StartseiteLänderAsienIndonesienAllgemeine Landesinformationen

Bevölkerung und Geografie

Ländername

Republic of Indonesia

Republik Indonesien

Kurzform: Indonesia / Indonesien

Hauptstadt

Jakarta

Fläche

1,904,569 km²

Bevölkerungszahl

264,2 Mio. (Schätzung 2017

4. bevölkerungsreichstes Land der Welt

Bevölkerungswachstum

1,12% (Schätzung 2017)

Bevölkerungsgruppen

Über 30 größere ethnische Gruppen, von denen die größten malaiischen Ursprungs sind, daneben ca. 4 Mio. Indonesier chinesischer Abstammung, weitere mit indischer, arabischer und melanesischer Herkunft

Sprachen

Indonesisch (Bahasa Indonesia) Amtssprache

Diverse weitere Sprachen und Dialekte

Religionen

Bevölkerungsanteile nach Konfessionen:

Muslime 87,2%

Christen 9,9%

Hinduisten 1,7% (vornehmlich auf Bali und in Ostjava)

Buddhisten, Taoisten und Konfuzianer insg. 0,9%

Sonstige 0,3%

Nationalfeiertag

17. August (Ausrufung der Unabhängigkeit 1945)

Zeitzone

3 Zeitzonen:

West: MEZ + 6 (UTC + 7)

(Sumatra, Java, West- und Zentral-Borneo)

Mitte: MEZ +7 (UTC + 8)

(Süd-Borneo, Sulawesi, Bali, Nusa Tengarra, West Timor)

Ost: MEZ + 8 (UTC +9)

(Molukken und West-Neuguinea).

Währung

1 Rupiah IDR / 100 Sen

 

Aktueller Wechselkurs unter OANDA.com - Währungskonverter

Vorwahl

+62

Tabelle 1: Bevölkerung und Geografie

Quelle: Auswärtiges Amt, CIA World Factbook

 

Nach oben

Indonesien besteht aus 17.508 Inseln und ist damit der größte Archipelstaat der Erde. Die Inseln liegen in der Äquatorregion am Übergang zwischen dem Indischen und Pazifischen Ozean und bilden so die Brücke zwischen den zwei Kontinenten Asien und Australien.

Das Staatsgebiet umfasst eine Landfläche von 1,904 Mio. km² und ist damit fünfmal größer als Deutschland. Indonesien ist der viertgrößte Staat Asiens. Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt ca. 1.870 km, die größte Ost-West-Ausdehnung sogar über 5.000 km, mehr als ein Achtel des Erdumfangs.

Einige der ca. 6000 besiedelten Inseln gehören zu den größten der Welt (nach Grönland): Neuguinea, deren westliche Hälfte, Papua Barat, vormals Irian Jaya, zu Indonesien gehört, während der östliche Inselteil den Staat Papua-Neuguinea bildet - außerdem Kalimantan (Borneo), deren nördlicher Teil zum Staatsgebiet von Malaysia bzw. Brunei gehört.

Im Norden Indonesiens befindet sich das Südchinesische Meer, im Nordosten bildet die Celébessee die Grenze zu den Philippinen, im Süden liegen die Timorsee und die Arafursee zwischen dem Inselstaat und Australien. Im Westen trennt die Straße von Malakka die indonesische Insel Sumatra von der Malaiischen Halbinsel.

Die einzelnen Inseln werden in Inselgruppen unterteilt: Java, Sumatra, Kalimantan (Borneo) und Sulawesi (Celebes) bilden zusammen die Großen Sunda-Inseln. Die Inselkette zwischen Bali und Timor wird als Kleine Sunda-Inseln bezeichnet. Nördlich von ihnen, zwischen Sulawesi und Neuguinea befindet sich die Gruppe der Molukken.

Alle großen Inseln sind von eindrucksvollen Gebirgen durchzogen, deren höchste Erhebungen zwischen 2.000 und 3.800 m ü. NN liegen. Der höchste Berg des Archipels befindet sich jedoch mit dem Puncak Jaya (5.030 m) in der Provinz Papua Barat (Neuguinea).

