Bildungspolitische Zielsetzungen und Programme

Für die Phase von 2013-18 legte der Nationale Entwicklungsplan (Plan Nacional de Desarrollo 2013-2018, PND) sowie das Sektorprogramm Bildung (Programa Sectorial de Educación 2014-2018, PSE) die wichtigsten bildungspolitischen Ziele in Mexiko fest. Derzeit wird der Nationale Entwicklungsplan (Plan Nacional de Desarrollo 2019-2022, PND) für die kommende Periode vorbereitet. Angesichts hoher Schulabbruchquoten und der schlechten Ergebnisse in Schulleistungstests wie PISA haben die Regierungen in Mexiko bereits seit Langem die Notwendigkeit erkannt, die Qualität der Bildung zu verbessern. Dafür wurde seit 2001 das Programm für hochwertige Schulausbildung (PEC) eingesetzt, das mehrfach positiv von der Weltbank evaluiert worden war. Unter der Präsidentschaft Peña Nieto's  hat die Bildungspolitik stark an Bedeutung gewonnen (Zusammenfassung der Reformen in „Strong Foundations for Quality and Equity in Mexican Schools“, OECD-Studie, 2019a). Im Jahr 2012 wurde das Grundrecht auf eine hochwertige Bildung in der Verfassung verankert. Zur Umsetzung nahm die Regierung Mexikos verschiedene Reformen in Angriff:

  • Das 2002 gegründete Nationale Institut zur Bildungsevaluierung (Instituto Nacional para la Evaluación de la Educación, INEE) wurde 2013 gestärkt und erhielt einen autonomen Status. Zu den Aufgaben von INEE gehört die Evaluierung der mexikanischen Bildung in Vorschule, Primarstufe sowie Sekundarstufe I und II.
  • Ein neues Serviceangebot (Servicio de Asistencia Técnica a la Escuela) soll Schulen dabei unterstützen, den Unterricht zu gestalten, die Fortbildung der Lehrkräfte zu planen und sich auf Evaluierungen vorzubereiten;
  • Um eine längere Bildungsphase zu ermöglichen, hat die Regierung 2013 eine Schulpflicht bis zum 17. Lebensjahr festgelegt, die allerdings erst 2022 komplett umgesetzt sein soll. Das Bildungsministerium unterstützt den fortdauernden Schulbesuch in der Sekundarstufe II durch die Vergabe von Stipendien.
  • Die 2017 beschlossene Strategie (Estrategia para la Equidad y la Inclusión en la Educación) stellt sich der Herausforderung, Kinder aus ärmeren Bevölkerungsschichten und Bevölkerungsgruppen, die über 60 indigene Sprachen sprechen, besser in das mexikanische Schulsystem zu integrieren. Die Leitmotive sind Chancengerechtigkeit und Inklusion.

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Forschungs- und Innovationspolitische Ziele und Programme

Für die Phase von 2013-18 legte ebenfalls der Nationale Entwicklungsplan (Plan Nacional de Desarrollo 2013-2018, PND) sowie das Sonderprogramm für Wissenschaft, Forschung und Innovation 2014-2018 (Programa Especial de Ciencia, Tecnología e Innovación 2014-2018, PECITI) die wichtigsten forschungs-und innovationspolitischen Ziele fest. Das PECITI, das von CONACYT unter Einbeziehung verschiedener Akteure entwickelt worden war, formulierte fünf Hauptziele (S. 41):

  • Das Wachstum der nationalen Investitionen in Wissenschaft, Technologie und Innovation um den Anteil der gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2018 auf 1 Prozent zu steigern;
  • Schaffung von hoch qualifiziertem Humankapital;
  • Aufbau von wissenschaftlichen und lokalen Kapazitäten vor Ort, um eine nachhaltige regionale Entwicklung zu gewährleisten;
  • verstärkter Wissenstransfer und Förderung der Beziehungen zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und dem privaten Wirtschaftssektor;
  • Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Infrastruktur des Landes

In Mexiko umfassen die umfangreichen Förderprogramme des CONACYT sowohl Individual- als auch Projektförderung. Die Organisation vergibt Stipendien für Postgraduiertenstudien sowie die verschiedenen Phasen der wissenschaftlichen Laufbahn. Projektförderung  für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen leistet CONACYT teilweise durch eigene Programme (institutionelle Fonds). Im Rahmen von sektoralen Fonds vergibt CONACYT gemeinsam mit Fachministerien und Fachbehörden Projektmittel (siehe Webseite für einen Überblick über die ca. 30 sektoralen Fonds). Projekte der Grundlagenforschung werden durch einen gemeinsamen Fonds des Bildungsministeriums (SEP) und CONACYT finanziert („Fondo Sectorial de Investigación Científica Básica“, FOSIB). Im Bereich Gesundheit hat CONACYT zusammen mit dem Gesundheitsministerium und zwei Instituten für soziale Sicherheit einen gemeinsamen Förderfonds gegründet („Fondo Sectorial de Investigación en Salud y Seguridad Social“, FOSISS).

