Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Besonders hervorzuheben ist die Förderung der German Jordanian University (GJU), das gegenwärtig größte Kooperationsprojekt im Wissenschafts- bzw. Hochschulbereich. Die GJU wurde 2005 als öffentliche Einrichtung gegründet. Nach der vom BMBF mitfinanzierten Aufbauphase von vier Jahren wird die GJU seither von jordanischer Seite allein finanziert. Die GJU ist vom Finanzvolumen her das derzeit größte Vorhaben im Rahmen des vom BMBF finanzierten Förderprogramms "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland", das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) durchgeführt wird (siehe unten).

Anfang Juli 2009 unterzeichneten die Hochschulminister beider Länder ein Memorandum of Understanding zur weiteren aktiven politischen, wissenschaftlichen und finanziellen Unterstützung der "German-Jordanian University".  Im Oktober 2012 eröffneten König Abdullah II. und Bundesministerin Schavan gemeinsam den neuen Campus der GJU in Madaba.

Das BMBF unterstützt im Rahmen seines Förderschwerpunktes "Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM)", das Verbundprojekt SMART (Sustainable Management of Available Water Resources with Innovative Technologies). Das Gesamtziel des Forschungsprojektes SMART ist die Erarbeitung eines übertragbaren Ansatzes für ein Integriertes Wasserressourcen Management in der Wassermangelregionen Unteres Jordantal. Dazu werden neue Technologien eingesetzt, die es ermöglichen, auch unkonventionelle Wasservorkommen einer sinnvollen Nutzung sowie später einer Implementierung zuzuführen. Das zu entwickelnde IWRM-Modell basiert auf naturwissenschaftlichen, ingenieurtechnischen sowie sozioökonomischen Untersuchungen und soll schließlich im Untersuchungsgebiet einen selbsttragenden IWRM-Prozess initiieren, der dauerhaft anhält und auf benachbarte Regionen übertragbar ist. An der multilateralen, interdisziplinären Forschungsgruppe sind die Wissenschaft, Industrie, Fachbehörden, lokale Nichtregierungsorganisationen sowie externe Experten und Berater beteiligt. Gemeinsam mit dem Jordanischen Wasserminister hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan während ihrer Jordanienreise am 21. Oktober 2012 das Implementierungsbüro des SMART-Projektes im Jordanischen Wasserministerium offiziell eröffnet.

Das ebenfalls im Rahmen des Förderschwerpunktes IWRM unterstützte Forschungsvorhaben zur Untersuchung des Globalen Wandels des Wasserkreislaufes (GLOWA) - GLOWA Jordan River - war ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich mit der Zukunft des unter wachsender Wasserknappheit leidenden Jordantals befasste und dabei den Einfluss von Klimawandel und globalem Wandel berücksichtigte. Das im Jahr 2001 gestartete Forschungsprojekt GLOWA Jordan River ging nach zehn Jahren erfolgreicher wissenschaftlicher Kooperation, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die Zukunft der Jordan-Anrainerstaaten hinsichtlich des globalen Wandels zu verbessern, mit einer Abschlusskonferenz in Limassol auf Zypern vom 05.-07.September 2011 zu Ende.

Ein weiteres vom BMBF unterstütztes Kooperationsprojekt mit Jordanien ist das unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehende Forschungsprojekt SESAME (Synchrotron Light for Experimental Science and Applications in the Middle East). Das seit 2009 in Betrieb stehende international ausgerichtete und multilateral getragene Projekt soll die physikalische Grundlagenforschung in der gesamten Region stärken. Kern des Vorhabens ist der aus Deutschland stammende Synchrotron-Speicherring BESSY I. Mögliche Potenziale für zukünftige Forschungskooperationen liegen a) in der verstärkten Unterstützung durch Experten im Vorfeld der Betriebsaufnahme, b) in der Einbindung der regionalen künftigen "SESAME-Community" in wissenschaftliche Veranstaltungen bzgl. bisheriger Kooperation, c) in der Durchführung von gezielten wissenschaftlichen Workshops sowie d) im thematisch gezielten Austausch von fortgeschrittenen Studierenden/Doktoranden der Region im Umfeld Synchrotronstrahlung. Seit der Gründung der GJU im Jahr 2005 gilt SESAME als eine weitere vielversprechende Plattform für den Aus- und Aufbau einer gezielten Forschungskooperation in Jordanien und in der Region.

Im Mai 2011 organisierte das Deutsche Elektronen Synchrotron (DESY) zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem jordanischen SESAME sowie der ägyptischen Academy of Scientific Research and Technology (ASRT) das zweitägige internationale Symposium "Solar Energy for Science" in Hamburg.

Das Forschungszentrum SESAME in Jordanien strebt an, zu einem Ankerpunkt für eine Wissenschafts- und Energiepartnerschaft in der Region zu werden. Die ab 2015 in Betrieb gehende Synchrotronstrahlungsquelle wird die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung in der Region massiv stärken, langfristig Nachwuchs ausbilden, dem Brain-Drain entgegenwirken und zusätzlich die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Nahen Osten nachhaltig fördern. Zugleich könnte aufgrund des analytischen Potentials der Synchrotronstrahlung verstärkt Forschung an erneuerbaren Energien bei SESAME angesiedelt werden.

 

Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)

Der Alumni-Verein mit derzeit 34 Mitgliedern mit dem Vorsitzenden Prof. Marwan Mousaveranstaltet die AvH Tagungen und Konferenzen für den deutsch-jordanischen, aber auch den internationalen Wissenschaftsaustausch.