Das indonesische Festland ist, geologisch gesehen, noch jung. Die Inseln liegen an den Rändern dreier Platten der Erdkruste, der Indisch-Australischen Platte, der Pazifischen Platte und der Eurasischen Platte. Durch die Kollision dieser Platten wurde die Inselkette herausgehoben. Dies geschah zur gleichen Zeit, als in Europa die Alpen entstanden. Dass dieser Vorgang bis heute noch nicht abgeschlossen ist, bezeugen die zahlreichen Erdbeben und die noch aktiven Vulkane, die die Inseln überziehen. Von den 400 vorwiegend über 2.000 Meter hohen Vulkanen sind heute noch über 100 aktiv. Die meisten Vulkane befinden sich auf den bogenförmig verlaufenden Inseln Sumatra und Java bis hin nach Timor. Einige von ihnen sind über 3000 m hoch, der höchste Vulkan ist der auf Sumatra gelegene Gunung Kerinci mit 3.805 m.

An den Hängen der Vulkane befinden sich auch die berühmten Reisterrassen des Landes. Trotz der Gefahren siedeln sich dort immer wieder eine große Zahl von Menschen an, da die Böden aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs sehr fruchtbar sind. Der Terrassenanbau sichert eine optimale Ausnutzung der Flächen. Bei guten klimatischen Bedingungen sind dann bis zu drei Ernten pro Jahr möglich.

Klimatisch liegen die Inseln im Bereich der inneren Tropen (überwiegend südlich des Äquators). Das tropische Klima wird durch zwei Monsunzeiten geprägt. Die trockene Jahreszeit sind die Monate Juni bis September, die feuchte die Monate Oktober bis April.

Die Monsune in Indonesien sind weniger stark ausgeprägt als auf dem asiatischen Kontinent. Der Archipel hat ein ausgeglichenes, maritimes Klima, in dem es keine echte Trockenperiode gibt. Im Allgemeinen herrscht in Indonesien eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und damit verbunden in den meisten Orten eine Niederschlagsmenge von über 2000 mm im Jahr.

Eine bedeutende Rolle für das Land spielen die ausgeprägten regionalen Unterschiede, die sich durch die zahlreichen Gebirgszüge und den ständigen Wechsel von Land- und Wassermassen ergeben.

Die Temperaturen sind das ganze Jahr über gleichmäßig hoch, sie erreichen im Durchschnitt etwa 27°C, wobei es aufgrund der verschiedenen Höhenlagen regionale Schwankungen gibt. In den über 5.000 m hohen Gebirgen auf Neuguinea kommt es sogar zu Schneefällen.

Nach oben

Politik und Administration

Ländername

Republic of Indonesia

Republik Indonesien

Kurzform: Indonesia / Indonesien

Hauptstadt

Jakarta

Regierungsform

Präsidialrepublik; Präsident ernennt die Regierungsmitglieder; Mehrparteienbündnis in der Nationalversammlung stützt diese.

Staatsoberhaupt

Joko WIDODO ("Jokowi"), Präsident (seit 20.10.2014)

Außenminister/in

Retno Lestari Priansari MARSUDI (seit 27.10.2014)

Minister für Bildung und Kultur

Prof. Dr. MUHADJIR Effendy (seit 27.07.2016)

Minister für Wissenschaft und Höhere Bildung

Prof. Dr. Muhammad NASIR (seit 27.10.2014)

Parlament

Am 09. April 2014 fanden Wahlen zu den Parlamenten auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene statt. Das neue Parlament hat sich im Oktober 2014 konstituiert.

  • Abgeordnetenhaus DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) 560 Sitze
  • Regionalversammlung DPD (Dewan Perwakilan Daerah): vertreten sind alle 33 Provinzen Indonesiens (darunter drei, in Papua und in Aceh, mit Sonderstatus sowie der einer Provinz gleichstehende Hauptstadtsonderbezirk Jakarta) mit jeweils bis zu vier Abgeordneten, insgesamt 132 Abgeordnete. Die Regionalversammlung hat lediglich Anhörungs- und Vorschlagsrechte im Gesetzgebungsverfahren und ist daher keine vollwertige legislative "zweite Kammer".

