt:

  1. Thematische Netzwerke
  2. Forschungsprojekte im Bereich noch nicht markttauglicher Technologien
  3. Innovationsprojekte

Die Programmaktivitäten konzentrieren sich besonders auf die folgenden Bereiche:

  • Landwirtschaft und Ernährung
  • Gesundheit
  • Förderung der industriellen Entwicklung
  • Nachhaltige Entwicklung
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Wissenschaft und Gesellschaft

Das CYTED-Programm, das durch seine Initiativen die wissenschaftliche und technologische Entwicklung der Region vorantreiben will, hat oftmals als Verbindungselement zwischen der Europäischen Union und Lateinamerika gedient. Kooperationsabsichten und neue Initiativen können auf den jährlich stattfindenden Konferenzen für Wissenschaftliche und Technologische Kooperation Iberoamerika-Europäische Union (IBERUE) ausgearbeitet und konkretisiert werden. 

Sitzland für Einrichtungen multilateraler Trägerschaft

2010 wurde das UNESCO "International Centre for the Advancement of Human Rights" in Buenos Aires eingerichtet. Hierbei handelt es sich um ein Institut der "Kategorie 2", welches mit der UNESCO assoziiert ist. Mit der Einrichtung des Institutes in Buenos Aires wollte die UNESCO ein Zeichen gegen die langjährige Diktatur in Argentinien setzen. Das Institut hat seinen Sitz in der ehemaligen Marineakademie, welche dem Regime von 1976 bis 1983 als Gefängnis diente.

1963 wurde in Paris das UNESCO "International Institute for Education Planning (IIEP)" gegründet. Mit dem Ziel die Umstrukturierung der lateinamerikanischen Bildungssysteme aktiv zu begleiten, hat die UNESCO 1998 ein IIEP-Institut in Buenos Aires eingerichtet. Hauptaufgaben des IIEP Buenos Aires ist es, die Umstrukturierung der Bildungslandschaft in Lateinamerika durch Forschung und Weiterbildung zu fördern. Dabei stehen folgende Aktivitäten im Fokus:

  • Qualitätssicherung im Bildungssystem (auch in entlegenen Regionen)
  • Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonal
  • Vernetzung regionaler und internationaler Institutionen

Das 1995 gegründete Iberoamerikanische-Netzwerk für Wissenschafts- und Technologieindikatoren - RICYT (Red de Indicadores de Ciencia y Tecnología -Iberoamericana e Interamericana) hat seinen Sitz in Buenos Aires. Neben allen amerikanischen Staaten sind Spanien und Portugal Mitglieder bei RICYT. RICYT hat Beobachterstatus in der OECD-Arbeitsgruppe für Wissenschafts- und Technologieindikatoren (NESTI) und wird vor allem durch die Organisation Iberoamerikanischer Staaten (OEI) und die spanische Entwicklungsagentur (AECID) gefördert.

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