StartseiteLänderAmerikaMexikoBIOGASMEX – Erzeugung von Biogas aus organischen Abfällen und Biomasse in Mexiko

BIOGASMEX – Erzeugung von Biogas aus organischen Abfällen und Biomasse in Mexiko

Erfolgsgeschichten

Im mexikanischen Bundesstaat Querétaro werden jährlich mehr als 135.000 Tonnen Gülle aus der Tierhaltung sowie große Mengen Fett und organische Abfälle aus der Fleischverarbeitung erzeugt. Für diese gibt es bisher keine Verwendung, sie erzeugen jedoch große Mengen Treibhausgase. Zudem haben die Unternehmen der Nahrungs- und Futtermittelindustrie einen sehr hohen Wärmebedarf, der momentan aus der Verbrennung von Erdgas gedeckt wird.

Das Projekt zielt darauf ab, die bisher in Mexiko ungebräuchliche Biogastechnik in einer neuen, besonders effektiven und zuverlässigen technologischen Variante einzuführen und die Voraussetzungen für eine Referenzanlage am Standort des Futtermittelproduzenten La Perla zu schaffen. Hierfür arbeiten die Brandenburgische Technische Universtät Cottbus-Senftenberg, das Zentrum für Forschung und technologische Entwicklung der Elektrochemie (CIDETEQ) und der Proveedora La Perla S.A. de C.V. zusammen.

Das Unternehmen La Perla ist fest entschlossen, den Großteil seines Wärmebedarfs über Biogas zu decken und dazu eine große zentrale Biogasanlage zu errichten. Es ist davon auszugehen, dass dabei deutsche Unternehmen herangezogen werden, da es in Mexiko keinen erfahrenen Anbieter gibt. Die jährlichen finanziellen Einsparungen gegenüber Erdgas werden sich auf mehr als 1 Mio. US-Dollar belaufen. Gleichzeitig wird eine deutliche Reduzierung der diffusen Methanemissionen erreicht. Die Gärreste werden in die Landwirtschaft als Dünger zurückgeführt und damit der Einsatz von Kunstdünger reduziert. Die Durchführung der Potenzialanalyse hat bei CIDETEQ zu einer erheblichen Kapazitätsbildung und zum Erfahrungsgewinn beigetragen, das sich dadurch zum zentralen Biogaskompetenzzentrum Mexikos entwickelt.

Mehrwert der internationalen Zusammenarbeit

Sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung des Projekts sind ausschließlich durch die seit 2007 bestehende Zusammenarbeit zwischen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und CIDETEQ möglich geworden. CIDETEQ hat dabei insbesondere die regionale Erfahrung und umfangreiche Kontakte zur Wirtschaft und zu den staatlichen Institutionen beigetragen. Durch den wirtschaftlichen Erfolg eines Vorgängerprojekts konnte diese Zusammenarbeit gefestigt und eine hohe Reputation der Beteiligten in Mexiko erreicht werden.

Austausch und Analyse

In den ersten Monaten der Projektlaufzeit fand bereits der erste Workshop zu Potenzialen für Biomasseproduzenten und die Industrie in Querétaro statt. Dieser diente der Erläuterung des Projekts, der Motivation und als Kick-off. Es nahmen nicht nur Vertreter der Landwirtschaft und der unmittelbaren Projektbeteiligten teil, sondern inbesondere auch der nationalen Forschungseinrichtung CONACYT, des Umweltministeriums und des Landwirtschaftsministeriums des Bundesstaates Querétaro sowie einige Gäste aus anderen Regionen teil. Seit März 2015 führt die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg gemeinsam mit CIDETEQ eine Analyse des nutzbaren Abfall- und Biomassepotenzials der Region Querétaro durch. Diese steht kurz vor dem Abschluss. Aktuell werden Vorbereitungen für die logistische Systemanalyse und eine erste wirtschaftliche Abschätzung getroffen.

Ansprechperson

Dr.-Ing. Violeta Bravo Sepúlveda
Brandenburgische Technische Universtät Cottbus-Senftenberg
Tel: 0 355 69-3683
E-Mail: bravosep(at)b-tu.de

Redaktion: Länder / Organisationen: Mexiko Themen: Energie

Projektträger