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Bevölkerung und Geografie

Ländername

Haschemitisches Königreich Jordanien

 

Al Mamlaka Al Urduniyya Al Haschimiyya

 

المملكة الأردنيّة الهاشميّة

Fläche

89.342 km²

Bevölkerungszahl

10,45 Millionen

 

(2018; der rapide Bevölkerungsanstieg der jüngsten Vergangenheit ergibt sich aus der hohen Zahl syrischer Flüchtlinge)

Lebenserwartung

Männer: 73,6 Jahre

 

Frauen: 76,6 Jahre

 

(Schätzung 2018)

Altersstruktur (Schätzung 2014)

0-14 Jahre: 34,1%

15-24 Jahre: 20%

25-54 Jahre: 37,7%

55-64 Jahre: 4,6%

65 Jahre und älter: 3,5%

 

(Schätzung 2018)

Bevölkerungswachstum (Schätzung 2014)

2,02% (2018)

Bevölkerungsgruppen

99,2% Araber (davon geschätzt etwa 50% palästinensischer Abstammung)

0,5% Tscherkessen

0,1% Armenier

0,1% Türken

0,1% Kurden

Sprachen

Arabisch,

 

Englisch als Verkehrssprache weit verbreitet

Religionen

93 % sunnitische Muslime

 

5 % Christen (griech.-orth., röm.-kath., syr.-orth., kopt.-orth.)

 

2 % Sonstige

Nationaltag

25. Mai 1946 (Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich)

Zeitzone

MEZ +2 (UTC +3)

Klima

Zu 80 % Wüste (östliche und südliche Landesteile), Bergland am Rande des Jordangrabens mediterran, Jordantal und Rotmeerküste subtropisch; keine Niederschläge von Mai bis September

Währung

1 Jordanischer Dinar JOD/ 100 Piaster (1000 Fils)

 

Aktueller Wechselkurs unter OANDA.com - Währungskonverter (siehe u.a. Links)

Vorwahl

+962

Tabelle 1: Bevölkerung und Geografie

Quelle: Auswärtiges Amt, CIA World Factbook, UNHCR, Weltbank

 

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Politik und Administration

Ländername

Haschemitisches Königreich Jordanien

 

al-Mamlaka al-Urdunniyya al-Hāschimiyya

 

المملكة الأردنيّة الهاشميّة

Regierungsform

Konstitutionelle Monarchie

Hauptstadt

Amman

Staatsoberhaupt

König Abdullah II. bin al-Hussein

 

seit 7. Februar 1999

Regierungschef

Premierminister Dr. Omar Razzaz (im Amt seit 05.06.2018)

Außenminister/in

Ayman Safadi (im Amt seit 15.01.2017)

Bildungsminister/in

Azmi Mahafzeh (seit Juni 2018)

Wissenschaftsminister/in

Adel Tweisi

Minister für Hochschulbildung und Forschung

(seit Februar 2018)

Parlament

Zwei-Kammer-Parlament

 

Majlis Al-Umma / Nationalversammlung

 

bestehend aus:

  • Majlis Al-Nuwaab / Abgeordnetenkammer 130 Sitze. 29 Sitze wurden per Quote verteilt (15 an Frauen, 9 an Christen, 3 für sonstige Minderheiten, Wahl am 20. September 2016).
  • Majlis al-Aayan / Senat (65 Mitglieder, die direkt vom König ernannt werden (zuletzt am 29. September 2016).

Regierungsparteien

Es gibt 23 offizielle Parteien, die aber eher marginalisiert sind. Das Parteiensystem ist insgesamt wenig entwickelt.

Ergebnisse der jüngsten Parlamentswahl 2016:

Neun politische Parteien konnten 30 der insgesamt 130 Sitze gewinnen,

  • „Islamic Action Front“ als größten Kraft (10 Sitze)
  • „Zamzam“ (5 Sitze)
  • „The National Current“ (4 Sitze)
  • „Islamic Centrist Party“ (5 Sitze)
  • „Justice and Reform Party“ (2 Sitze).

Die IAF konnte zusätzlich mit ihrer Allianz „Nationale Koalition für Reform“ fünf Sitze gewinnen.

