Indikatoren für Bildung

Indikator

China

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

2

4

2

2017

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

44,128

3,092

k.A.

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

0***

8

6

2017

Anzahl Promovierender insgesamt

357.091

198.300

k.A.

2017

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

18

32

44

2010/18/18

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]****

555 (1)

498 (20)

487

2018

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]****

591 (1)

500 (20)

489

2018

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]****

590 (1)

503 (15)

489

2018

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2019, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2018: Ergebnisse"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

*** Statt auf internationale (d.h. bei im Ausland erworbener Hochschulzugangsberechtigung ohne Berücksichtigung der Staatsangehörigkeit) bezieht sich diese Angabe auf ausländische Studierende.

**** Für China haben die vier Regionen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang an PISA 2018 teilgenommen

       

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Schulen und Hochschulen

Die Gesellschaft der Volksrepublik China befindet sich derzeit in einem wirtschaftlich-sozialen Übergang, dessen langfristiges Ziel die Integration Chinas in die internationale Wissens- und Informationsgesellschaft ist. Der konsequenten Förderung von Bildung und Ausbildung wird damit eine Schlüsselrolle zur Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zugeschrieben und es wird langfristig in Bildung sowie Forschung und Entwicklung (FuE) investiert.

1996 erließ die „Staatliche Erziehungskommission“ ein nationales Regelwerk für Kindergärten, um die Standards in den Kindergärten zu vereinheitlichen und zu verbessern. Der Besuch des Kindergartens beginnt im Alter von drei bis fünf Jahren und dauert bis zum Alter von sechs oder sieben Jahren. Kindergärten sind nicht im gesamten Land anzufinden. Dennoch ist die Anzahl der chinesischen Kindergartenkinder zwischen 2002 und 2012 um mehr als 80 Prozent gestiegen. Der Besuch eines Kindergartens bleibt jedoch größtenteils ein städtisches Phänomen, da er mit finanziellen Mehrkosten verbunden ist. Insgesamt ein Drittel aller chinesischen Kindergartenkinder besucht eine private Einrichtung. Die Zahl privater Vorschuleinrichtungen belief sich 2015 auf 146.376 (Quelle: Schulte, Barbara – bpb Länderbericht China; Chinesisches Bildungsministerium (MoE), Stand 2015).

Der Besuch der Grund- und Mittelschule ist verpflichtend. Die allgemeine Schulpflicht dauert in China neun Jahre und wird seit 2002 von 97 Prozent der Bevölkerung erfüllt. Die Grundschulzeit beträgt hierbei sechs Jahre. Das Einschulungsalter beträgt in der Regel sechs Jahre. Die Sekundarstufe ist im Allgemeinen aufgeteilt in drei Jahre Unterstufe und drei Jahre Oberstufe. Die Mittelschulen differenzieren in allgemeinbildende und berufsbildende oder technische Schultypen. Für den Übergang von der Unterstufe der Mittelschule in die Oberstufe der Mittelschule gibt es Aufnahme- und Abschlussprüfungen, welche provinzweit einheitlich sind. Für die Aufnahmeprüfungen an den Hochschulen kann die Wahl der Mittelschule ausschlaggebend sein. Der Unterricht in der Mittelschule beträgt 35 Unterrichtsstunden pro Woche.

Nach erfolgreichem Abschluss der oberen Sekundarstufe kann mit der Teilnahme an der „Gaokao“ – der nationalen Hochschulaufnahmeprüfung – der Weg zum Hochschulstudium eingeschlagen werden. Vor der „Gaokao“ können die Schülerinnen und Schüler Wunschstudiengang sowie Wunschhochschule benennen. Abhängig von den angegebenen Wünschen sowie der im Rahmen der Prüfung erreichten Punktzahl erhalten die Schülerinnen und Schüler anschließend ihre Zulassung für einen Studienplatz an einer der zahlreichen Institutionen im ganzen Land (Quelle: OECD – Education at a Glance 2016; Glöckner, Caroline – Bildungswesen in China 2013).