Regierungsparteien

  • Partai Golongan Karya (Golkar) / Partei der funktionalen Gruppen (91 Sitze)
  • Partai Gerakan Indonesia Raya (Gerindra) / Partei Bewegung Groß-Indonesien (73 Sitze)
  • Partai Demokrat (PD) / Demokratische Partei (61 Sitze)
  • Partai Amanat Nasional (PAN) / Partei des nationalen Mandats (49 Sitze)
  • Partai Keadilan Sejahtera (PKS) / Gerechtigkeits- und Wohlfahrtspartei (40 Sitze)
  • Partai Persatuan Pembangunan (PPP) / Partei für den vereinten Aufschwung (39 Sitze)

Oppositionsparteien

  • Partai Demokrasi Indonesia - Perjuangan (PDI-P) / Demokratische Partei des Kampfes Indonesiens (109 Sitze)
  • Partai Kebangkitan Bangsa (PKB) / Nationale Erweckungspartei (47 Sitze)
  • Partai Nasional Demokrat (NasDem) / Partei der nationalen Demokratie (35 Sitze)
  • Partai Hati Nurani Rakyat, (Hanura) / Partei des Volksgewissens (16 Sitze)

Verwaltungsstruktur

Viergliedrige Verwaltungsstruktur mit nationaler Regierung in Jakarta. 29 Provinzen mit begrenzter Eigenständigkeit und seit 2007 direkt gewählten Gouverneuren; außerdem die Hauptstadtregion Jakarta sowie die drei Provinzen Aceh, West-Papua und Papua, für die seit 2002 ein Sonderstatus gilt. Auf der nächsten Verwaltungsebene haben rund 400 Bezirke und Stadtverwaltungen ebenfalls beträchtliche Machtbefugnisse und Finanzmittel (Dezentralisierung).

Unabhängigkeit/Nationalfeiertag

17. August (Ausrufung der Unabhängigkeit 1945)

Tabelle 2: Politik und Administration

Quelle: Auswärtiges Amt

 

Nach oben

Politisches System

Indonesien ist eine Präsidialrepublik. Der Präsident ist gleichzeitig Regierungschef und ernennt und entlässt die Minister. Seit 2004 werden der Präsident und mit ihm der Vizepräsident für fünf Jahre direkt vom Volk gewählt; eine direkte Wiederwahl ist nur einmal möglich.

Das nationale Parlament (DPR) hat 560 Abgeordnete, die zuletzt am 9. April 20014 in 77 Wahlkreisen per Verhältniswahl mit offenen Parteilisten gewählt wurden. Das neue Parlament hat sich am 1. Oktober 2014 konstituiert.

Ebenfalls neu gewählt wurde die Vertretung der Regionen DPD, gelegentlich auch „Senat“ oder Regionalkammer genannt. In ihr sind 136 direkt gewählte Abgeordnete – vier aus jeder der 34 Provinzen – tätig. Die DPD hat Beratungs- und Vorschlagsrechte, aber keine gesetzgeberischen Befugnisse und ist daher etwa mit dem deutschen Bundesrat nicht vergleichbar.

Die Verfassungsgebende Versammlung (MPR) besteht aus den 560 Mitgliedern des Parlaments (DPR) und den 136 Mitgliedern der Regionalkammer (DPD). Die nur selten zusammentretende MPR ist lediglich für Verfassungsänderungen sowie die Amtseinführung und Amtsenthebungsverfahren des Staatspräsidenten und des Vizepräsidenten zuständig.

Die 34 Provinzen haben zahlreiche Selbstverwaltungsbefugnisse, die durch Provinzparlamente (DPRD – auch 2014 neu gewählt) und durch die seit 2004 direkt vom Volk gewählten Gouverneure ausgeübt werden. Einen Sonderstatus mit erweiterten Autonomierechten haben die Provinzen Aceh, Papua und West-Papua sowie der Hauptstadtsonderbezirk Jakarta.

