StartseiteLänderAsienJordanienEuropäisches Forschungsprojekt untersucht Grundwasserneubildung in Zypern und Jordanien

Europäisches Forschungsprojekt untersucht Grundwasserneubildung in Zypern und Jordanien

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

In einem europäischen Forschungsprojekt namens IsoMed (Isotopenhydrologie in Mediterranen Ländern) erforscht ein Team der Technischen Hochschule Lübeck mit Partnern aus Zypern und Jordanien die Neubildung von Grundwasser im östlichen Mittelmeerraum. Unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Külls, Labor für Hydrologie der TH Lübeck arbeiten das Forschungszentrum Cyprus Institute, der Geologische Dienst von Zypern und die Deutsch-Jordanische Universität GJU in Amman in IsoMed gemeinsam an Lösungen zur nachhaltigen Nutzung des Grundwassers.

Finanziert wird IsoMed im Rahmen des Europäischen Forschungsprogramm „ERANET Mediterranean“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren. Das Ziel der gemeinsamen Forschung ist es, neue und effektivere Messmethoden zu entwickeln, um die vorhandene Menge und Erneuerungsraten des Grundwassers in den südöstlichen Mittelmeerländern genau zu bestimmen. Konkret geht es um neue Messmethoden für den Wasserhaushalt in den südlichen Mittelmeerländern. Seit langem ist dort eine Übernutzung des Grundwassers festzustellen. IsoMed soll helfen, die Grundwassernutzung ins Gleichgewicht mit dem natürlichen Wasserdargebot zu bringen.

„Am Ende des Projektes“, so Külls, „wollen wir in der Lage sein, anhand einer Bohrung in einem zeitlichen Umfang von nur drei Stunden plus einem Tag Laborarbeit, herauszufinden, wie groß die Grundwasserneubildung an einem Standort in den letzten drei bis fünf Jahren war. D.h., was früher über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit aufwändigen täglichen Messungen von Niederschlag, Verdunstung und Abfluss erfolgte, machen wir heute mit einer Bohrung, die dann im Isotopenlabor ausgewertet wird.“

Von November bis Dezember 2018 lief bereits die erste Messkampagne in Zypern. Mehr als 300 Proben wurden genommen, die im Labor für Hydrologie der TH Lübeck untersucht werden und ersten Daten liefern, um vorhandene Menge und Erneuerungsrate des Grundwassers genau zu bestimmen.

„All diese Informationen stellen wir dann nicht nur der regionalen Wasserwirtschaft, den Diensten, Ministerien und Behörden für die Vergabe von Lizenzen und Wasserrechte zur Verfügung, sondern auch den Landwirten. Wir wollen sie an den Ergebnissen direkt beteiligen, damit sie selber wissen, wieviel Wasser sie zur Verfügung haben und zwar in den Einheiten, mit denen sie vertraut sind, damit sie auch selber Anpassungen vornehmen können“, schließt Külls.

Quelle: Technische Hochschule Lübeck via IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Jordanien Zypern Themen: Geowissenschaften Umwelt u. Nachhaltigkeit

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