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Indische Open-Access-Plattform für noch nicht veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge

Berichterstattung weltweit

Die Initiative IndiaRxiv will es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Indien ermöglichen, ihre Forschungsarbeiten öffentlich auszutauschen und einer Qualitätskontrolle zu unterziehen.

Ab Ende April will die Initiative IndiaRxiv ein zentrales Register für noch nicht veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge indischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Fachgebieten bereitstellen – ein sogenanntes "preprint repository". Ziel ist es, die Güte indischer Forschung zu erhöhen. Damit orientiert sich die Initiative an vergleichbaren und bereits erfolgreich laufenden Plattformen in Indonesien und Afrika (Nature berichtete).

Eingereicht werden können Forschungsergebnisse, Fallstudien, Konferenzbeiträge und Datensätze; sie können sowohl auf Englisch als auch allen indischen Sprachen verfasst sein. Federführend geleitet wird die IndiaRxiv Initiative vom Lobbyverband Open Access India. Dessen Gründer Sridhar Gutam, Botaniker am Indian Agricultural Research Institute in Neu-Delhi, hofft, dass die Plattform die Abhängigkeit von Journals senkt, die kostenpflichtig eine schnelle Veröffentlichung versprechen, aber keine Qualitätskontrolle (peer review) durchführen.

Viele indische Forscherinnen und Forscher greifen insbesondere zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn auf solche Journals zurück, um die Anforderungen an akademisches Arbeiten seitens der Regierung zu erfüllen, die vor allem auf eine hohe Anzahl an Publikationen setzt. Andere Forschende streben schnelle Veröffentlichungen an, um ihre Ideen und Forschungsergebnisse „als erste“ zu publizieren. Gutam zufolge könnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch das preprint repository ihren Anspruch auf eine Idee schnell geltend machen und zugleich vom Feedback anderer Forschender profitieren. Im Anschluss daran könne eine Veröffentlichung in einem renommierten Journal angestrebt werden.

Obwohl Einreichungen auf der Plattform nicht als Publikation im Sinne der Regierungsstandards gelten, hofft die Initiative darauf, Veränderungen im indischen Wissenschaftssystem zu bewirken. Allerdings sei die Bereitschaft zur Nutzung vergleichbarer Plattformen in Indien bislang gering, so Gutam. Das liege mitunter daran, dass einige indische Journals keine Einreichungen von vorab öffentlich zugänglichen Archiven akzeptierten. Der Open Access India-Gründer sieht die Aufgabe der Initiative daher vor allem in Aufklärungsarbeit: "We want to educate authors, faculty members and research managers of this new kind of platform to freely exchange knowledge."

Zum Nachlesen

Quelle: Nature Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Indien Themen: Bildung und Hochschulen Information u. Kommunikation sonstiges / Querschnittsaktivitäten

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