Verhältnis von Staat und Religion

Indonesien ist das Land mit den meisten Muslimen weltweit, aber kein islamischer Staat. Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit im Rahmen von sechs offiziell anerkannten Religionen (Islam, Buddhismus, Christliche Kirche, Katholische Kirche, Konfuzianismus, Hinduismus). Die Verfassungsvorgabe der „Pancasila“, aus der sich dies herleitet, enthält fünf Säulen: (1) Glaube an einen Gott, (2) Achtung der Menschenwürde, (3) nationale Einheit, (4) Demokratie und (5) soziale Gerechtigkeit. In verschiedenen Landesteilen sehen sich Anhänger religiöser Minderheiten (Ahmadiya, Christen, Schiiten) immer wieder administrativen Benachteiligungen, Bedrohungen oder sogar Gewalttaten durch Angehörige der Religion der lokalen Mehrheit ausgesetzt. Solche Vorfälle spiegeln nicht die Regierungspolitik wider, machen aber Defizite beim Minderheitenschutz und in der Rechtsstaatlichkeit deutlich. Der Großteil der muslimischen Bevölkerungsmehrheit vertritt weiterhin in ihrer Glaubenspraxis eine ausgesprochene Toleranz gegenüber anderen Religionen.

Parlament und Regierung

Am 20. Oktober 2014 wurde der PDI-P Politiker und ehemalige Gouverneur Jakartas, Joko „Jokowi“ Widodo als siebter Präsident der Republik Indonesien vereidigt. Zuvor hatte er sich bei den Präsidentschaftswahlen am 9. Juli 2014 mit 53,2% gegen seinen Konkurrenten Prabowo Subianto von der Gerindra-Partei durchgesetzt. Als Vize-Präsident unter Widodo dient Jusuf Kalla, der dieses Amt bereits von 2004-2009 innehatte. Die indonesische Demokratie geht gestärkt aus dem Wahljahr 2014 hervor. Der Wahlmarathon – es wurden auch Provinz- und Distriktvertretungen neu gewählt – verlief weitgehend störungsfrei.

2014 stellten sich landesweit 12 Parteien und einige weitere lokale Parteien in der einem Sonderstatus unterliegenden Provinz Aceh zu Wahl. Zehn Parteien gelang mit dem Sprung über die 3,5-Prozent-Hürde der Einzug in das Parlament, als stärkste Fraktion setzte sich die PDI-P der ehemaligen Präsidentin und Tochter des Staatsgründers Sukarno, Megawati Sukarnoputri, durch, gefolgt von der ehemaligen Staatspartei Golkar und Gerindra, der Partei des später unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Prabowo Subianto. Präsident Yudhoyonos PD musste eine Schlappe einstecken, islamisch gefärbte Parteien konnten ihren Stimmenanteil von rund 30 % halten.

Am 26. Oktober 2014 stellte Präsident Widodo sein 34 Ministerinnen und Minister umfassendes Kabinett vor. Das Kabinett umfasst neben 20 Technokraten 14 Politiker der Parteien PDI-P, PKB, NasDem, Hanura und PPP. Die Fraktionen dieser Parteien verfügen über keine eigene Mehrheit im Parlament. Eine Kabinettsumbildung erfolgte am 27. Juli 2016, u.a. Ernennung eines neuen Bildungsministers.

Quelle: Auswärtiges Amt

Nach oben

Wirtschaftsinformation

Ausführliche Wirtschaftsdaten zu Indonesien finden Sie in der Reihe "Wirtschaftsdaten kompakt" von Germany Trade and Invest (GTAI). Diese wird zweimal jährlich im Mai und November aktualisiert. Folgende Indikatoren sind unter anderem enthalten: Einwohner, Bevölkerungsdichte, Währung, Wechselkurs, Bruttoinlandsprodukt, BIP je Einwohner, BIP-Wachstum, Inflationsrate, Durchschnittslohn, Arbeitslosigkeit, Haushaltssaldo, Außenhandel, wichtigste Ein- und Ausfuhrgüter, wichtigste Handelspartner, ausländische Direktinvestitionen, Länderbonität, Devisenreserven, Außenhandel mit der EU und Deutschland, wichtigste deutsche Ein- und Ausfuhrgüter.

Nach oben

Eine Initiative vom

Projektträger