Indikatoren für Bildung

Indikator

USA

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

6,1

4,2

5,0

2015

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

-0,1

-0,1

-0,2

2015

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

2,6

1,2

1,5

2015

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

35

83

66

2015

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

0

4

2

2016

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

19,288

3,043

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

5

8

6

2016

Anzahl Promovierender insgesamt

398.814

197.000

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

40

9

26

2016

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

48

31

44

2017

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

7 (7)

9 (22)

6 (14)

2016

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

497 (24)

509 (12)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

496 (25)

509 (16)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

470 (39)

506 (16)

490

2015

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2018, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2015: Ergebnisse im Fokus"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

       

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Schulen und Hochschulen

Das Schulsystem ist in den USA eine Angelegenheit der Bundesstaaten, woraus sich eine große Heterogenität ergibt. Wichtige Entscheidungen werden auch auf der Ebene der Schulbezirke gefällt, so dass selbst innerhalb der einzelnen Bundesstaaten erhebliche Unterschiede existieren. Auch die Schulpflicht ist von den Bundesstaaten unterschiedlich geregelt, in einigen Bundesstaaten reicht die Schulpflicht vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten achtzehnten Lebensjahr, in anderen Bundesstaaten gibt es hingegen nur eine Bildungs- oder Unterrichtspflicht, so dass dort keine Schule besucht werden muss. Etwa 3 Prozent der Schüler im schulpflichtigen Alter werden zu Hause unterrichtet.

Die meisten Schüler in den USA besuchen staatliche, über Steuergelder finanzierte Schulen. Das öffentliche Schulsystem ist koedukativ. Etwa 10 Prozent der US-Schüler besuchen private Schulen, für die eine Gebühr bezahlt werden muss. Die Kinder werden gewöhnlich mit fünf Jahren in den sogenannten Kindergarten eingeschult. Zuvor haben bereits viele Kinder ein Vorschulprogramm (Nursery School) absolviert. Die Junior High Schools und Middle Schools umfassen meist die Klassenstufen 6-8, gelegentlich darüber hinaus auch die Klassenstufe 5 oder 9. Die High School ist für die sekundäre Ausbildung zuständig. Sie umfasst die Klassenstufen 9 bis 12 und wird mit dem „High School Diploma“ abgeschlossen. Die High School ist eine Schule mit Kurssystem, Klassenverbände existieren nicht.

Im Rahmen der PISA-Studie der OECD („Programme on International Student Assessment“) werden die Kompetenzen 15-jähriger Schüler geprüft und länderübergreifend verglichen. Dabei liegen die USA bei den Kompetenzen im Lesen und in den Naturwissenschaften in etwa bei den Durchschnittswerten der OECD, in Mathematik darunter.

Jede Hochschule entscheidet eigenständig darüber, wen sie zum Studium zulässt und wie die Richtlinien für die Zulassung aussehen. In der Regel müssen die Studenten die High School abgeschlossen haben oder ein GED („General Equivalency Diploma") vorweisen. Zudem müssen sie einen standardisierten Test absolvieren. Die Studiengebühren sind nach wie vor sehr hoch und insbesondere in Folge der Wirtschaftskrise 2007 noch gestiegen. Ein internationaler Vergleich für einheimische Studierende an öffentlichen Hochschulen zeigt, dass die USA innerhalb der OECD nur von Großbritannien übertroffen werden. Und dies gilt, obwohl für die USA nur relativ alte Daten vorliegen. Demnach mussten US-amerikanische Studierende für ein Bachelor-Studienjahr 2011/12 etwa 8000 USD bezahlen (OECD Education at a Glance (2018), Tabelle und Grafik). An privaten Hochschulen liegen die Studiengebühren noch um ein Vielfaches höher.

Im postsekundären Bildungswesen der USA gibt es etwa 10.000 Einrichtungen, gut 4500 davon akkreditierte Hochschulen. Das Hochschulsystem der USA lässt sich in vier Bereiche gliedern:

  • Die staatlichen Hochschulen sind sehr divers und reichen von lokalen Community Colleges über regionale, staatliche Universitäten bis zu großen Forschungseinrichtungen. Die Finanzmittel für diese Hochschulen stammen, je nach Bundesstaat in unterschiedlichem Maße, hauptsächlich aus staatlichen Ressourcen.
  • Auch die privaten gemeinnützigen Hochschulen (private, non-profit) sind heterogen. Neben kleinen Liberal Arts Colleges gehören auch die großen, namhaften Forschungsuniversitäten wie Stanford oder Harvard, die sich in der Regel durch Stiftungsvermögen finanzieren, in diese Kategorie.
  • Private gewinnorientierte Hochschulen (private, for-profit) beziehen ihre Einnahmen überwiegend aus Studiendarlehen der Bundesregierung. An gewinnorientierten Hochschulen sind nur 12 Prozent aller Studierenden eingeschrieben.
  • Die Community Colleges sind von der Regierung finanzierte Colleges, die zweijährige Studiengänge anbieten, welche zu einem sogenannten „Associate Degree“ führen. Gut 35 Prozent derjenigen Studierenden, die in den USA ein grundständiges Studium durchführen, sind an einem Community College eingeschrieben. Viele Studierende beginnen aufgrund der hohen Studienkosten ihr Studium an einem Community College und wechseln erst nach einigen Semestern an eine Hochschule mit vierjährigen Studiengängen, an der sie einen Bachelorabschluss erwerben können (Quelle: DAAD-Ländersachstand USA 2017).