Opposition

Die Islamische Aktionsfront (IAF) - jordanischer Zweig der Muslimbruderschaft - ist die größte (und einzige etablierte und anhängerstärkste) Partei des Landes; sie nahm an den beiden Parlamentswahlen 2010 und 2013 nicht teil und rief zum Wahlboykott auf.

Verwaltungsstruktur

12 Gouvernements (muhāfaza): Adschlun, Aqaba, Amman, al-Balqa, Dscharasch, Irbid, al-Karak, Ma'an, Madaba, al-Mafraq, at-Tafila, ZarqaMa`an, Madaba

 

An der Spitze steht ein der Regierung benannter und vom König bestätigter Gouverneur.

Tabelle 2: Politik und Administration

Quellen: Auswärtiges Amt, CIA - Chiefs of State, CIA World Factbook, representatives.jo, jordanembassyus.org, bpb.de, Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB)

 

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Politisches System

Staatsaufbau

Jordanien ist eine konstitutionelle Monarchie und verfassungsmäßig als Zentralstaat mit zwölf Gouvernoraten organisiert. Diese haben administrative Aufgaben, aber keine eigenen politischen Befugnisse. Staatsoberhaupt ist König Abdullah II. Ibn Al-Hussein (seit 7. Februar 1999).

Innenpolitik

Jordanien ist bemüht, als Vorreiter für Reformen in der Region zu gelten. König Abdullah II. möchte sein Land systematisch modernisieren. Der Fokus liegt dabei weniger auf innenpolitischen Reformen als vielmehr darauf, die sozioökonomische Situation zu verbessern.

Die aktuelle Regierung unter Premierminister Omar al-Razzaz wurde am 14. Juni 2018 vereidigt; seitdem fanden bereits drei Regierungsumbildungen statt, im Oktober 2018 sowie im Januar und Mai 2019. Zu den Herausforderungen, denen sich die Regierung gegenüber sieht, zählen insbesondere die Auswirkungen des Syrienkriegs auf Jordanien sowie die derzeitige Wirtschaftskrise.

Der Syrien-Konflikt hat aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen in Jordanien nicht nur sozio-ökonomische Folgen. Die rund 670.000 vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) registrierten syrischen Flüchtlinge bedeuten eine erhebliche Belastung für den jordanischen Staat und die jordanische Bevölkerung. Die Auswirkungen auf Staatshaushalt, soziales Gefüge, Wirtschaft und Infrastruktur – einschließlich Gesundheits- und Bildungssystem, Preisniveaustabilität und Wasserversorgung – sind spürbar.

Auch die wirtschaftliche und fiskalische Lage Jordaniens ist schwierig. Ausgelöst durch eine geplante Reform des Einkommenssteuergesetzes und weil die Energiepreise erhöht werden sollten, erlebte Jordanien im Mai und Juni 2018 die größten Proteste seit Jahren. Sie führten dazu, dass die Regierung umgebildet und Omar al-Razzaz als neuer Premierminister eingesetzt wurde.

(Quelle: Auswärtiges Amt, Juni 2019)

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Wirtschaftsinformation

Mit einer Bevölkerung von 10,5 Mio. und einem BIP von rund 41,9 Mrd. US-Dollar (pro Kopf  grob 4.300 US-Dollar) zählt Jordanien zu den sogenannten „middle income“-Ländern. Der Reichtum im Land ist ungleich verteilt. Weltbank-Angaben zufolge lebt ca. ein Drittel der Bevölkerung für mindestens ein Quartal im Jahr in Armut. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 18,7 Prozent. Insbesondere die hohe Jugendarbeitslosigkeit (ca. 37,2 Prozent bei den 15-24-Jährigen) stellt Jordanien vor massive Probleme.

Der jordanische Staat ist der größte Arbeitgeber, gefolgt von UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten). 56 Prozent der in Beschäftigung stehenden jordanischen Arbeitskräfte sind im formalen Sektor tätig (42 Prozent im öffentlichen Sektor und 22 Prozent in der Privatwirtschaft). 44 Prozent der jordanischen Arbeitskräfte arbeiten im informellen Sektor (vor allem Einzelhandel, Handwerk, Dienstleistungen, Bau, Landwirtschaft).

Jordanien ist ein Land ohne nennenswerte Rohstoffe und industrielle Basis. Es ist zudem eines der wasserärmsten Länder der Welt. Zu den vorhandenen Ressourcen und Hauptexportgütern zählen Kaliumcarbonat und Phosphat. Darüber hinaus gibt es Ölschiefer- und Uranvorkommen.