Für die Förderung von Forschung und Innovation in Unternehmen wurde das CONACYT-Programm zur Stimulierung der Innovation (Programa de Estímulos a la Innovación) aufgelegt, das eigene Förderlinien für große sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) und für die öffentlich-private Kooperation (PROINNOVA) hat. Zusätzlich gibt es zwei Fonds, die CONACYT gemeinsam mit dem mexikanischen Ministerium für Wirtschaft (SE) finanziert: den „Fondo de Innovación Tecnológica“ (FIT) sowie den „Fondo Sectorial de Innovación“ (PROSOFT- INNOVACIÓN) für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Obwohl die mexikanischen Bundesstaaten durchgehend eigene politische Einrichtungen für Wissenschaft und Technologie in Form von Staatsräten haben, können nur wenige Staaten wettbewerbliche Förderung vergeben. Viele sind darauf angewiesen, dass CONACYT Fördermittel bereitstellt, entweder durch den eigenen Fonds FORDECYT oder durch gemischte Fonds (FOMIX), die CONACYT gemeinsam mit den Bundesstaaten auflegt (siehe RIO Country Report 2015: Mexico, S. 59).

Die ehrgeizigen im PECITI (2014-18) festgelegten Wachstumsziele verfehlte Mexiko bisher deutlich: Der Anteil der FuE-Gesamtausgaben am BIP lag auch 2016 noch bei 0,5 Prozent. In Bezug auf das Stipendienprogramm von CONACYT für Postgraduierte wird deutlich, dass ein großer Zuwachs vor Allem im Zeitraum von 2009-14 verzeichnen zu war, als sich die Anzahl der neu vergebenen Stipendien von 16.000 auf 32.000 verdoppelte. Seitdem liegt die Anzahl stabil bei über 30.000 (Informe General del Estado de la Ciencia, Tecnología e Innovación, IGECTI 2017, S. 123). Ähnlich verhält es sich mit der starken Aufstockung der direkten Fördermittel für Unternehmen, die 2012 erstmals einen Anteil von über 30 Prozent an den FuE-Ausgaben der Unternehmen erreichte. Dieses hohe Niveau wurde ab 2014 gehalten, aber nicht mehr weiter gesteigert (Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators).

Zu der Anzahl der Forschenden (Vollzeitäquivalente) insgesamt legt Mexiko keine aktuellen Daten vor (siehe FuE-Indikatoren). Ein beständiges Wachstum verzeichnet allerdings das Nationale System der Forschenden (Sistema Nacional de Investigadores, SNI). Das System war 1984 geschaffen worden, um die Abwanderung von Forschenden in die USA zu vermindern. Forschende, die an Institutionen in Mexiko arbeiten, können sich in dem SNI registrieren und sich je nach eigener Forschungsleistung für eine Förderung (Zusatzeinkommen) qualifizieren. Zwischen 2010 und 2017 ist die Anzahl der Forschenden im SNI um mehr als 50 Prozent von 16.600 auf über 27.000 angewachsen. Gleichzeitig schrumpft der Anteil der Forschenden in Mexiko-Stadt jedes Jahr um etwa 1 Prozent (1996: 56 Prozent; 2010: 38 Prozent; 2017: 32 Prozent (siehe IGECTI 2017, S. 61). Die Dezentralisierung des Forschungs- und Innovationssystems in Mexiko verzeichnet somit weiterhin sichtbare Fortschritte.

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Ergebnisse von Evaluierungen

Die OECD zeigte sich in einer 2019 publizierten Studie beeindruckt von den umfassenden Schulreformen, die Mexiko in den letzten Jahren durchgeführt hat und empfahl nur punktuell weitere Reformen („Strong Foundations for Quality and Equity in Mexican Schools“, OECD-Studie 2019a). Zwei weitere Studien wurden zu dem Hochschulsystem Mexikos publiziert: „Higher Education in Mexiko: Labour Market Relevance and Outcomes“ (OECD-Studie 2019b) sowie „The Future of Mexican Higher Education“ (OECD-Studie 2019c). Die OECD empfahl Mexiko unter anderem den Aufbau eines robusten nationalen Systems für Akkreditierung und Qualitätssicherung der Hochschulen. Außerdem ermutigte sie die mexikanische Regierung, weiter in die technischen Hochschulen zu investieren.

Der Nationale Rat für Forschung und Technologie CONACYT erstellt jährlich einen Monitoring-Bericht zum Stand der mexikanischen Forschung, Technologie und Innovation (Informe General del Estado de la Ciencia, Tecnología e Innovación, IGECTI). Diese Berichte informieren anhand eines festgelegten Indikatorensatzes auch darüber, inwieweit die Ziele des Sonderprogramms für Wissenschaft, Technologie und Innovation (2014-18, PECITI)  erreicht werden (siehe IGECTI 2017, S. 137 ff.).

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