2010 organisierte der Alumni-Verein einen Workshop zum Thema "Materialforschung im Dienste der Archäologie". 2010 vergab die AvH ein Forschungsstipendium nach Jordanien; außerdem hielt sich ein deutscher Wissenschaftler im Rahmen des Feodor-Lynen-Stipendiums in Jordanien auf.

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Jordanien ist für die Programmarbeit des DAAD das zweitwichtigste Land in der Region und ist auch regionaler Knotenpunkt.

Analog zu den anderen arabischen Ländern machen deutlich mehr Ausländer als Deutsche von den Angeboten des DAAD Gebrauch. 2011 wurden 467 Jordanier und 157 Deutsche (nach Jordanien) vom DAAD gefördert, d. h. insgesamt 624 Personen. Auffallend war die Verdopplung der Zahl der deutschen Geförderten, was vor allem auf die zunehmende Zahl an deutsch-jordanischen Hochschulprojekten zurückzuführen ist.

Bei der Stipendienvergabe an Jordanier liegt der Schwerpunkt auf der Förderung des Hochschullehrernachwuchses, vornehmlich durch Promotionsstipendien. Aufgrund des guten Bildungs- und Hochschulsystems und verlässlicher Strukturen wurde Jordanien als erstes Aufnahmeland für das sog. "Drittlandprogramm" der Region auserkoren. Jährlich bekommen ca. 20 Palästinenser/innen und bis zu 15 Jemeniten/innen ein DAAD-Stipendium für ein Masterstudium in Jordanien.

Seit 1974 fördert der DAAD ein Lektorat an der University of Jordan (zunächst über einen Ortskraftlektor, seit 1979 mit einem entsandten Lektor), das 2007 den Status eines Koordinationslektorats bekam. Um den gestiegenen Anforderungen im Bereich des Marketing für den Studienstandort Deutschland besser gerecht werden zu können, wurde das Koordinationslektorat mit Beginn des Wintersemesters 2012 in ein DAAD-Informationszentrum (IC) umgewandelt. (Link zu 4.1.6)

Zusätzlich zum Lektorat wird jährlich eine Sprachassistenz an die University of Jordan vermittelt. Seit dem Studienjahr 2010/11 hat zudem ein Fachlektor für Archäologie seine Tätigkeit an der University of Jordan aufgenommen. An der Deutsch-Jordanischen Universität (GJU) unterrichten eine Lektorin im Bereich Deutsch als Fremdsprache sowie ein Fachlektor auf dem Gebiet der Übersetzungswissenschaft.

Die German-Jordanian University (GJU) hat mit erheblicher Förderung durch den DAAD im Oktober 2005 den Lehrbetrieb aufgenommen. Die GJU ist nach der GUC in Kairo die zweite vom DAAD geförderte deutsch-arabische Universität in der Region und genießt für das BMBF und die deutsche Botschaft sehr hohe Priorität. Die Fachhochschule Magdeburg-Stendal fungiert auf deutscher Seite als Konsortialführer. Die GJU ist nach dem Modell der deutschen Fachhochschulen mit praxisorientierten Studieninhalten im technisch-ingenieurwissenschaftlichen Bereich aufgebaut. Mit der für Jordanien ungewohnten Praxisorientierung fügt sie sich in das jordanische Reformprogramm ein, das eine stärkere Ausrichtung der Ausbildung an den Bedürfnissen der Wirtschaft und den Anschluss an die globale Wissensgesellschaft zum Ziel hat. Der Lehrbetrieb wurde 2005 mit 90 Studierenden aufgenommen. Seit 2006 werden an der GJU auch vom DAAD geförderte Studiengänge mit regionalem Einzug aufgebaut. Im Herbst 2006 ging eine DAAD-Lektorin an die GJU, um dort den regionalen Masterstudiengang Deutsch als Fremdsprache zur Ausbildung von Deutschdozenten aufzubauen. Alle Studierenden dieses Studiengangs, die die sprachlichen und fachlichen Voraussetzungen erfüllen, absolvieren ein Semester an einer deutschen Partnerhochschule. Dies ist perspektivisch auch für die Studierenden aller anderen Fachrichtungen vorgesehen. Die Zahl der Studierenden belief sich 2010 auf ca. 2.500 in insgesamt 26 Studiengängen.

Jordanien ist auch der erste Standort für ein neues Modell der gemeinsamen, interkulturellen und interdisziplinären Ausbildung deutscher und arabischer Nachwuchskräfte in der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2007 absolvieren bis zu jeweils zehn arabische und deutsche Studierende, die zuvor schon Berufserfahrung im Wassersektor gewonnen haben, einen 18-monatigen Masterstudiengang "Integriertes Wasserressourcenmanagement", der von der FH Köln und der University of Jordan entwickelt wurde. Der Unterricht findet in beiden Ländern statt, zudem werden Praktika / Feldforschungen in verschiedenen arabischen Ländern durchgeführt. Es werden ein deutscher und ein jordanischer Masterabschluss verliehen.

Mit den Universitäten Yarmouk (Irbid), der Jordan University of Science and Technology (JUST, ebenfalls in Irbid), der University of Jordan (Amman) sowie seit 2009 auch mit der Mu'tah-Universität in Karak bestehen Wissenschaftleraustauschprogramme.

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