Die jordanische Wirtschaft ist stark dienstleistungslastig (Anteil am BIP 67,4 Prozent – hauptsächlich Tourismus, Banken/Finanzdienstleistungen, IT) mit deutlichem Abstand gefolgt vom produzierenden Gewerbe (Anteil am BIP 29,3 Prozent – vor allem Textilindustrie, Bau, Chemie und der Landwirtschaft (Anteil am BIP 3,2 Prozent). Das produzierende Gewerbe ist lediglich bei Textilien sowie in chemischen und pharmazeutischen Nischenmärkten von regionaler Bedeutung. Der Export nach Europa scheitert oft an der Nichteinhaltung der EU-Standards. Kennzeichnend für alle Sektoren ist, dass kleine und mittelständische Unternehmen die Masse der Wirtschaftsleistung im Privatsektor erbringen. Das produzierende Gewerbe steht für 90 Prozent der jordanischen Exporte und ist vorwiegend in einer Reihe von Industrie- bzw. Freihandelszonen ansässig. Hauptabsatzgebiete sind Saudi Arabien, Irak, Indien sowie (im Textilbereich) die USA.

Jordanien ist seit 2000 Mitglied der WTO (Welthandelsorganisation). Freihandelsabkommen bestehen unter anderem mit den USA, den Ländern des Golf-Kooperationsrates (Greater Arab Free Trade Area GAFTA) und Kanada, mit der EU seit 2002 ein Assoziierungsabkommen. 2010 wurde der Partnerschaft mit der EU ein „fortgeschrittener Status“ zuerkannt. Deutschland und Jordanien haben 2010 ein Investitionsförder- und -schutzabkommen abgeschlossen. Im 2016 vereinbarten „Jordan Compact“ haben sich Jordanien und wichtige Geber auf das Prinzip „Hilfe für Integrationsleistung“ geeinigt. Jordanien hat seitdem seinen Arbeitsmarkt schrittweise für syrische Flüchtlinge geöffnet und im Gegenzug dafür umfassende Finanz- und Wirtschaftshilfe sowie erleichterten Zugang zum EU-Markt erhalten. So sollen Exporte aus Jordanien in die EU erleichtert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die jordanische Wirtschaft hängt stark von ausländischen Zuwendungen und den Rücküberweisungen von Auslandsjordaniern sowie ausländischen Direktinvestitionen ab. Aufgrund ihrer Struktur ist sie anfällig für externe Schocks. Die Konsequenzen der regionalen Krisen – u.a. der Zustrom von syrischen Flüchtlingen und der Wegfall der traditionellen Absatzmärkte in Syrien und Irak – haben die Wirtschafts- und Finanzsituation weiter verschlechtert. Die öffentliche Verschuldung liegt bei 94,4 Prozent des BIP (Stand 2018).

Die Wirtschaft wird durch zahlreiche Organisationen vertreten, dazu gehören u.a. die Jordan Chamber of Commerce, die Jordan Chamber of Industry, die Jordan Enterprise Development Corporation (JEDCO), das Jordan Investment Board (JIB), das Jordan Tourism Board, der Jordanian-German Business Council, German Business Services und die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer Kairo als Dachverband mit Nebenzuständigkeit für Jordanien.

Wichtige Wirtschaftsdaten zu Jordanien finden Sie in der Reihe "Wirtschaftsdaten kompakt" von Germany Trade and Invest (GTAI). Diese wird zweimal jährlich im Mai und November aktualisiert. Folgende Indikatoren sind unter anderem enthalten: Einwohner, Bevölkerungsdichte, Währung, Wechselkurs, Bruttoinlandsprodukt, BIP je Einwohner, BIP-Wachstum, Inflationsrate, Durchschnittslohn, Arbeitslosigkeit, Haushaltssaldo, Außenhandel, wichtigste Ein- und Ausfuhrgüter, wichtigste Handelspartner, ausländische Direktinvestitionen, Länderbonität, Devisenreserven, Außenhandel mit der EU und Deutschland, wichtigste deutsche Ein- und Ausfuhrgüter.

(Quelle: Auswärtiges Amt, Juni 2019)

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