Im Herbst 2016 waren 19,84 Millionen Studierende an Hochschulen in den USA eingeschrieben. Bis zum Jahr 2025 wird vom National Center for Education Statistics (NCES) ein weiteres, deutliches Wachstum um 15 Prozent vorhergesagt. Von den Studierenden waren rund 6 Millionen an 2-jährigen Community Colleges und rund 13,7 Millionen an Colleges und Universitäten mit 4-jährigen Programmen eingeschrieben. Aus dieser Gruppe führten rund 10,7 Millionen ein grundständiges Studium (Undergraduate Program) durch, knapp 3 Millionen ein weiterführendes Studium (Quelle: NCES, Digest17).

Die 62 führenden Forschungsuniversitäten, die sich für die Förderung der akademischen Forschung und Lehre in Nordamerika einsetzen, haben sich zur Association of American Universities (AAU) zusammengeschlossen (siehe unter FuE im öffentlichen und privaten Sektor). In der Association of American Colleges & Universities (AAC&U) haben sich fast 1400 Hochschulen und Colleges zusammengeschlossen. Die AAC&U legt ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf ein breites Angebot in der tertiären Ausbildung. Die American Association of Community Colleges (AACC) vertritt bundesweit etwa 1.200 Colleges mit zweijährigen Programmen.

In den USA lag 2016 der Anteil an Personen im Alter von 25-34 Jahren mit einem Abschluss im Tertiärbereich bei 48 Prozent und somit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 43 Prozent (zum Vergleich: der Anteil in Deutschland liegt 31 Prozent). Auch bei der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (25-65 Jahre) lag der Anteil mit einem tertiären Abschluss in den USA bei 45 Prozent, und somit noch deutlicher über dem OECD-Durchschnitt von 37 Prozent. Anders als in Kanada gibt es in den USA keine auffällig große Gruppe von Personen, die als höchsten Abschluss ein zweijähriges Kurzzeitstudium abgeschlossen haben: der Anteil liegt bei lediglich 11 Prozent (siehe OECD: Bildung auf einen Blick 2017, S. 59 ff.).

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Berufliche Bildung

Für eine berufliche Ausbildung stehen in den USA zwei Wege zur Verfügung.

Zum einen existiert in den USA ein heterogenes betriebliches Ausbildungswesen („Registered Apprenticeship"). Die Ausbildung findet im Rahmen der normalen beruflichen Tätigkeit in den Betrieben statt. Der theoretische Teil wird zum Beispiel von Gewerkschaften oder Berufsverbänden organisiert und je nach Bundesstaat, Branche und Unternehmen in unterschiedlichen Einrichtungen wie Community Colleges, Schulen oder Kursräumen der Unternehmen durchgeführt. Das Ausbildungsprogramm wird meist mit einem Zertifikat „Certificate of Completion of Apprenticeship“ beendet.

Zweitens werden an den Community Colleges zweijährige Studiengänge angeboten (siehe vorheriger Abschnitt), welche zu einem sogenannten „Associate Degree" führen. Von den etwa 1 Million Abschlüssen wurde 2015/16 etwa ein Drittel in den Liberal Arts (vor allem Sprachen, Literatur etc.) vergeben, gut ein Fünftel im Bereich Betriebswirtschaft und Verwaltung und ein weiteres Fünftel im Bereich Gesundheit (National Center for Education Statistics, Digest 17).

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Weiterbildung

Das Bildungssystem der USA eröffnet im postsekundären Bereich durch seine Bildungseinrichtungen, die eine Vielzahl von Bildungsprogrammen anbieten, attraktive Chancen und Möglichkeiten, Abschlüsse zu erwerben. An den Community Colleges können Zertifikate („Certificate of Competency") für den Abschluss thematisch spezialisierter Programme, die in der Regel ein Jahr dauern, erworben werden. Diese stellen einen wichtigen Bestandteil des Angebotes in der Weiterbildung, Fort- und Erwachsenenbildung und Umschulung dar. Auch das sehr gute Angebot an Fernkursen trägt zum vielfältigen Weiterbildungsangebot bei.

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