StartseiteLänderAsienChinaNeues Forschungsprojekt untersucht die Folgen der Coronapandemie auf die Wertschöpfungsketten zwischen China und Deutschland

Neues Forschungsprojekt untersucht die Folgen der Coronapandemie auf die Wertschöpfungsketten zwischen China und Deutschland

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf Wertschöpfungsketten zwischen Deutschland und China aus und welche Folgen haben Kontaktbeschränkungen und das Homeoffice für die Entwicklung regionaler Arbeitsmärkte in beiden Ländern? Diese Fragestellungen stehen im Fokus eines auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes unter Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Große Krisen wirken sich unterschiedlich auf regionale Ökonomien aus. Auch die Auswirkungen der aktuellen Sars-CoV-2-Pandemie unterscheiden sich über Länder und Regionen hinweg. Das Hauptziel des neuen Forschungsprojekts besteht darin, zu untersuchen, welche Folgen diese komplexe Situation für die regionale Resilienz und die regionalen Unterschiede in China und Deutschland hat.

Die Rahmenbedingungen in Bezug auf Globalisierung, Informations- und Kommunikationstechnik und die Mobilität von Personen und Gütern unterscheiden sich erheblich von denen früherer Pandemien. Co-Projektleiter Professor Robert Hassink vom Geographischen Institut der CAU beschreit den Ansatz des Forschungsprojekts:

„Erste Analysen deuten auf zwei bemerkenswerte Effekte von Covid-19 hin: Erstens schränken Eindämmungsmaßnahmen die Mobilität und den persönlichen Austausch ein. Damit reduzieren sie klassische Agglomerationsvorteile und insbesondere Lernmöglichkeiten, die vor allem ein urbanes Umfeld bietet. Zweitens werden gleichzeitig globale Produktionsnetzwerke massiv gestört, was zu einer stärkeren Regionalisierung der Wertschöpfungsketten führen kann, ohne dass in gleichen Maße wie bislang Agglomerationsvorteile genutzt werden können.“

Im Projekt soll untersucht werden, ob es einen messbaren Effekt der Kontaktbeschränkungen auf Lerneffekte wie Nachahmung und informellen Wissensaustausch und die Produktivität von Arbeitskräften gibt. Stellen sich hier anhaltende Verhaltensänderungen ein und finden persönliche Gespräche in Zukunft seltener statt? Werden diese Formen des Lernens nach der Pandemie durch andere Arten des Wissensaustausches ersetzt? Diese Fragestellungen sollen mit quantitativen und qualitativen Methoden im Forschungsprojekt untersucht werden.

Über den Förderungszeitraum von drei Jahren sollen bis 2024 auch die Auswirkungen von Politikentscheidungen auf internationale Produktionsnetzwerke und damit die Standorte von Produktionsaktivitäten in China und Deutschland untersucht werden. Wird beispielsweise eine Fabrik für Mund-Nasen-Masken und weitere medizinische Ausstattung in Deutschland oder Europa aufgebaut, um für zukünftige Pandemien gewappnet zu sein, hat das Auswirkungen auf die Entwicklung regionaler Arbeitsmärkte in China. Durch die Corona-Pandemie und die daraus folgenden politischen Entscheidungen können folglich ganze internationale Wertschöpfungsketten beeinflusst werden. Deshalb ist ein Ziel des Projektes, politikrelevante empirische Forschungsergebnisse zu liefern, die bei zukünftig zu erwartenden Pandemien wichtig wären. Darüber hinaus wollen die Forschenden die Erklärungskraft theoretischer Konzepte der Wirtschaftsgeographie und Regionalökonomie zu Agglomerationsvorteilen, globalen Produktionsnetzwerken und regionaler Resilienz einer Überprüfung unterziehen.

Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die eine Initiative zur fachübergreifenden Erforschung von Epidemien und Pandemien anlässlich des Ausbruchs von Sars-CoV-2 gestartet hatte.

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Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/ IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: China Themen: Geistes- und Sozialwiss. Wirtschaft, Märkte

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