Die aktuellsten Ergebnisse der Schulleistungsstudie PISA (Stand 2015) geben für China lediglich Ergebnisse für Schulen der Städte und Provinzen Beijing, Shanghai, Jiangsu und Guangdong wider. In den naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik liegen die Ergebnisse über dem OECD-Durchschnitt. China nimmt hierbei Platz 10 im internationalen Vergleich ein. Einige Jahre vorher, 2012, landete China an der Spitze der Rangliste für das Fach Mathematik. Das Ergebnis kann allerdings nicht auf ganz China übertragen werden, da nur Daten von Shanghaier Schülern erhoben wurden (Quelle: OECD – PISA Ergebnisse 2012 und 2015).

Die Zahl der tertiären Bildungseinrichtungen belief sich 2016 auf insgesamt 2.879 Hochschulen. Das Gros der chinesischen Hochschulen ist den jeweiligen Lokalregierungen des Landes zugeordnet. Dies ist unter anderem den Dezentralisierungsbemühungen im Bildungswesen zuzuschreiben. Dem nationalen Ministerium für Bildung (MoE) unterstehen, im Vergleich, nur eine geringfügige Anzahl von Hochschuleinrichtungen. Ein wichtiges Ergebnis der Deregulierungspolitik mit Marktorientierung ist die zunehmende Einführung privater Bildungseinrichtungen und damit auch privater Hochschulen. Der Anteil privater Hochschulen lag 2012 bei etwa 14 Prozent. Neben den 2.879 regulären Institutionen höherer Bildung, die in staatlicher Hand sind, gibt es bereits 734 nicht-staatliche Institute höherer Bildung. (DAAD; Bildungsministerium (MoE); Stand 2015 und 2016).

Alle Schülerinnen und Schüler und auch Studierende zahlen offene oder verdeckte Gebühren, um eine öffentliche oder private Institution zu besuchen. Die Zusammensetzung der Gebühren ist je nach Institution und Region verschieden. Die Studiengebühren für ein Bachelorstudium belaufen sich zum Beispiel auf ca. RMB 3.000 bis 6.000 (ca. EUR 425 bis EUR 850) pro Studienjahr (DAAD – Länderinformation; Stand 2017).

Die Brutto-Immatrikulationsquote in China hat sich zwischen 2011 und 2018 praktisch verdoppelt und erreicht inzwischen 50 Prozent (zum Vergleich: Deutschland 2017: 70 Prozent; USA: 88 Prozent). 2017 waren 44,1 Millionen Studierende an chinesischen tertiären Bildungseinrichtungen eingeschrieben (siehe Bildungsindikatoren). In Teilen handelt es sich dabei um Studierende, die On-Line-Kursen oder kurzen Weiterbildungsstudien folgen. Die Anzahl der Abschlüsse im Tertiärbereich, die sich zwischen 2007 und 2015 von 5,8 auf 11,9 Millionen mehr als verdoppelt hat, wuchs danach langsamer und erreichte 2018 12,9 Millionen (Quelle: UNESCO Institute of Statistics, 16-09-2019).

Zum Bildungsstand der Bevölkerung bezüglich von Abschlüssen im tertiären Bereich legt China nur ältere Daten vor. Demnach verzeichnete das Land 2010 einen Anteil der 25-34-Jährigen mit einem Tertiärabschluss von 18 Prozent (siehe Bildungsindikatoren). Das chinesische Profil unterscheidet sich dabei deutlich von dem OECD-Profil: Mehr als die Hälfte entfielen auf Abschlüsse von Kurzzeitstudien („short-cycle tertiary“). Die Anteile der Abschlüsse Bachelor und Master waren mit 7 und 1 Prozent sehr gering (siehe OECD Education at a Glance (2019), Abbildung A1.3, Daten und Grafik).

Ein Blick auf die jüngste Verteilung der Abschlüsse zeigt, dass die Relation Kurzzeitstudien-und Bachelor-Abschlüsse in China heute weitgehend ausgewogen ist: 2018 entfielen von den 12,9 Millionen-Abschlüssen 6,1 Millionen Abschlüsse auf ein 2-3 jähriges (berufsbildendes) Kurzzeitstudium, den in China nach vier Jahren verliehenen Bachelor-Abschluss erlangten gut 6 Millionen Studierende. Dazu kamen 648.527 Master-Abschlüsse sowie 59.833 Promotionen (Quelle: UNESCO Institute of Statistics, 16-09-2019).

Ein wichtiges Merkmal Chinas ist, dass es seine Hochschulen als Akteure in einem harten globalen Wettbewerb sieht. Es ist kein Zufall, dass eine chinesische Hochschule, die Shanghai Jiao Tong University im Jahr 2003 das erste globale Hochschulranking (Academic Ranking of World Universities (AWRU), besser bekannt als Shanghai-Ranking) entwickelt hat. Vor diesem Hintergrund investiert China seit mehr als zwanzig Jahren in die Entwicklung von exzellenten Hochschulen von Weltrang. Das Programm 211 legte seit 1995 einen Fokus auf die Lehre in 112 Universitäten. Seit 1998 stärkte das Progamm 985 auch die Forschung an 42 ausgewählten Hochschulen.  Die staatliche Förderung zahlt sich aus, da chinesische Hochschulen ihre Position in internationalen Ranglisten deutlich verbessert haben.

Im Hochschulbereich verfolgt die chinesische Regierung verschiedene Ziele. Die bereits 1995 begonnene Exzellenzförderung für Hochschulen wird ab 2017 unter einem leicht veränderten Programm fortgesetzt (Double World Class Unversities"). Der Anteil eines Jahrgangs, der ein Bachelorstudium aufnimmt, soll von 33 auf 40 Prozent gesteigert werden. Und schließlich sollen ausgesuchte chinesische Hochschulen sich zukünftig auf die Vergabe von berufsbildenden Bachelor- und Master-Abschlüssen spezialisieren (siehe unter Bildungspolitische Strategien und Programme).

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Berufliche Bildung

Im Nationalen Bildungsreform- und Entwicklungsplan 2010-2020 werden Maßnahmen für die berufliche Ausbildung genannt. Eine der Herausforderungen an die Berufliche Bildung in China stellt die Qualität der Ausbildung dar. Aufgrund der Einstellung, nach der ein akademischer Abschluss als attraktiver gilt, wurde der beruflichen Bildung über lange Zeit ein geringer Wert beigemessen. Es stehen selten genügend Mittel zur Verfügung, um die berufsbildenden Schulen im Sekundarschulbereich adäquat mit Infrastruktur und Lehrkräften auszustatten. Die Finanzierung im Bildungssektor insgesamt ist schwierig, vor allem auch für die Berufsschulen. An vielen berufsbildenden Schulen ist der theoretische Anteil der Ausbildung zu stark gewichtet, während der praktische Teil häufig vernachlässigt wird. Die chinesische Arbeitgeberseite hat nur wenig Interesse, sich an der allgemeinen beruflichen Ausbildung zu beteiligen. Chinesische Unternehmen ziehen es vor, individuell in ihre Arbeitnehmer zu investieren und speziell auf das eigene Unternehmen hin auszubilden, um somit einer möglichen Abwanderung entgegenzuwirken. Die berufliche Erstausbildung unterteilt sich in China auf verschiedene Institutionen:

  • Auf der Ebene der unteren Mittelschulen gibt es berufsbildende Kurse an allgemeinen Mittelschulen und es gibt Berufsmittelschulen.
  • Weitaus häufiger ist allerdings der Besuch von Berufsbildungsschulen in der oberen Mittelschule. Diese sind Berufsmittelschulen, Fachmittelschulen und Facharbeiterschulen.
  • Auf der Ebene der höheren Berufsbildung sind die Berufshochschulen und die Berufs- und Technikerakademien anzusiedeln.

Die Anzahl der Berufsschulen auf Sekundarebene belief sich 2016 landesweit auf 8657 Einrichtungen mit insgesamt 12 Millionen eingeschriebenen Vollzeitauszubildenden sowie ca. 4 Millionen Berufsschulabsolventinnen und -absolventen im selbigen Jahr (Quelle: Chinesisches Bildungsministerium (MoE), Stand 2016).

Die Entwicklungsstrategie „Beschleunigung der Entwicklung moderner Berufsbildung“ sieht für den Zeitraum von 2014-20 Reformen für den Bereich des „Technical and Vocational Education Training“ (TVET) in Form einer teilweisen Verlagerung der Berufsbildung in neue berufsbildende Bachelorstudiengänge an den Hochschulen vor (siehe unter Bildungspolitische Strategien und Programme).

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